Samstag, 24. Oktober 2009

SIC Newsletter October 24 2009 - Deutsch

Samstag, 24. Oktober 2009

Ab dem 24. Oktober wird der SIC-Newsletter nur noch Samstags, Montags und Mittwochs erscheinen. Wichtige Nachrichten werden ggf. auch an anderen Tagen versandt.

Pläne für die Zukunft
- Demonstrationen im "iranischen Stil" an Donnerstag Abenden
- Vorbereitungen auf die "Übernahme" der Demonstration am 4. November zum Jahrestag der Geiselkrise im Iran.

Nachrichten
- BBC: Der Vorsitzende der Oppositionspartei National Trust, Mehdi Karroubi, ist bei seinem Besuch der Medienmesse in Mossala im Norden Teherans von Regierungsanhängern attackiert worden.
Die Anhänger der Grünen Bewegung begrüßten ihn mit Parolen gegen die Regierung. Die Regierungsanhänger antworteten darauf mit Parolen gegen Karroubi. Es gab Zusammenstöße zwischen den Anhängern Karroubis und Ahmadinejads, letztere versuchten, Karroubi anzugreifen. Zwar bestätigten staatliche Nachrichtenagenturen den Zwischenfall, sagten aber, dass Karroubi vom Messegelände gebracht werden musste.
(s. auch Bericht von Radio Zamaneh in deutscher Übersetzung http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/oppositionsfuhrer-karroubi-in-der.html, d. Übers.)

- BBC: Wie die Webseite Nowrouz (von Jebhe Moshaejat) berichtet, ist Mir Hossein Moussavi mit der Redaktion der Zeitung Kalameh Sabz zusammengetroffen. Er drückte sein Bedauern über die derzeitige Publikationssperre von Kalameh Sabz aus und sagte, diese Situation sei "vorübergehend". Weiter sagte er: "Die Bedingungen im Inneren und auf internationaler Ebene werden eine Situation herbeiführen, in der alle Stimmen gehört werden."

- Radio Farda: Der Freitagsprediger von Teheran Kazem Seddiqi, der vor Kurzem vom Obersten Führer ernannt wurde, verwies auf die Besorgnis, die Ayatollah Khamenei angesichts der 2 Millionen Studenten der Geisteswissenschaften im Iran hegt. Er sagte: "Wir brauchen an unseren Universitäten eine Revolution wie vor 30 Jahren, denn man sollte den Universitäten gegenüber dieselbe Vorsicht an den Tag legen wie den Feinden gegenüber."

- Radio Farda: Die Oppositionsparti Jebheh Mosharekat hat die Verhaftungen während einer religiösen Zusammenkunft am Donnerstag verurteilt und verkündet, dass ein solches Vorgehen die Bewegung des "Grünen Pfads der Hoffnung" nicht erschüttern könne. Die Partei forderte zudem eine umgehende Freilassung aller Verhafteten sowie eine gerichtliche Verfolgung der Verantwortlichen für diese Tat, damit "das Volk nicht den letzten Rest an Vertrauen in das Regime verliert".

- Radio Farda: Die "Kanadischen Journalisten für Meinungsfreiheit" (CJFE) haben die iranische Journalistin Jila Baniyaghoub und die Russische Zeitung Novaya Gazeta mit dem Internationalen Pressefreiheitspreis für außerordentlichen Mut und Berichterstattung unter außerordentlichsten Bedingungen ausgezeichnet.

- Radio Farda: Die iranischen Filmemacher Jafar Panahi, Fatemeh Motamed Arya und Mojtaba MirTahmasb haben nach ihrem Ausreiseverbot und der Einziehung ihrer Pässe durch Regierungsbehörden am Flughafen einen Brief veröffentlicht. In dem an das iranische Volk gerichteten Brief heißt es, dass ihre Identität nicht von ihren Pässen abhängig sei und dass sie immer Iraner bleiben werden.

Nachrichten von Verhafteten und Verstorbenen
-- BBC: Eine große Anzahl von Personen ist am Donnerstag während einer religiösen Zeremonie für politische Gefangene im Iran verhaftet worden. Dies teilt die reformorientierte Webseite Nowrouz mit. Die Zeremonie war von der Familie des iranischen Reformaktivisten Shahab-edin Tabatabaei organisiert worden, der nach der umstrittenen Wahl im Juni verhaftet und für fünf Jahre inhaftiert worden war. Das Hafturteil war Anfang dieser Woche bekanntgegeben worden. Die Zeremonie fand in seinem Haus im Nordwesten Teherans statt. Shahab-edin Tabatabaei war Chef der Jugendkampagne Mir Hossein Moussavis für die Präsidentschaftswahl.
(s. dazu auch Bericht von Mowjcamp in deutscher Übersetzung: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/massenverhaftungen-dauern.html, sowie neue Einzelheiten von persian2english (auf Deutsch): http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/mohtashami-pour-neue-einzelheiten-uber.html, d. Übers.)

- Mowj-e Azadi: Die Großayatollahs Montazeri und Sanei haben die Verhaftungen während der religiösen Zeremonie für politische Gefangene im Iran verurteilt. Sie riefen die Familien der Verhafteten zur Geduld auf.
(s. dazu auch Bericht von Radio Zamaaneh in deutscher Übersetzung:
http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/iranische-reformkleriker-verurteilen.html, d. Über.)


- BBC: Neueste Nachrichten weisen darauf hin, dass einige der während der religiösen Zeremonie am Donnerstag verhafteten Personen wieder freigelassen, andere hingegen nach Evin gebracht wurden.

Analyse
- Barbara Slavin schreibt in einem Artikel in der Washington Post, die iranische Regierung versuche, auf internationaler Ebene an Legitimität zu gewinnen, indem sie sich bei der Nuklearthematik nachgiebig zeigt. Ihre Legitimität sei infolge der Krise nach den Wahlen beschädigt worden. Die terroristischen Aktivitäten in Südiran und die gemäßigteren Positionen von Irans Verbündeten wie Hamas und Hisbollah hätten den Druck auf die iranische Regierung erhöht. Obwohl die Regierung bezüglich der Unterdrückung des Volkes einen Sieg beanspruchen könne, sei kein Tag ohne studentische Proteste in den Universitäten vergangen.
Die Tatsache, dass Mousavi und Karroubi nicht aufgegeben hätten, sei ebenfalls bedeutsam. Der niedrige Ölpreis habe Irans politische und wirtschaftliche Kraft geschwächt, und täglich verließen weitere Wissenschaftler und Politiker das Land.
Andererseits hätten die Zeichen der Freundschaft seitens der Regierung Obama Iran des ständigen ideologischen Feindes beraubt.
Die iranische Regierung gehe jedoch innenpolitischen und internationalen Krisen entgegen, was die Zukunft dieser Regierung noch schwärzer mache.

Empfehlungen und Warnungen
Mohsen Sazegaras Video vom Freitag:
- Er rief die Aktivisten der Grünen und der Arbeiter in Ahvaz auf, Fotos und Videos anzufertigen, um andere über ihre Aktivitäten zu informieren und ihnen zu ermöglichen, auf ihre Erfahrungen zurückzugreifen.

- Er wies darauf hin, dass die Konflikte zwischen der neu gebildeten Intelligence Agency der Sepah, den iranischen Revolutionsgarden und dem Geheimdienstministerium eine Situation geschaffen haben, in der viele wichtige und nützliche Informationen und Dokumente durchsickern können. Dies betreffe zum Beispiel die Verhöre des letzten Jahres. Er fügte hinzu, dass viele repressive Kräfte innerhalb der Sepah planten, den NKVD und den Tschechischen Geheimdienst zu imitieren, um ihre neue Sicherheitsabteilung aufzubauen. Dies weise angesichts der Errungenschaften der (modernen) Kommunikation und der Existenz von Internet und Satellitenfernsehen auf ihre Unkenntnis hin.

- Die jüngsten Angriffe der "Organisatoren des Putsches" gegen die Teilnehmer an den Komail-Gebeten im Haus der Familie Tabatabaei, bei denen viele verhaftet wurden, sollten Sazegara zufolge Angst unter den Familien der nach den Wahlen Inhaftierten verbreiten. Ziel sei, die Bewegung zu lähmen. Da die Grüne Bewegung nicht zentralisiert und zudem sehr groß sei, habe diese Aktion die Putschisten jedoch lediglich diskreditiert.

- Zu den Nukleargesprächen meinte Sazegara, dass interne Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Putschregierung der Grund dafür seien, dass die iranische Regierung von den zuvor erreichten Übereinkünften mit der Gruppe der 5+1 wieder abgewichen sei. Dadurch hätten sie an Glaubwürdigkeit verloren. Der Grünen Bewegung zeige dies, dass die Putschisten angreifbar und uneinheitlich seien, und dass Khamenei nicht in der Lage sei, diese Situation zu kontrollieren.

- Sazegara ist der Meinung, dass der Grund für die neuen Gerüchte über Khameneis Tod dessen Depressionen seien. Khamenei leide seit 20 Jahren an Depressionen. Durch die problematische Situation nach den Wahlen hätten sich die Depressionen verschlimmert, und er leide erneut an Schlaflosigkeit.

- Die Regierung sucht Sazegara zufolge nach Wegen, um die Menschen davon abzuhalten, am 13. Aban (4. November) auf die Straße zu gehen. Wegen der internen Konflikte innerhalb der Sepah sei dies ergebnislos geblieben.

Mohsen Sazegaras Video vom Samstag:
- Er begrüßte, dass große Menschenmengen Mehdi Karroubi bei der Medien-Messe empfangen haben, was leider durch Angriffe seitens einer kleinen Gruppe von Regierungsanhängern unterbrochen wurde. Es habe sich dabei vermutlich um einen inszenierten Vergeltungsversuch für die Angriffe von Studenten auf Saffar Harandi gehandelt. Die Führungspersonen der Grünen Bewegung sollten daher ihre Pläne nicht im Voraus bekannt geben.
(Videosequenzen der Proteste gegen Saffar Harandi eingefügt vom Übers.)



- Die Pässe von Motamed Arya, Panahi und Tahmasb sind von der Regierung eingezogen worden. Beyzayi und einige andere Künstler nehmen nicht am Fajr-Festival teil. Wir sollten diesen Künstlern bei jeder sich bietenden Gelegenheit applaudieren und sie dabei unterstützen, Druck auf die Regierung auszuüben.
- Die politisch inaktive Azad-Universität in der Provinz Yazd hat sich dank der Bemühungen zweier Studenten über Nacht in ein Zentrum der Aktivität verwandelt. Kleine Gruppen an anderen Universitäten sollten sich an ähnlichen Aktionen beteiligen, um die Proteste gegen die Regierung voranzutreiben.
*Beide Audio-Files sind auf Persisch dem Original-Newsletter angehängt und finden sich außerdem auf Mohsen Sazegaras Homepage: http://www.sazegara.net/persian/

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

Freitag, 23. Oktober 2009

SIC Newsletter 22. Oktober 2009 - Deutsch

Donnerstag, 22. Oktober 2009


Ab nächster Woche wird der SIC Newsletter nur noch Samstags, Montags und Mittwochs erscheinen. Wichtige Informationen werden ggf. an anderen Tagen in Sonderausgaben veröffentlicht.

Pläne für die Zukunft
- Begleiten der Mütter der Opfer der Grünen Bewegung im Laleh Park - jeden Samstag nachmittag
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban

Nachrichten
- BBC: Der Generalsekretär der National Trust Party Mehdi Karoubi, hat die Grüne Bewegung als Reformbewegung bezeichnet. Die Bewegung habe nicht zum Ziel, das Regime abzuwerten. Bei seinem Treffen mit Vertretern des Instituts der Menschenrechtsverteidiger kritisierte er die Art und Weise, wie nach den Wahlen mit den Menschen umgegangen wurde und unterstrich, dass derartige Handlungsweisen nicht zu den Werten der iranischen Nation passen.

- Radio Farda: Akbar Rafsanjani hat heute freie und unzensierte Berichterstattung über die Ereignisse in Iran durch die Medien gefordert. Der Vorsitzende des Expertenrates sagte bei einem Treffen mit Lehrern des Priesterseminars in Qom, substanzlose Berichte der inner-iranischen Medien führten dazu, dass sich die Menschen über ausländische Nachrichtenquellen informierten.

- Radio Farda: Der diesjährige "Global Dialog"-Preis, der von der gleichnamigen dänischen Institution verliehen wird, ging an den früheren iranischen Präsidenten Mohammad Khatami sowie an den im Iran gefeierten Dariush Shayegan.

- Radio Zamaneh: Der Chef der regierungstreuen Parlamentsfraktion, Rouhollah Hosseinian, sagte, er sei froh darüber, wenn die Grüne Bewegung am 13. Aban auf die Straße geht und sich den regierungstreuen Demonstranten entgegenstelle, denn dies würde "klarstellen, wer in diesem Land das Chaos sucht."

- Radio Zamaneh: Der Generalsekretär der National Trust Partei Mehdi Karroubi hat anlässlich eines Treffens mit Menschenrechtsaktivisten und dem Nationalen Rat für Frieden gesagt, er sei auf jede mögliche Situation vorbereitet. Karroubi war einer der Präsidentschaftskandidaten für die letzte Wahl im Iran. Er beschuldigte die iranischen Behörden der Folter, des Mordes und sexuellen Missbrauchs inhaftierte Zivilisten, was auch in konservativen Kreisen der Islamischen Republik für Ärger gesorgt hatte.

Nachrichten von Verhafteten und Verstorbenen
- BBC: Die USA haben die Freilassung des Wissenschaftlers und Soziologen Yahya Kian Tajbakhsh gefordert, der zu einer Gefängnisstrafe im Iran verurteilt wurde. Ian Kelly, der Sprecher des US-Außenministeriums, hat sich besorgt über das Urteil gegen Tajbakhsh geäußert. Tajbakhsh hat sowohl die iranische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Recommendations and Warnings
Mohsen Sazegara hat in seinem heutigen Video die folgenden Punkte angesprochen:
Bei den Demonstrationen in der südwestiranischen Großstadt Ahvaz war die Einheit zwischen "Grünen" Demonstranten und Arbeiter-Aktivisten deutlich zu sehen. Diese Einheit muss weiter verstärkt werden.

Mehreren Studenten der Teheraner Central Azad Universität wird mit einer möglichen Suspendierung gedroht. Studenten der Karaj Azad Universität haben dagegen protestiert. Wenn sich weitere Universitäten diesem Protest anschließen, käme dies der Koordination zwischen den Universitäten zu Gute.
Karroubis Rede am "Center for Advocation of Iranian Lawyers" hatte großen Einfluss.
Öffentliche Telefone können dazu benutzt werden, um Menschen zu kontaktieren und zu Demonstrationen einzuladen.
Bei der Demonstration am 13. Aban (4. November) sollten die Demonstranten sich innerhalb des von der Regierung vorgegebenen Rahmens bewegen, um sich besser zu schützen. Es ist sehr wichtig, Fotos und Videos aufzunehmen. Bleibt zusammen und beschützt euch gegenseitig. Indem man an anfälligen Verkehrspunkten hohes Verkehrsaufkommen verursacht, kann man die Basijis daran hindern, sich zu mobilisieren. Denkt daran, dass möglichst niemand verhaftet werden darf.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

Donnerstag, 22. Oktober 2009

SIC Newsletter 21. Oktober 2009 - Deutsch

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ab nächster Woche wird der SIC Newsletter nur noch Samstags, Montags und Mittwochs erscheinen. Wichtige Informationen werden ggf. an anderen Tagen in Sonderausgaben veröffentlicht.

Pläne für die Zukunft
- Begleiten der Mütter der Opfer der Grünen Bewegung im Laleh Park - jeden Samstag nachmittag
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban, die eigentlich zum Gedenken an die Geiselkrise im Iran stattfindet.

Nachrichten
‐ Green Blog of Freedom: Beschäftigte der Ahvaz Pipe Company haben sich am Mittwoch an der Naderi-Kreuzung versammelt, um für ihre Gehälter zu demonstrieren. Diese wurden bereits seit 10 Monaten nicht mehr gezahlt. Passanten schlossen sich ihnen an. Es wurden Parolen wie "Leben in Iran ist unser unstrittiges Recht", "Putschregierung, tritt zurück", "Tod oder Gerechtigkeit", "Nasr‐men‐allah‐va‐fathon‐gharib, nieder mit dieser Regierung, die das Volk betrügt", "Allah-o Akbar" und "Es lebe Hossein, es lebe Mir Hossein". Die Menge löste sich nach "gewaltlosem" Eingreifen der Polizei auf, allerdings wurden Kameras von Basijis beschlagnahmt.

‐ BBC: Der Chef der regierungstreuen Parlamentsfraktion Ruhollah Hosseinian sagte, er begrüße die Teilnahme der Opposition an der Demonstration am 13. Aban (4. November). Der amtlichen Nachrichtenagentur der Regierung gegenüber sagte er: "Bei der Quds-Demonstration haben alle ausländischen und antirevolutionären Radiosender und lokalen Medien, die sich mit diesen Strömungen auf einer Linie befinden, trotz aller Bemühungen nicht mehr als einige tausend Menschen zusammenbekommen. Ich freue mich sehr, wenn diese Elemente auch am 13. Aban mit ihren Parolen dabei sind und klar wird, wer Chaos verursachen möchte."

‐ BBC: Der Vater von Hossein Derakhshan, einem vor über einem Jahr verhafteten Blogger, hat den iranischen Justizchef in einem offenen Brief aufgefordert, über die Situation seines Sohnes und die gegen ihn erhobenen Anklagen aufzuklären. Wie er sagt, hat er seinen Sohn in dem Jahr seit der Verhaftung seines Sohnes lediglich zwei Mal für wenige Minuten gesehen.

‐ BBC: Iranischen Nachrichtenquellen zufolge haben der Dramatiker und Regisseur Bahram Beyzaie und der Dramatiker Mohammad Charmshir ihre Teilnahme am Fajr Theater-Festival abgesagt. Auch wenn keine eindeutigen Gründe für die Absage genannt wurden, deuten Beweise darauf hin, dass diese Aktion ein Boykott gegen von der Regierung organisierte Festivals ist.

‐ ParlemanNews: Der erste "Gobal Dialog"-Preis des Jahres 2009, der von der gleichnahmigen dänischen Organisation verliehen wird, ging an Seyed Mohammad Khatami und den Philosophen Dariush Shayegan. Der Preis wurde 2009 ins Leben gerufen; die Organisation wird die ersten Konferenzen und Preisverleihungen im Januar 2010 veranstalten.

‐ ParlemanNews: Fakhrossadat Mohtashamipour, Tajzadehs Ehefrau, sprach über den dritten Besuch, den sie ihrem Mann abstatten durfte. Sie sagte, Tajzadeh, der Mitglied der Partizipationsfront und der Organisation der Mojaheddin der Islamischen Revolution ist, befände sich wie üblich in einem guten gesundheitlichen Zustand und sei guter Dinge. Tajzadeh habe gesagt: "Es besteht kein Zweifel daran, dass die Menschen auch Gelegenheit haben werden, zu hören, was wir sagen." Er bedauerte die Kontrolle und das Vetorecht von Jannati und dessen Kollegen und bezeichnete deren Handlungen als Mittel, um die Revolution zu verfälschen und Wahlen unfrei und unfair zu machen."

‐ ParlemanNews: Die Leitung des staatlichen Fernsehens hat bekanntgegeben, dass "Morteza Heidari ins Ausland gereist ist und in einem Monat zurück sein wird." Diese Bekanntmachung überschneidet sich zeitlich mit Gerüchten darüber, dass Heidari verhaftet wurde, weil er versucht haben soll, Asyl zu beantragen. Gestern wurde auf mehreren Webseiten ein Bericht unter der Überschrift "Gerüchte über Morteza Heidaris Verschwinden" veröffentlicht und innerhalb kurzer Zeit in verschiedenen Kreisen weiterverbreitet, was Diskussionen und Spekulationen über mögliche Gründe auslöste. Seit voriger Woche war Heidari in keinem Fernsehprogramm mehr zu sehen.

Empfehlungen und Warnungen
In Mohsen Sazegaras täglichem Video geht es um folgende Punkte:
- zur wirtschaftlichen Situation und den Arbeiter-Protesten sagte er, auf Grund des Wegfalls von Subventionen, dem 12-Milliarden-Haushaltsdefizit und Anleihen der Regierung bei der Zentralbank sei eine neue Inflationswelle zwischen 30 und 40 Prozent zu erwarten. Diese werden zusammen mit der Rezession, Investitionsproblemen, Arbeitslosigkeit und niedrigerer Produktion der Fabriken ("slowing down of factories") dazu führen, dass es vermehrt zu Protesten von Arbeitskräften geben wird.
Aus diesem Grund sollten wir die Nähe der Arbeiterbewegung suchen und sie in die Grüne Bewegung einbinden. Sie müssten realisieren, dass ihre Probleme gelöst werden könnten, wenn die Putschregierung gestoppt wird und die Grüne Bewegung siegt.

- Er bezeichnete die Art und Weise, wie Studenten der Universität Teheran Saffar-Harandi behandelt haben, als Erinnerung daran, dass weder an der Universität noch an anderen öffentlichen Orten Platz für Anhänger der Putschregierung sei.

- Er dankte den Studenten der Azad-Universität in Karaj und sagte, es sei großartig gewesen, wie sie sich umgehend umorganisiert hätten, als die Sicherheitskräfte Vorbereitungen trafen, um die Demonstranten vor dem ursprünglich als Protestort geplanten Gebäude auseinanderzutreiben. Die Studenten hatten sich daraufhin kurzerhand vor einem anderen Gebäude versammelt. Dadurch hätten sie Konflikte vermieden.

‐ Er betonte, dass die Studenten verschiedener Universitäten sich gegenseitig unterstützen müssten, wenn die Regierung an einer Universität versucht, die Studentenbewegung zu stoppen. Andere Universitäten sollten als Unterstützung ebenfalls Aktionen beginnen. Beispiele dafür seien Proteste in Selbstbedienungsrestaurants, oder das Anbringen von Parolen in der Umgebung.

‐ Zum Schluss betonte er die Bedeutung der Kundgebung am 13. Aban und bezeichnete sie als außenpolitische Erklärung der Grünen Bewegung. Möglicherweise könnte dies der erste Schritt zur Schließung von Fabriken, Büros und Schulen sein.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

Mittwoch, 21. Oktober 2009

SIC Newsletter 20. Oktober 2009 - Deutsch

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ab nächster Woche wird der SIC Newsletter nur noch Samstags, Montags und Mittwochs erscheinen. Wichtige Informationen werden ggf. an anderen Tagen in Sonderausgaben veröffentlicht.

Pläne für die Zukunft
‐ Demonstrationen im "iranischen Stil" mit der ganzen Familie, an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stadt
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban, die eigentlich zum Gedenken an die Geiselkrise im Iran stattfindet.

Nachrichten
- Green Movement Path: Bei einem Treffen mit der Menschenrechtsgesellschaft und dem Nationalen Friedensforum hat Mehdi Karroubi die Schließung seiner Zeitung und seines Büros durch die Regierung kritisiert. Er sagte, er glaube nach wie vor nicht daran, dass der Druck auf die politischen Aktivisten die Reformbewegung des Volkes beeinträchtigen könne. Er sei bereit für alles, was auf ihn zukomme. Er lobte die Größe der Volksbewegung.

- Roozonline: Etwa 2000 Studenten der Azad-Universität in Karaj haben heute demonstriert. Hauptsächlich protestierten sie gegen die Wahlergebnisse und die Urteile gegen die Studenten der Azad-Universität in Teheran. Die Studenten riefen Parolen wie "Ya Hossein, Mir Hossein", "Tod dem Diktator", "Unabhängikeit, Freiheit, Iranische Republik", "Wir sind das Volk des Krieges, lasst uns weitermachen!", "Freiheit für die studentische Gefangenen" und "Freiheit für die politischen Gefangenen".
Anm. d. Übers.: Da ich die Videos nicht öffnen kann, die dem Newsletter beigefügt sind, poste ich stattdessen zwei andere aus der reichhaltigen Auswahl auf YouTube)



- Green Path Movement: Nach George Bush wurde nun der ehemalige Kulturminister Irans mit einem Schuh beworfen. Er nahm an einer Versammlung mit dem Titel "Großes Missverständnis" teil, die an der Universität Teheran stattfand. Nachdem er die Reformführer mit unangemessenen Worten bedacht und behauptet hatte, dass 10 der während der Wahlproteste Getöteten Basijis seien, wurden die Studenten ungehalten, das Treffen geriet außer Kontrolle, und jemand warf einen Schuh nach ihm.

- BBC: In einem von "Reporter ohne Grenzen" vorgelegten Bericht rangiert der Iran im weltweiten Pressefreiheits-Index auf Platz 172 von insgesamt 175 Ländern

Nachrichten von Verhafteten und Verstorbenen
- RadioFarda: Der iranisch-amerikanische Wissenschaftler Kian Tajbakhsh ist zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. Unterdessen hat der freigelassene iranisch-kanadische Reporter Maziar Bahari das Land verlassen.

- Green Path Movement: Das Aufnahme-Angebot der Vereinigung zur Unterstützung der Familien von Märtyrern an Neda Agha Soltans Mutter lehnte diese strikt ab. Sie sagte, Neda sei eine Märtyrerin des Weges des Volkes, nicht eine der Regierung.

Empfehlungen und Warnungen
In seinem heutigen Video ging Mohsen Sazegara auf die folgenden Punkte ein:

Die Revolutionsgarden haben sich mit der Bildung einer eigenen Informationsagentur unter direkter Aufsicht von Khamenei offen gegen das Volk gestellt. Diese Agentur kann von keinem Teil der Regierung überwacht werden.

Anlässlich der Demonstrationen am 4. November sollte die Gelegenheit genutzt werden, die Weltöffentlichkeit wissen zu lassen, welche außenpolitischen Vorstellungen die Grüne Bewegung hat. Parolen wie "Obama - mit uns oder mit ihnen" und ""No to east, No to west, Iran's green national government" (etwa "Nicht mit dem Osten, nicht mit dem Westen, Irans nationale Regierung ist grün") seien geeignet, um unsere Vision zu reflektieren.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

Dienstag, 20. Oktober 2009

SIC Newsletter 19. Oktober 2009 - Deutsch

Montag, 19. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
‐ Demonstrationen im "iranischen Stil" mit der ganzen Familie, an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stadt
- Samstags: Begleiten der Trauernden Mütter der Opfer der Grünen Bewegung im Laleh-Park
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban, die eigentlich zum Gedenken an die Geiselkrise im Iran stattfindet.

Nachrichten
‐ BBC/Kalameh: Zum ersten Mal seit der Wahl hat Mir Hossein ein online-Interview veröffentlicht. Zu den Diskusssionen über nationale Einheit und die Vorschläge zur Lösung der nach der Wahl entstandenen Probleme sagte er:
"Solange bestritten wird, dass es in unserem Land eine Krise gibt, solange die Mehrheit der Bevölkerung als Chaoten bezeichnet wird, solange die Menschen nichts zählen, solange das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung nicht respektiert wird, solange wird es keine integrierte Lösung dieses Problems geben."
In einem anderen Teil des Interviews nannte Moussavi den "Grünen Pfad der Hoffnung" eine öffentliche Bewegung mit dem Ziel, die Anliegen und Ideale der Menschen zu verwirklichen und ihre Rechte zurückzuerlangen. Er fügte hinzu: "Aus diesem Grund ist es in der gegenwärtigen Situation angebrachter, eine solche Bewegung ins Leben zu rufen, als eine politische Partei oder Front zu gründen, wenn wir auch die Wichtigkeit von politischen Parteien und Organisationen nicht außer Acht lassen dürfen."
Er fügte hinzu: "In der Tat ist der Kampf hier zu einer Lebensweise geworden, einem Leben, das andauert und unaufhaltsam ist. Man kann es nicht aufhalten"

(die englische Übersetzung, die dem Newsletter angehängt ist, findet sich hier:
http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/english-translation-of-mir-hossein.html
Die deutsche Übersetzung einer englischen Übersetzung von homylafayette findet sich hier:
http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/erstes-internet-interview-mit.html)


‐ Radio Farda: Am Samstag haben Mir Hossein Moussavi und seine Ehefrau Zahra Rahnavard die Familie von Mohsen Aminzadeh besucht, einem der Reformaktivisten, die nach der Wahl verhaftet wurden.

‐ BBC: Großayatollah Yusef Sanei hat Ayatollah Khomeinis Enkel Hassan Khomeini in Schutz genommen. Er sagte: Wie kann es einen Dialog mit jemandem geben, der Menschen als ausländische Agenten bezeichnet? Hassan Khomeini hatte sich geweigert, an der Amtseinführung von Mahmoud Ahmadinejad teilzunehmen und außerdem Sympathie für die Reformführer gezeigt.

‐ BBC: Asghar‐Oulady, ein Mitglied des Expertenrats, teilt mit, dass der von Hashemi Rafsanjani entworfene Plan über Wege aus der nach den Wahlen entstandenen Krise an Ali Khamenei weitergeleitet wurde.

‐ Radio Farda: Ayatollah Bayat Zanjani, einer der Großayatollahs von Qom, hat jeden zum Widerstand gegen die Abweichung von den, wie er sagte, "Prinzipien der Islamischen Republik" aufgerufen. Er sagte, die aktuelle Debatte im Iran sei ein Kampf zwischen zwei Denkweisen: "Der eine verteidigt die Islamische Republik, der andere glaubt überhaupt nicht an den Republikanismus, und der Islamismus wiederum interpretiert die Situation so wie er will."

‐ Network of Green Path Movement (JRS): Mir Hossein Mousavi und Mehdi Karroubi haben unabhängig voneinander die Selbstmordanschläge in Sistan und Baluchestan verurteilt. Moussavi betonte: "Unkontrollierte Gewalt, die aus Vorurteilen und Aberglauben an der Ostgrenze unseres Landes resultiert, sollte uns vor Augen halten, dass eine derartige Saat, wo und wann auch immer sie gesät wird, innerhalb weniger Jahre zum Wurzelwerk für tiefe Krisen werden und das Leben für die Menschen schwer machen wird."

‐ AUT (AmirKabir University Newsletter): 14 Studenten der Azad-Universität in Teheran dürfen die Universität nicht mehr betreten. Gleichzeitig wird von Zivilkräften in der Gegend um die Universität berichtet. Dem Bericht zufolge sammeln die Studenten Unterschriften gegen die Entscheidung der Universitätsleitung. Zuvor wahren mehrere studentische Aktivisten dieser Universität vom Universitätspräsidenten mit Ausschluss bedroht worden. Vier Studenten sind zudem vor das Untersuchungsbüro des Geheimdienstministeriums an der Vali Asr-Kreuzung geladen worden.

‐ Nowruz: Wir erhalten Berichte von zunehmendem Druck auf Studenten der Sharif-Universität. Demzufolge sind bisher mindestens 6 Studenten vor das Disziplinarkomitee der Universität geladen worden, 4 davon sind für die Dauer eines Semesters vom Studium ausgeschlossen worden. Natürlich hat die Kommission, die diesen Erlass ausgestellt hat, erklärt, dass es sich dabei um eine Primärentscheidung handelt, die revidiert werden kann.

‐ Rooydad: Am vergangenen Samstag hat eine Gruppe von Aktivisten für die Grüne Bewegung auf der Frankfurter Buchmesse mit Grünen Symbolen und Parolen auf Bucheinbänden ihre Unterstützung für die Bewegung gezeigt. Die Aktion fand vor dem Stand der Islamischen Republik statt. Fotos dieser Aktion:













































Nachrichten von Verhafteten, Vermissten und Verstorbenen
‐ ParliamentNews: Das ärztliche Komitee der Organisation der Mojaheddin der Islamischen Revolution hat sich in einem offenen Brief an den Justizchef besorgt über den Gesundheitszustand von Behzad Nabavi geäußert und darum gebeten, dass zwecks Ausräumung aller Zweifel ein Ärzteteam im Auftrag des Komitees Nabavi besuchen und in seine Behandlung einbezogen wird.

- Radio Zamaneh: Der Vorsitzende der "Kampagne 88" (Jugendorganisation der Anhänger von Mousavi und Khatami) Shahabaddin Tabatabaei sowie Hedayat Aghaei - führendes Mitglied der gemäßigten, reformnahen Partei Kargozaran-e Sazandegi ("Aufbaupartei") sind zu einer 5jährigen Haftstrafe auf Bewährung bzw. einer sofortigen 5jährigen Haftstrafe im Gefängnis verurteilt worden.

- Norouz: Maziar Bahari, der iranisch-kanadische Newsweek-Korrespondent im Iran, ist nach 118 Tagen Haft am Samstag aus dem Evin-Gefängnis entlassen worden.

- ParliamentNews: Mehrere Familien von nach der Wahl verhafteten ehemaligen Parlamentsmitgliedern haben mit einem Brief an Parlamentssprecher Ali Larijani bei der parlamentarischen Kommission "Artikel 90" eine Beschwerde gegen die Verantwortlichen für die Verletzung der Rechte von Häftlingen eingereicht. In der Beschwerde beriefen sich die Verfasser des Briefes auf verschiedene Artikel der iranischen Verfassung, darunter das Unschuldsprinzip, Verbot der Inhaftierung ohne vorliegenden Haftbefehl, das Recht auf einen [eigenen] Anwalt, Folterverbot und das Verbot der Missachtung legal Inhaftierter.

Empfehlungen und Warnungen
Zusammenfassung von Mohsen Sazegaras Videos vom Sonntag und Montag:
‐ Zum Angriff auf die Trauernden Mütter am Samstag durch Zivilkräfte sagte Sazegara, er halte diesen Vorfall für eine direkte Aktion der Revolutionsgarden mit dem Ziel, die Menschen einzuschüchtern.
Er betonte nochmals, wie wichtig es sei, diese Mütter zu unterstützen und bezeichnete diese Art von Versammlungen zudem als gute Möglichkeit, die Front des Kampfes auszuweiten und außerdem den betroffenen Familien zu helfen.

‐ Die Teilnahme an der Demonstration am 13. Aban sei sehr wichtig. Sazegara sagte, wir müssten um jeden Preis teilnehmen, auch wenn die Anhänger der Putschregierung auf verschiedenste Weise versuchen würden, dies zu verhindern.

‐ Mitglieder der Revolutionsgarden, die gegen den Putsch gewesen seien, würden im Stillen unter dem Deckmantel der Pensionierung ausgesondert und Repressionen ausgesetzt. Sazegara meint, dass diese Mitglieder die Unterstützer des Putsches in Bedrängnis brächten und dass nunmehr eine Kluft innerhalb des Kerns der Revolutionsgarden entstanden sei.

‐ Die Versammlungen anlässlich der Buchmesse bezeichnete er als positiven Schritt. Derartige Aktionen könnten sehr wirkungsvoll sein, wenn sie mit Umsicht realisiert werden.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

Sonntag, 18. Oktober 2009

SIC Newsletter 18. Oktober 2009 - Deutsch

Sonntag, 18. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
‐ Demonstrationen im "iranischen Stil" mit der ganzen Familie, an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stadt
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban, die eigentlich zum Gedenken an die Geiselkrise im Iran stattfindet.


Nachrichten
- Radio Farda: Der reformorientierte Präsidentschaftskandidat und Hauptkritiker der Wahlergebnisse Mir Hossein Mousavi sagte, sollte das Regime sich dem Willen des Volkes nicht beugen, so würden die Demonstrationen weiter gehen. Mousavi besuchte in Begleitung seiner Ehefrau Zahra Rahnavard die Familie von Mohsen Aminzadeh, einem reformorientierten Aktivisten, der im Gefängnis sitzt. Er sagte, die jüngsten Ereignisse seien sehr wichtig, und das Volk verlange seine Rechte.

- Radio Zamaneh: Jondollah hat sich zu dem heutigen Selbstmordanschlag in der Provinz Sistan und Baluchistan bekannt, in dem einige hochrangige Mitglieder der Revolutionsgarden und dutzende von Zivilpersonen getötet wurden. Der Anschlag ereignete sich heute Morgen um 8 Uhr.

- Norooz: Der erste Teil des erweiterten Statements der iranischen Partizipationsfront zu den öffentlichen Einlassungen des Teheraner Generalstaatsanwalts während des 4. Massenprozesses gegen nach den Wahlen Verhaftete ist veröffentlicht worden. Wie Norooz berichtet, geht das vom Zentralkomitee der Partei in vier Abschnitten verfasste Statement auf vier zentrale Punkte der Äußerungen des Staatsanwalts ein. Der erste Abschnitt ist [auf Persisch dem Original-Newsletter] beigefügt, der Rest wird nach und nach weitergegeben.

- Norooz: Berichten zufolge sind die Studenten der Sharif-Universität zunehmendem Druck ausgesetzt. Das Disziplinarkomitee hat mindestens 6 Studenten einbestellt, 4 davon wurden für die Dauer eines Semesters vom Studium ausgeschlossen. Wie der Amir-Kabir-Newsletter berichtet, werden diese Studenten beschuldigt, sich an einer Demonstration gegen die Rede des Wissenschafts- und Technologieministers Kamran Daneshjoo am 7. Mehr (1. Oktober) beteiligt zu haben. Dem Beschluss des Disziplinarkomitees zufolge sind diese Studenten nicht nur für ein halbes Jahr vom Studium ausgeschlossen, sondern dürfen außerdem das Universitätsgelände nicht betreten. Dies ist allerdings ein Primärurteil, das wieder aufgehoben werden kann.

- Mowjcamp: Mir Hossein Mousavi und seine Ehefrau Zahra Rahnavard haben gestern Frau Asgharzadeh, die Ehefrau des Stellvertretenden Außenministers der Regierung Khatami, Mohsen Aminzadeh, zu Hause besucht. Wie bei http://www.kaleme.com/ berichtet wird, erinnerte sich Mousavi an die Geschichte seiner Bekanntschaft mit Aminzadeh: "Meine Bekanntschaft mit ihm reicht zurück bis in die frühen Tage der Revolution; er begleitete mich auf beinahe allen meinen wichtigen Auslandsreisen, und ich habe immer von seinen Ansichten profitiert." Er beschrieb Aminzadeh als umsichtigen, starken und hart arbeitenden Mann, dessen Haft für das Land und für die Regierung ein großer Verlust sei.
(s. zu diesem Thema auch den Bericht von zamaaneh auf Deutsch: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/mousavi-besucht-familie-des.html, d. Übers.)

Nachrichten von Verhafteten, Vermissten und Verstorbenen
- Radio Zamaneh: Der Vorsitzende der "Kampagne 88" (Jugendorganisation der Anhänger von Mousavi und Khatami) Shahabaddin Tabatabaei sowie Hedayat Aghaei - führendes Mitglied der gemäßigten, reformnahen Partei Kargozaran-e Sazandegi ("Aufbaupartei") sind zu einer 5jährigen Haftstrafe auf Bewährung bzw. einer sofortigen 5jährigen Haftstrafe im Gefängnis verurteilt worden.

- Parliament News: Der Anwalt von Mohsen Safaei-Farahani teilt mit, dass sein Klient aus der Einzelhaft entlassen wurde. Weiter sagte er: "Die Handelskammer [in der Safaei-Farahani ein wichtiges Mitglied ist] hat unzählige Versuche unternommen, die Haft von Safaei-Farahani zu beenden. Es scheint allerdings, dass noch weitere Bemühungen seitens der Handelskammer erforderlich sind [bis er freigelassen wird]"

- ParliamentNews: Mehrere Familien von nach der Wahl verhafteten ehemaligen Parlamentsmitgliedern haben mit einem Brief an Parlamentssprecher Ali Larijani bei der parlamentarischen Kommission "Artikel 90" eine Beschwerde gegen die Verantwortlichen für die Verletzung der Rechte von Häftlingen eingereicht. Die Kommission "Artikel 90" ist verantwortlich für die Durchsetzung des Artikels 90 der Iranischen Verfassung und untersucht Beschwerden von Bürgern über Regierungsorganisationen. In der Beschwerde beriefen sich die Verfasser des Briefes auf verschiedene Artikel der iranischen Verfassung, darunter das Unschuldsprinzip, Verbot der Inhaftierung ohne vorliegenden Haftbefehl, das Recht auf einen [eigenen] Anwalt, Folterverbot und das Verbot der Missachtung legal Inhaftierter.

- Norouz: Maziar Bahari, der iranisch-kanadische Newsweek-Korrespondent im Iran, ist nach 118 Tagen Haft am Samstag aus dem Evin-Gefängnis entlassen worden. Wie JARAS mitteilt, gab die Generalstaatsanwaltschaft Teheran Baharis Freilassung am 17. Oktober bekannt, nachdem es wochenlang keine Freilassungen von nach den Wahlen Inhaftierten mehr gegeben hatte.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/

SIC Newsletter 17. Oktober 2009 - Deutsch

Samstag, 17. Oktober 2009

Pläne für die Zukunft
‐ Demonstrationen im "iranischen Stil" mit der ganzen Familie, an Donnerstag Abenden in Parks und in der Stad
‐ Verbreiten von Informationen über die Demonstration am 13. Aban

Nachrichten
-Radio Farda: In einem Brief an Ayatollah Nouri Hamedani hat Mehdi Karroubi dessen Äußerungen zu den Ereignissen nach der Wahl scharf kritisiert. Er sagte, diese Äußerungen zielten nicht auf eine Verurteilung der Unterdrücker, sondern auf die der Menschen ab. Karroubi bezeichnete die Ereignisse als "großen Aufruhr" und warf Ayatollah Nouri Hamedani vor, in dem "politischen Konflikt zwischen Protestierenden und der Regierung" nicht unparteiisch zu sein. Er sagte: "Sie stellen sich gegen die Nation, deren Rechte mit Füßen getreten werden." In früheren Äußerungen über die Unruhen nach der Wahl im Iran hatte Ayatollah Nouri Hamedani gesagt, die Vorwürfe der Vergewaltigungsvergehen in Gefängnissen richteten sich gegen das Ansehen der Islamischen Republik, und weiter: "Wenn diejenigen bereuen, die in die jüngsten Vorkommnisse involviert waren, wird es möglich sein, eine Koalition zu bilden."

- Radio Farda: Mir Hossein Moussavi und Mohammad Khatami haben am Freitag bei einem Treffen betont, dass die iranische Nation sich nicht durch Gewalt von ihrem Weg abbringen lassen wird. Wie Parleman News mitteilt, betonten sie ihre Verpflichtung gegenüber der Verfassung, dem ursprünglichen Vorbild der Revolution und der Unterstützung der Islamischen Republik. Sie äußerten Besorgnis über die gegenwärtigen Bedingungen, die schädlich für die Revolution, das Land und das Volk seien.

- Green Wave of Freedom: Der Teheraner Parlamentsabgeordnete Ali Motahari hat einen Lösungsvorschlag zur Beendigung der gegenwärtigen [politischen] Lage vorgestellt. Er erklärte: "Die Fundamentalisten sollten sich über ihre eigenen Fehler Gedanken machen, die Situation unvoreingenommen beobachten und fair in ihrem Urteil sein." - "Meiner Meinung nach war es der Präsident, der mit seiner besonderen Art, Debatten zu führen und Personen anzugreifen, die bei den Debatten nicht anwesend waren, die gegenwärtigen Unruhen ausgelöst hat und auch die Protestteilnehmer nach seinem Wahlsieg herausgefordert hat", fügte Motahari hinzu.

- Norouz News: Der frühere iranische Präsident Mohammad Khatami hat sich in einer kurzen Botschaft bei allen bedankt, die ihm zu seinem 66. Geburtstag gratuliert hatten. Er betonte darin, dass [man] "beständig und hoffnungsvoll auf Gottes Gnade hoffen und eine hellere Zukunft erwarten soll, ohne jemals die Hindernisse und Schwierigkeiten zu fürchten. Das wichtigste ist Wachsamkeit, Bewusstheit, Hoffung und Beständigkeit bei den Menschen selbst, denn diese Eigenschaften lösen [die Probleme]. Der wahre Held ist derjenige, der die Menschen als Helden respektiert und dessen Anstrengungen zum Ziel haben, den wahren Helden an seine eigene Kraft, Kompetenz und seinen Kampf auf dem Schlachtfeld glauben zu lassen."

- Norooz News: Der studentische Abgeordnete des Ministeriums für Bildung der Putschregierung hat in einem Interview über die Ausweisung mehrerer Studenten aus den Wohnheimen der Universitäten in Teheran, Shiraz und Isfahan in den vergangenen Tagen Stellung genommen. Er sagte, wenn ein Student nicht aufhört, die Atmosphäre in den Wohnheimen zu stören, könnte die Wohnheimleitung die betreffenden Studenten legal des Wohnheims verweisen. Jeder Wohnheimverweis könne aus diesem Grund und im Einklang mit dem Gesetz erfolgt sein.
Norooz, zufolge hatten Studenten der Universitäten in Teheran, Shiraz und Isfahan ihren Protest gegen die Putschregierung und die desaströsen Entwicklungen nach der Wahl zum Ausdruck gebracht, indem sie von der ersten Nacht des Herbstsemesters an in den Wohnheimen nachts "Allah-o Akbar" und "Tod dem Diktator" riefen.

- Norooz: Nachdem der prominente iranische Regisseur und Unterstützer der Grünen Bewegung unter Einziehung seines Passes an der Ausreise aus dem Iran gehindert wurde, hat die Festivalleitung des Mumbai Film Festival in einem Brief an den iranischen Botschafter in Indien die ungünstigen Auswirkungen von Jafar Panahis Fehlen auf dieses Festival hervorgehoben. Er sagte, die Angelegenheit werde unerwünschte Konsequenzen für die kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern haben. Wie Nowrooz mitteilt, waren Jafar Panahi und der berühmte amerikanische Drehbuchautor Paul Schrader prominente Jury-Mitglieder des Festivals. Panahi hatte bereits früher beim Filmfestival von Montreal seine Unterstützung für die Grüne Bewegung gezeigt.

- JARAS: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Menschenrechtslage im Iran scharf kritisiert und seiner Besorgnis über die Anwendung exzessiver Gewalt nach der Präsidentschaftswahl, die Misshandlung von Frauenrechtsaktivisten, den fortdauernden Hinrichtungen Minderjähriger und der fortgesetzten Verfolgung von Minderheiten wie den Baha'i Ausdruck verliehen. In einem 19seitigen Bericht als Reaktion auf eine Anfrage der UN-Generalversammlung zur Menschenrechtssituation im Iran im vergangenen Dezember sagte Ban, es gebe seit 2008 "negative Entwicklungen" im Bereich der zivilen und politischen Rechte. Seither sei "insbesondere in der Zeit nach den Wahlen eine Zunahme der Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen, Universitätsstudenten, Lehrer, Arbeiter und andere Aktivistengruppen" zu verzeichnen, sagte Ban. Der vollständige Wortlaut des Artikels steht unter http://news.bahai.org/story/732 zum Download bereit.

- Radio Farda: Am vergangenen Samstag, dem 10. Oktober fand anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe in Berlin ein Runder Tisch zum Thema "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" statt. Teilnehmer an dieser vom Iranian Youth Network organisierten Veranstaltung waren Payam Akhavan, früherer Ankläger am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslavien, Shadi Sadr, Anwältin und Frauenrechtlerin, Monireh Baradaran, politische Aktivistin, Parlamentsabgeordnete der Partei der "Grünen" sowie Vertreter von Amnesty International. Sie riefen die EU auf, die Menschenrechtsverletzungen im Iran nicht zu ignorieren.

Nachrichten von Verhafteten, Vermissten und Verstorbenen
- Green wave of freedom: Saeed Hajjarian, politischer Aktivist und Mitglied des Zentralrats der Islamischen Iranischen Partizipationsfront, ist zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er war nach den letzten Wahlprotesten verhaftet worden.

- Green wave of freedom: Mohamad Reza Maghiseh, Anhänger von Moussavi und Karroubi und gewähltes Mitglied der Kommission zur Untersuchung jüngster Vorwürfe über Misshandlung von Gefangenen, ist heute morgen verhaftet worden. Er ist auch Mitglied in der Journalistenvereinigung. Maghiseh ist das 3. Mitglied der Untersuchungskommission, das verhaftet wurde.

- Radio Farda/ Yahoo News (AFP): "Teheran hat am Samstag den iranisch-kanadischen Journalisten Maziar Bahari freigelassen, der im Juni während der gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Präsidentschaftswahl verhaftet worden war. Dies teilt die halbamtliche Nachrichtenagentur ILNA mit. "Maziar Bahari wurde am Samstag Abend gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 3 Milliarden Rial (300.000 $) aus dem Evin-Gefängnis entlassen" heißt es bei ILNA unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Teheran. Dem Bericht zufolge war Bahari im Juni verhaftet worden. Er wurde beschuldigt, durch falsche Wahlreportagen Propaganda gegen das Regime verbreitet zu haben, durch Teilnahme an illegalen Versammlungen die öffentliche Ruhe gestört zu haben, sowie im Besitz von Verschlussdokumenten zu sein.
Bahari, ein kanadischer Journalist iranischer Abstammung, arbeitet für das Magazin Newsweek und war nach den Präsidentschaftswahlen am 12. Juni verhaftet worden, aus denen Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad siegreich hervorging. Er lebt seit 10 Jahren im Iran. Kanada hatte wiederholt seine Freilassung gefordert."

- Green wave of freedom: Elaheh Mojarady, die Ehefrau des Generalsekretärs der Islamischen Iranischen Partizipationsfront (Reformer) Mirdamadi, gab bekannt, dass er aus der Einzelhaft in eine gemeinsame Zelle mit dem Sprecher der Reformregierung Abdollah Ramezanzadeh verlegt worden ist. In einem Interview mit Rooz Online fügte sie hinzu:
"Mit Ausnahme einiger Nichtjournalisten, die noch immer in Einzelhaft gehalten werden, befinden sich keine politischen Gefangenen mehr in Einzelhaft, sondern in Zellen mit 2 oder 3 Personen." Wie sie sagte, werden zur Zeit die Anklageschriften vorbereitet.

Empfehlungen und Warnungen
Folgende Punkte werden im aktuellen Video von Mohsen Sazegara angesprochen:
Es gibt Berichte, dass die Basij für die Woche vor den für den 13. Aban geplanten Protesten - die zufälligerweise die jährliche Woche der studentischen Basij ist - vorhaben, in den Straßen mit guten Taten Präsenz zu zeigen und so ihr nach den Wahlen entstandenes negatives Image aufzupolieren.
Sollte dies der Fall sein, empfiehlt Sazegara der Bevölkerung, dasselbe zu tun wie die Serben: sie sollten den Basijis grüne Schals umhängen und erklären, dass die Basij sich endlich dem Volk angeschlossen hätten. Er fügte hinzu, dass die aktuelle Situation in der Führungsriege der Revolutionsgarden diskutiert werde, weil sie die Präsenz der Basijis auf den Straßen fürchteten. Ihnen wäre es lieber, dass die Basijis unsichtbar hinter den Kulissen agierten. Darum tragen auch viele bezahlte Sicherheitskräfte Zivilkleidung statt Uniform.

Es gibt Informationen über weitreichende Meinungsverschiedenheiten unter einzelnen Mitgliedern der Garde. Es heißt, dass viele sich weigern würden, am 13. Aban auf die Straße zu gehen, wenn großangelegte Proteste geplant sind.

Zu den Äußerungen von Ayatollah Jannati beim letzten Freitagsgebet sagte Sazegara, diese zeigten, dass er Angst vor der Solidarität der Menschen (wie sie am Quds-Tag sichtbar war) habe, und dass er der Meinung sei, die Menschen müssten mit Gewalt unterdrückt werden.
(s. dazu auch http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/10/freitagsgebet-15102009-ayatollah-janati.html, d. Übers.)

Zu Gerüchten über Khameneis Tod sagte er, solche Gerüchte verursachten Unruhen in den Reihen der Garden.

E-Mail: student.information.center@gmail.com
Tel: +1 (253) 234-IRAN , +1 (253) 234-4726
Newsletter abonnieren: http://groups.google.com/group/student-information-center
Twitter: IranSIC

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original unter: http://groups.google.com/group/student-information-center
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

****
Zusätze:

1. Projekt "German Media for Iranians in Iran"
Unterstützung für Iraner im Iran, Druck auf das Regime
Mehr erfahren
auf Facebook unterstützen

2. Wichtiger als man denkt: Unterstützer, Mitglieder, Übersetzer gesucht für neue Facebook-Gruppe zur Übersetzung von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema Iran, die nicht in den Massenmedien erscheinen.
Warum mitmachen? Nicht nur für diese Facebook-Gruppe gilt: Je mehr Übersetzungsaktivitäten öffentlich sichtbar sind, desto mehr Druck entsteht für das iranische Regime. Darum hilft auch eine passive Mitgliedschaft in der Gruppe der Sache sehr, da sie den Verbreitungsgrad der Aktivitäten gegen das Regime dokumentiert.

3. Aktuelle Veranstaltungstermine in Deutschland (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit, Änderungen und neue Termine können hinterlassen werden)

4. United4Iran Deutschland: http://www.united4iran.de/

5. Deutsche Übersetzungen von Blogs, Artikeln und Nachrichten zum Thema jenseits der internationalen Massenmedien: Julias Blog

6. Sammlung aller aktuellen UN-Petitionen zum Iran (mit freundlicher Genehmigung von @nedaagain): http://petitionsforiran.wordpress.com/