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Samstag, 25. Juli 2009

Green Brief #38 (24. Juli 2009) - Deutsch

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar – twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Zusammenstellung der Nachrichten aus Iran, die ich über Twitter und dort angegebene iranische Webseiten erhalten habe. Denkt daran – all dies stammt aus Twitter. Meine Arbeit wird unter Creative Commons (CC) veröffentlicht.

Hier sind die wichtigen Ereignisse vom Freitag, dem 24. Juli 2009, die ich bestätigen kann:

* Informationen über das Flugzeugunglück in Iran sind hier zu finden: http://www.chicagotribune.com/news/n...tory?track=rss

Proteste/Unruhen

1. Am Samstag, dem 25. Juli werden in über 100 Städten weltweit Protestveranstaltungen in Solidarität mit der Grünen Bewegung stattfinden. Die Initiative wird von United4Iran angeführt. Da ich nicht nur Journalist, sondern auch Menschenrechtsaktivist bin, werde ich persönlich an einer der Veranstaltungen teilnehmen und möchte eindringlich jeden dazu aufrufen, ebenfalls teilzunehmen und seine Freunde und Verwandten mitzubringen. Shirin Ebadi wird an der Veranstaltung in Amsterdam teilnehmen. Informationen über Veranstaltungsorte gibt es unter www.united4iran.com

Als Bestandteil des Protesttages wird zwischen 19 und 21 Uhr eine riesige grüne “Schriftrolle” aus Stoff in der Nähe des Eiffelturms ausgestellt. Aktuelle Informationen dazu unter OpenDNS

2. Die Familien vieler politischer Gefangener planen für morgen, 10 Uhr einen Protest vor dem Evin-Gefängnis. Sie haben schon in der Vergangenheit vielfach dort protestiert.

3. Der Hungerstreik vor dem UN-Hauptgebäude in New York wurde heute fortgesetzt. Viele prominente Iraner, Amerikaner und Vertreter anderer Nationalitäten nahmen daran teil. Noam Chomsky, ein prominenter amerikanischer Linguist und Philosoph, erklärte der Presse gegenüber: “Menschen in der ganzen Welt lernen vom Kampf der Iraner”.
(Foto: chomsky_hunger_strike_2.jpg (image)

4. Vor dem Nokia Theater in Los Angeles fand eine Anti-Nokia-Protestveranstaltung statt. Die Teilnehmer prangerten den Verkauf von Überwachungstechnik an das iranische Regime durch die Telefongesellschaft an, die das Abhören von Telefon- und Internetdaten der Protestteilnehmer in Iran ermöglicht. Ein Bild der heutigen Proteste ist hier zu finden: Picasa Web Albums - Mere Rhetoric Blog (bitte Vorsicht, am Anfang sind drastische Bilder zu sehen)


Opposition

5. Ayatollah Montazeri äußerte sich in einem Brief an Mahdi Karroubi “schockiert und betroffen” über den Angriff auf Karroubi und Abdollah Nouri am vergangenen Freitag. Sie waren auf ihrem Weg zum Freitagsgebet an der Univerisät Teheran von Sicherheitskräften angegriffen, geschubst und beleidigt worden. Montazeri wiederholte seinen Standpunkt, dass “die Legitimität einer Regierung
– wie in der iranischen Verfassung erwähnt - in der Unterstützung durch die Mehrheit der Bevölkerung eines Landes begründet” sei.

Weiterhin schreibt er: “Es ist bedauerlich, dass die Regierung sich vor friedlichen Protesten und der Teilnahme von Politikern wie Karroubi fürchtet”. Er gab die Schuld an der Gewalt und dem Blutvergießen “denen, die den Sicherheitskräften die Macht gaben, solche Dinge zu tun”. Er schloss mit der Warnung: “Die Regierung muss auf die STIMME seines Volkes hören und auf dessen legitime Forderungen eingehen, um das öffentliche Vertrauen in die Islamische Republik wiederherzustellen”.

6. Großayatollah Saneie in Qom sagte noch einmal, dass “erpresste Geständnisse von Häftlingen keinerlei legalen oder rationalen Wert” hätten und “unislamisch” seien. Er fügte hinzu: “Wenn auch Häftlinge gemäß dem Islam lügen dürfen, um Folter zu entgehen, so begeht doch jeder, der Geständnisse durch Folter ERZWINGT, eine schwere Sünde.” Er stellte fest: “JEDE Form der Folter von Häftlingen ist illegal und unislamisch.” Saneie hatte zuvor den Nachrichtensender IRIB wegen der Ausstrahlung erpresster Geständnisse von Inhaftierten heftig kritisiert.

7. Sayed Mohammad Khatami hat heute die Familien von drei inhaftierten politischen Gefangenen zu Hause besucht. Bei den Inhaftierten handelt es sich um Saeed Leylaz, Abbasmirza Abotalebi und Davood Solaimani. Khatami forderte nochmals die “sofortige und bedingungslose Freilassung aller während der Proteste nach der Wahl inhaftierten oder anderweitig mit der Grünen Bewegung in Verbindung stehenden Menschen”.

8. Am 22. Juli hatten wir berichtet, dass 306 konservative Geistliche des Priesterseminar-Verbandes in Qom (“Qom’s Seminary Teachers Association”) in einem veröffentlichten Statement Ayatollah Yazdis Zurückweisung der von Rafsanjani während seiner letzten Freitagspredigt geäußerten Forderungen unterstützt hatten. Neuere Berichte lassen allerdings darauf schließen, dass das Statement der Feder des Chefredakteurs der Zeitung Keyhan entstammt. Berichten zufolge wurde er von Ayatollah Hejazi damit beauftragt – einem konservativen Kleriker aus Qom. Wenn auch die meisten Geistlichen in dem Verband erzkonservativ sind, ist dies dennoch ein Zeichen für die Regierungspropaganda gegen die Grüne Bewegung.


Regierung/Internationales

9. Der Bürgermeister von Teheran, Mohammad Baqer Ghalibaf, hat Ahmadinejad aufgefordert, Mashaie umgehend zu entlassen und hat ihn und seine Ehefrau als “Heuchler” bezeichnet. Er schließt sich damit diversen anderen prominenten Konservativen an, die aufgebracht über die Ernennung von Mashaie zum Vizepräsidenten sind. Khamenei hatte Ahmadinejad letzte Woche in einem persönlichen Schreiben dazu aufgefordert, Mashaie von dem Posten zu entfernen.

10. Innerhalb weniger Stunden gab Sayed Mojtaba Samareh Hashemi, ein hochrangiger Assistent Ahmadinejads, bekannt, dass “Esfandiar Rahim Mashaie sich nicht länger als Vizepräsident von Iran” betrachte und bereit sei , “jede andere Position anzunehmen, um der Islamischen Republik zu dienen”. Auf Mashaies Website findet sich allerdings nichts über seinen plötzlichen Rückzug. Es gibt noch keinen Hinweis auf einen Nachfolger.

(“Enduring America” hat eine interessante Kritik der Darstellung der Mashaie-Affäre durch die Massenmedien veröffentlicht: Iran: How the “New Media” Tore Down the Gates of the “Mainstream” | Enduring America)

11. Der US-Senat hat letzte Nacht einstimmig einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf angenommen, mit dem Mittel bereitgestellt werden sollen, um Iranern besseren Zugang zu Nachrichten und Informationen zu verschaffen. Teilweise soll damit die Zensur von Nachrichten und Informationen durch die iranische Regierung ausgeglichen werden. Insgesamt werden für dieses “Victims of Iranian Censorship (VOICE)” genannte Gesetz fast 55 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden.

12. Sayed Reza Akrami, Generalsekretär der Predigervereinigung (“Society of Preachers”) in Teheran, wurde von der Regierung aus seiner Position entlassen. Wie berichtet wurde, hatten Mitglieder der Vereinigung sich über seine politischen Ansichten beschwert. Akrami hatte Mir Hossein Mousavi während der Wahl unterstützt und darüberhinaus eine kleine konservative Partiengruppe geleitet, die Mousavis Kandidatur unterstützte.

13. Das Freitagsgebet wurde heute von Ahmad Khatami geleitet. Es waren etwa 10.000 Menschen anwesend – ein lauer Abklatsh von dem, was letzten Freitag zu sehen war. Khatami kritisierte zum wiederholten Male die Grüne Bewegung und alle Politiker und Aktivisten, die sie anführen oder unterstützen. Nach der Predigt protestierten ca. 300 Regierungstreue gegen Rafsanjani. Der Protest dauerte wenige Minuten; die meisten Teilnehmer waren Berichten zufolge auf dem Weg zu Bushaltestellen, und es wurden nur einige Rufe laut.
Der Nationale Islamische Rat hingegen, ein reformorientiertes Organ von Geistlichen und Politikern, befürwortete heute Rafsanjanis Freitagspredigt.


Verhaftungen/Entlassungen/Todesfälle


14. Ein Überlebender der brutalen Übergriffe auf dem Baharestan Square vom 23. Juni hat sich heute geäußert und bestätigt, dass er von einem Basij mit einer Axt angegriffen wurde. Er erholt sich eigenen Angaben zufolge zur Zeit von seinen Verletzungen. Es ist anzumerken, dass dieser Mann in der Vergangenheit eine verlässliche Informationsquelle für Nachrichten aus Teheran war.

15. Berichte weisen darauf hin, dass viele iranische Professoren - zur Zeit wegen Teilnahme an den Protesten nach der Wahl und/oder Unterstützung für die Grüne Bewegung in Haft – höchstwahrscheinlich aus ihren Ämtern entlassen werden. Viele von ihnen lehren an der Universität Teheran. Der Verlust dieser Professoren würde die akademische Reputation der Universität schwer schädigen.

16. Der Vater eines getöteten Protestteilnehmers – Masood Hashemzadeh – wurde gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Seine Familie wurde angewiesen, KEIN Begräbnis für Masood abzuhalten, keine schwarzen Trauerflaggen außerhalb ihres Hauses aufzuhängen und nicht mit ausländischen Medien zu sprechen. Auch Nedas Familie wurde gedroht, um Trauerveranstaltungen zum Gedenken an ihrem 40. Todestag zu verhindern. Zuvor hatte das Informationsministerium heute bekanntgegeben, dass Familien getöteter Protestteilnehmer kein Recht hätten, Gedenkveranstaltungen für ihre Angehörigen abzuhalten.

17. Hossein Shariatmadari – Chefredakteur der Tageszeitung Keyhan – hat in einem Leitartikel Ahmadinejad bezüglich der „Mashaie-Affäre“ kritisiert. Er schreibt, „Ahmadinejads Zögern bei der Entlassung Mashaies, selbst nachdem er einen Brief von Khamenei erhalten hatte, zeige nur sein mangelndes Verständnis des Islam“.


Medien

18. Amir Reza Khadem, ein konservatives Parlamentsmitglied, berichtet in seinem Blog, dass seine Bilder und Videos in Sendungen und Veröffentlichungen von IRIB nicht mehr gezeigt würden. Er fügte hinzu: „Dies ist eine Vergeltungsmaßnahme dafür, dass ich letzte Woche an der Freitagspredigt von Hashemi Rafsanjani teilgenommen habe“.


* Während die iranische Regierung weiterhin über den „Feind Großbritannien“ wettert, hat ein iranischer Blog Fotos veröffentlicht, auf denen Gholam-Ali Haddad Adel, ein früherer Parlamentsvorsitzender im iranischen Parlament, offenbar beim Einkaufen in London zu sehen ist. Wenn Sie Londoner sind, können Sie die Fotos gern authetifizieren. Es sollte erwähnt werden, dass Adel auch der Schwiegervater von Khameneis Sohn Mojtaba Khamenei ist, der, wie weithin vermutet wird, die treibende Kraft hinter der Unterdrückung der Proteste ist.

Link: Freedom 4 persia: حداد عادل در انگليس- زیارت قبول حاج آقا

*Diskussionen, Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_38 ; wenn die Seite nicht existiert, bitte einrichten.

**Wenn Sie den Green Brief weiterveröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite:
For Bloggers, News Sites and Forum who want to republish the Green Brief Plesae Read! - Why We Protest - IRAN

***Für Radiosender: Green Brief Pronounciation Guide - Why We Protest - IRAN
****Eine Liste aller Green Briefs: The Green Briefs
*****
einen herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Gegenlesen und sehr wertvolle Tipps.

Auch ein großes Dankeschön an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit aufbringen, um diese Informationen so weit wie möglich zu verbreiten.



Für alle, die helfen wollen oder Hilfe brauchen:


Helfer:

A. Verbreiten Sie diesen Link weiter und lassen Sie andere wissen, was im Iran vor sich geht.
B. Diskussionen/Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_38
C
: Iranmapping: iranmap.whyweprotest.net; für alle, die helfen möchte, diese Informationen aus dem Iran in einem räumlich-geografischen Zusammenhang aufzubereiten, gibt es Anleitungen unter IranMapping - Anonymous Intelligence Collective
D. Die iranische Regierung filtert und drosselt nach wie vor zunehmend den Internetverkehr, um die Menschen zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen Informationen über Proxy und Tor. Bitte spenden Sie Bandbreite, um den iranischen Vorhang überwinden zu helfen.
Unter den folgenden Links finden Sie Hilfe:

Englisch:

http://torir.org/ TOR Browser Bundle
http://torir.brokep.com TOR Browser Bundle
http://img1.anonbw.com TOR Browser Bundle
Tor]TinyURL.com - shorten that long URL into a tiny URL and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain | Ian's Brai

Persisch:
http://torir.org/index.html.fa TOR Browser Bundle
http://tinyurl.com/m6k3a9or: آنلاين Tor

[B]Videokanäle und Tor:
Gonzo Times Torrents List (82 videos)



Original (englisch):
http://iran.whyweprotest.net/green-brief/19431-green-brief-38-july-24-a.html

(übersetzt von Julia)

Freitag, 24. Juli 2009

Green Brief #37 (23. Juli 2009) - Deutsch

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator auf Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner.
Dies ist eine Zusammenstellung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter-Nachrichten und iranischen Webseiten, die auf Twitter bekannt gemacht wurden, gesammelt habe. Es ist zu beachten: Alle nachfolgenden Informationen basieren einzig auf Twitter-Nachrichten. Meine Arbeit erscheint unter den Konditionen von Creative Commons (CC).

Die folgenden wichtigen Ereignisse kann ich von Donnerstag, dem 23. Juli 2009 bestätigen:

Protestaktionen, Unruhen

1. Duzende iranischer ArmenierInnen und IranerInnen demonstrierten heute vor dem Büro der Fluggesellschaft Caspian Airlines in Teheran. Ein Journalist, der über die Proteste berichtete, wurde verhaftet, später aber wieder freigelassen. Die Protestierenden verlangten Auskunft darüber, weshalb ein Flugzeug der Gesellschaft in der letzten Woche auf dem Weg von Teheran nach Eriwan, Armenien, nahe der Stadt Kaswin abgestürzt war. Sicherheitskräfte lösten die Demonstration auf. Vertreter der iranischen Regierung sagten, es werde weitere zwei Monate dauern, bis die Untersuchungen abgeschlossen seien.

2. Der Hungerstreik vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York wurde heute trotz heftigen Regens fortgesetzt. Demonstrierende sangen Lieder der Revolution von 1979, forderten die Gewährleistung der Rechte der Menschen im Iran und sprachen sich gegen Militäraktionen gegen den Iran aus. Siehe die folgenden Bilder – mit herzlichen Grüßen von Mehdi Saharkhiz: onlymehdi, People singing so many ppl even in the rain

3. Die EinwohnerInnen Teherans haben für diesen Samstag Protestaktionen geplant. Einzelheiten darüber werden bekannt gegeben, sobald sie vorliegen. Die Menschen in Teheran riefen auch in der letzten Nacht “Allah-o-Akbar”-Sprechchöre, einige gingen durch die Straßen und riefen “Tod dem Diktator” (“Death to the Dictator”) und “Allah-o-Akbar.”


Opposition

4. In einer heute veröffentlichten Erklärung sagte Moussawi „Wir werden nicht aufhören, bevor nicht der letzte Inhaftierte von der Regierung freigelassen wurde.“ Moussawis Ehefrau, Zahra Rahnavard, erklärte: “Die Regierung kann so viele Lügen erfinden wie sie will, aber die Menschen im Iran werden niemals auch nur eine der Anschuldigungen gegen meinen Bruder glauben.“ Sie fügte hinzu: „Mein Bruder ist nur einer unter vielen anderen iranischen Brüdern und Schwestern, die inhaftiert wurden – deshalb habe ich seinen Namen nicht an die Presse weitergegeben. Abschließend deutete sie an, sie wolle für die Freiheit ihres Bruders kämpfen.

5. Hossein Chomeini, ein Enkel von Imam Chomeini, sagte der BBC in einem Interview, eine islamische Regierung habe im Islam keine rechtliche Grundlage, wenn sie nicht vom Propheten Mohammed oder einem der 12 Imame geführt werde. Damit deutete er an, dass die gegenwärtige Regierung keine rechtliche Grundlage im Islam habe.
Er fügte hinzu, die derzeitige Verfassung und Regierung könne nicht verändert werden, solange der Posten für einen geistigen Führer als Staatsoberhaupt existiere [Formlierung geändert von Julia]. Dabei stehe die geistige Führung dem Propheten und den 12 Imamen zu. 11 Imame sind tot und von einem heißt es unter den Gläubigen, er verstecke sich seit mehr als einem Jahrtausend. Chomeini verurteilte die Regierung wegen der Tötung friedlicher DemonstrantInnen und wegen willkürlicher Verhaftungen.


Regierung, Internationales

6. Inzwischen wurde bestätigt, dass Mohammad Yazdi, der Schriftführer des Expertenrates, einen Brief geschrieben hat, in dem er die Rede Rafsandschanis beim Freitagsgebet verurteilte. Yazdi forderte ihn auf, seine Ansichten zu revidieren. Obwohl der Brief im Namen des gesamten Rates verbreitet wird, deuten Berichte darauf hin, dass er nur von einem Viertel der Mitglieder unterzeichnet worden sei. Ein weiteres Viertel habe sich geweigert, dies zu tun

7. Der staatliche iranische Rundfunk (IRIB) hat die Ernennungsurkunden Ahmadinedschads für mehrere seiner neuen Mitarbeiter veröffentlicht, darunter:
1: Asfandyar Rahim Mashaie als Erster Vizepräsident
2: Mehrdad Bazrpash als Direktor der staatlichen Jugendorganisation
3: Parvez Davoodi als Erster Berater des Präsidenten
4: Sayed Mojtaba Samareh Hashemi als Erster Assistent des Präsidenten
5: Ali Akbar Salehi als Direktor der staatlichen Atomenergiebehörde
6: Mohammad Javad Hajali Akbari als Präsidentenberater für Jugendangelegenheiten
7: Masood Zaribafan als Direktor der Märtyrerstiftung und für die Angelegenheiten von Veteranen
8: Hamid Baghaie als Direktor des Amtes für Kulturelles Erbe, Tourismus und Kunsthandwerk

8. Der für das Nachrichtenwesen zuständige Minister kündigte an, SMS-Dienste würden schrittweise wieder aktiviert werden. Die SMS-Dienste im Iran sind seit mehr als einem Monat im Wesentlichen unterbrochen, da man annahm, DemonstrantInnen würden sie benötigen, um ihre Protestaktionen zu koordinieren.

9. Ahmad Chatami, ein Mitglied des Expertenrates und geistlicher Hardliner, gab heute bekannt, dass “ Ahmadinedschad seine Treue zu Chamenei beweisen wird, indem er Mashaie in Kürze von seinem Posten als Vizepräsident entfernen wird.“ Chamenei hat bereits seinen ausdrücklichen Wunsch geäußert, Mashaie solle aus dem Amt entfernt werden.

10. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme hat Ayatollah Dastegheyb die Freitagspredigt Rafsandschanis ein weiteres Mal gelobt und die Regierung aufgefordert, den Forderungen Moussawis, Karubis und Rezais Gehör zu schenken. Er rief die IranerInnen zu Einheit auf und fügte hinzu: “Ausländer werden niemals die Freunde Irans sein – Einheit unter den Iranern ist die Lösung für die Probleme Irans.“

11. Auf der anderen Seite veröffentlichte Ayatollah Ali Akbar Gharshi ebenso eine schriftliche Erklärung, die an Regierungsvertreter und Oppositionsführer geschickt wurde. Darin kritisierte er die Freitagspredigt Rafsandschanis. Gharshi, der ein Vertreter der Provinz West Aserbaidschan im Expertenrat ist (dem Rafsandschani vorsitzt) sagte Rafsandschani: „Es hat mich sehr geschmerzt und bestürzt zu sehen, dass Sie nicht in der Lage waren, sich vom Aufruhr auf den Straßen fern zu halten.“ Er forderte Rafsandschani auf, dies zu beenden, bevor seine „Leistungen und leuchtende Vergangenheit“ verdürben.

12. Ayatollah Abolghasem Khazali kritisierte Rafsandschanis Predigt ebenfalls und sagte, die Wahlen seien ein großartiges Ereignis gewesen. Er deutete an, Gefangene sollten nicht freigelassen werden, da sie in Gewaltaktionen verwickelt seinen. Es sollte erwähnt werden, dass der Sohn von Ayatollah Khazalis während der Demonstrationen festgenommen wurde und inzwischen auf Kaution freigelassen wurde.

13. In einem Interview mit der BBC sagte US-Außenministerin Hillary Clinton: „Die internen Auseinandersetzungen im Iran, haben es ihnen erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht, sich irgendwie diplomatisch zu betätigen. Das bezieht sich nicht nur auf uns, sondern auch auf alle anderen, wie etwa die P5+1 [die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates plus Deutschland]. Es ist so vieles liegen geblieben.“

14. Schweden, das derzeit die wechselnde Präsidentschaft der EU für sechs Monate innehat, hat die iranische Regierung aufgefordert, Clotilde Reiss, eine französische Staatsangehörige, die seit Wochen im Evin-Gefängnis festgehalten wird, unverzüglich freizulassen.
Verhaftungen, Freilassungen, Tötungen

15. Saeed Shojaiezadeh und Khosro Mousvivand, Studierende der Naft Universität in Ahvaz, wurden gestern freigelassen. Der Vater des getöteten Demonstranten Masood Hashemzadeh wurde in seinem Haus von Zivilpolizisten verhaftet. Sein Haus wurde durchsucht und dabei viele Gegenstände aus dem Besitz Masoods beschlagnahmt. Masood starb während der Proteste am 21 Juni auf der Shademan-Allee, nördlich der Azadi-Straße.

16. Weitere Personen wurden in den vergangenen Tagen verhaftete, darunter in Mahabad der Gründer der Zeitung "Mahabad Monthly“ Ahmad Bahri, und in Maghan der Aktivist Jafar Agha-Mohammadi. Ramin Sultankhwah, Saeed Kashani, Zafar Mogheemi, Saeed Shamsaie und Abbas Zareh-Haqeeqi wurden in Gonabad festgenommen.

17. Weitere Berichte deuten an, dass der vermisste Demonstrant Alireza Eftekhari bei den Protesten doch getötet wurde. Mohsen Rohulamini, der Sohn des ehemaligen Direktors des Teheraner Pasteur-Instituts, von dem befürchtet wurde, er sei inhaftiert, ist bestätigten Berichten zufolge ebenfalls während der Demonstrationen ums Leben gekommen. Fahimeh Solahshoor, eine weitere Demonstrantin, starb bestätigten Berichten zufolge in einem Krankenhaus an Kopfverletzungen, die sie sich während der Proteste am 14. Juni zugezogen hatte. Auch der Tod von Maisam Ebadi, einem 17-jährigen Demonstranten, am 13. Juni wurde inzwischen bestätigt.

18. Der Sohn von Isa Saharkhiz, Mehdi Saharkhiz berichtete, sein Vater habe aus dem Evin-Gefängnis angerufen. Nach Auskunft von Mehdi befindet sich sein Vater derzeit in Einzelhaft. Mehdi sagte, sein Vater habe von mehreren gebrochenen Rippen berichtet. Er gab keine Auskunft darüber, ob sein Vater gefoltert worden sei.

19. Teilweise bestätigte Berichte deuten darauf hin, dass viele Inhaftierte inzwischen in einem Gebäude in Shorabad (nahe dem Beheshte-Zahra-Friedhof in Teheran) festgehalten würden, dass früher als Drogenentzugszentrum genutzt wurde. Den Berichten zufolge habe das Evin-Gefängnis inzwischen die Kapazitätsgrenze erreicht und nur noch wichtige Gefangene würden dort festgehalten. Die übrigen „StraßendemonstrantInnen“ seien zu vorübergehenden Verwahrungsorten gebracht worden.

20. Bestätigten Berichten zufolge plant Chamenei, viele Inhaftierte zu begnadigen und/oder ihre Haftzeit zu verkürzen, um die Aussöhnung voranzubringen.

21. Die Mütter von Sohrab A’rabi und Ashkan Sohrabi trafen sich heute begleitet von vielen anderen Frauenrechtsaktivistinnen mit der Mutter von Neda Agha-Soltan.

22. Ein iranischer Fotograf, Ali Zareh, der festgenommen und nach 40 Stunden in Haft von Sicherheitskräften wieder freigelassen worden war, hat ein Video von seiner Festnahme, Haft und Folter auf Youtube veröffentlicht. In dem Video bestätigt Zareh, zwei der Männer, die an seiner Verhaftung beteiligt waren, seien Libanesen gewesen. Der „Green Brief“ hat wiederholt bestätigt, dass sich Ausländer in den Reihen der iranischen Sicherheitskräfte befinden.
Hier ein Link zu dem Video: YouTube - Ali Zare, photographer, talks about his detention in Iran


Medien

23. Ayatollah Nasser Makarem-Shirazi kritisierte heute den staatlichen iranischen Rundfunksender IRIB für seine, wie er sich ausdrückte, „aggressive“ und „unfreundliche“ Sprache gegenüber der Opposition und bat um Mitgefühl und Freundschaft.

Lesen Sie weiter, wenn Sie helfen oder Hilfe erhalten möchten:

A. Sie können diesen Link twittern und dazu beitragen, dass Andere mitbekommen, was im Iran vor sich geht.
B. ****Diskussion/Anmerkungen (englisch): http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_33
C. Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden.

Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:

Deutsch: Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)
Info
und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de

Englisch: Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain Ian's Brain

Farsi (persisch):
Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor

Helfen Sie uns, mehr Brücken mit Tor aufzubauen: http://gonzotimes.net/?page_id=500
Video Torrents: http://gonzotimes.net/?page_id=500

Diskussion/Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_36 ; wenn das Dokument noch nicht existiert, erstellen Sie es bitte einfach neu.

Wenn Sie den Green Brief veröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite: http://tinyurl.com/mjxrz3
Für Rundfunksprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk
Liste aller Green Briefs: The Green Briefs
Ein großes Dankeschön an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und für viele wertvolle Hinweise. Vielen Dank auch an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit einsetzen, damit diese Informationen so viele Menschen wie möglich erreichen.


Original (Englisch):
http://iran.whyweprotest.net/green-brief/18904-green-brief-37-july-23-a.html
Übersetzt von Josh unter Nachrichten zur Situation im Iran

Donnerstag, 23. Juli 2009

Green Brief #36 (22. Juli 2009) - Deutsch

Original siehe http://tinyurl.com/ltrng5.

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Sammlung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter und dort angegebenen Webseiten zusammengestellt habe. Beachten Sie bitte, dass alles hier von Tweets stammt. (Meine Arbeit erscheint unter den Bedingungen von Creative Commons (CC).).

Hier sind die wichtigen Ereignisse von Mittwoch, 22. Juli 2009, die ich bestätigen kann.

Proteste/Unruhen

Dutzende Menschen versammelten sich letzte Nacht in der Nähe von Sohrab A'rabis Haus. Sie skandierten "Tod dem Diktator" und verlangten Freiheit für das iranische Volk. A'rabi gehört zu den von der iranischen Regierung nach den Wahlen Ermorderten.

Es gab erneut eine Kundgebung von Familien von Verhafteten vor dem dem Evin-Gefängnis. Dutzende versammelten sich, um die Freilassung ihrer Angehörigen zu fordern. Andere verlangten nach Auskunft über den Verbleib ihrer verschwundenen Familienmitglieder. Eine große Anzahl iranischer Demonstranten werden an einem unbekannten Ort festgehalten und die Regierung verweigert die Herausgabe von Informationen über ihren Verbleib.

Der geplante Hungerstreik zur Unterstützung der Grünen Bewegung begann heute vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York. Akbar Ganji ist einer der Organisatoren der Veranstaltung. Unter den Teilnehmern sind Gogoosh - Irans berühmteste Pop-Diva - und Shohreh Aghashedlo - eine Oscar-nominierte iranische Schauspielerin. Viele weitere prominente Iraner und nicht-Iraner waren ebenfalls anwesend. Der Streik soll nach Plan bis zum 25. Juli dauern. Hier ist die Seite von BBC über den Streik mit einem Video: http://tinyurl.com/nsbqyx.

Opposition

Mir Hossein Mussawi traf sich in Teheran mit Universitätsprofessoren und Journalisten. Er übte Kritik an der Regierung und sagte, "Sie können heute nicht einmal die Gegenwart von jemandem wie Rafsanjani ertragen." Er führte weiter aus, "Die Menschen sollen ihren Kampf darum fortsetzen, dass ihre Forderungen auf eine bürgerliche Art erfüllt werden." Er erklärte die Wahlergebnisse wiederum als gefälscht und betonte, "Eine Regierung ohne Legitimität würde nur die internen und externen Probleme des Iran verstärken." Mussawi sagte weiter, "Das Volk hat den Schlüssel, die Frage zu lösen" und "Ich anerkenne Ahmadinejads Regierung nicht." Er erklärte, "Wir alle sind Zeugen von der Macht des Volkes geworden, als es sich unter demselben Banner versammelte - unabhängig von Parteizugehörigkeiten."

Mussawi bekräftigte sein Vorhaben, eine neue politische Front zu gründen. Dieser würden mehrere bekannte Poliker angehören. Das Hauptziel der neuen Front werde es sein, die Forderungen des iranischen Volkes zu umzusetzen. Sie werde nächste Woche vorgestellt.

In einem davon unabhängigen zweistündigen Treffen mit Journalisten und anderen Medienpersönlichkeiten sprach Mir Hossein Mussawi über die aktuelle Lage im Iran. Er forderte die sofortige Freilassung der Festgenommenen und rief die Regierung auf, die Pressefreiheit zu garantieren und die Zensur der Medien aufzuheben.

Abdollah Nouri - ein weiterer Reformist, der sich der Grünen Bewegung angeschlossen hat - sagte, dass Mitte der Siebziger "niemand dachte, dass der Schah eines Tages gestürzt und zur Flucht aus dem Land gezwungen werden würde."

Ayatollah Sayed Ali Mohammad Dasteghaib - ein bedeutender Geistlicher aus Shiraz - erklärte seine Unterstützung für Rafsanjanis Rede. Er steht nun hinter Mussawi und Karroubi und bat andere Geistliche, sich der wachsenden Unterstützung der Reformisten anzuschließen. Er erklärte, "Die Geistlichkeit sollte in einer Sache, die eine derart breite Unterstützung in ihrem Volk genießt, NICHT geteilt sein."

Im letzten Monat haben mehrere Ayatollahs ihre Position bekanntgegeben. Für eine vollständige Auflistung der Ayatollahs und ihrer Positionen, besuchen Sie bitte die Website von Tehran Bureau (ich kann ihre Authentizität größtenteils bestätigen): http://tehranbureau.com/ayatollah-watch/

Ayatollah Bayat Zanjani sagte als Antwort auf die Frage eines seiner Anhänger, "Jemanden in eine Führungsposition zu berufen, der diese durch Fälschung erlangt hat, ist illegitim." Er fügte hinzu, "Allerdings müssen die Menschen Beweise haben und sicher sein, dass so ein Individuum in der Tat illegale Methoden verwendet hat, um diese Position zu erlangen, damit seine Präsidentschaft illegitim ist." Er räumte ein, "Beschwerden anderer Kandidaten können einen Präsidenten nicht delegitimisieren, außer wenn diese Beschwerden sich als zutreffend herausstellen." Er stellte klar, "Nur die Präsidentschaft würde ihre Legitmität verlieren; nicht die Regierung und nicht die Menschen, die für die Regierung arbeiten."

Teilweise bestätigten Berichten zufolge warnte Ayatollah Wahid Khorasani - ein weiterer bedeutender Geistlicher - Sadegh Larejani heute, dass "es sein Leben nach dem Tode ruinieren würde, wenn er die Berufung zum Leiter der iranischen Justiz annehmen würde." Sadegh Larejani ist ein Mitglied des Wächterrats und überzeugter Konservativer, der derauf vorbereitet wird, den derzeitigen Leiter der Justiz zu ersetzen. Larejani hat Berichten zufolge 2006 gesagt, dass es nicht die Stimme des Volkes sei, die der Regierung ihre Legitimität gibt.

Hashemi Rafsanjanis Bruder, Mohammad Hashemi Rafsanjani, hat die Behauptungen von Mojtaba Zounnour (Chameneis Vertreter bei den Revolutionsgarden) dementiert, dass er mehr als fünf Millionen Dollar für Mohsen Rezaies Kampagne gespendet habe. Mohammad erklärte, er habe für die Kampagne keiner der Kandidaten Geld gespendet. Rezaies Lager andererseits gelobte, sie würden Zounnour vor Gericht bringen, wenn er seine Anschuldigungen nicht beweisen könne.

Mohsen Rezaie beschuldigte die Unterstützer von Ahmadinedschad, sie würden versuchen, seiner Glaubwürdigkeit zu schaden. Rezaies Webseite zufolge habe eine aktive, primär von Ahmadinedschads Partei ausgehende Kampagne damit begonnen, ihn und seine Erfolge zu diskreditieren.

Es ist ein Ausschuss eingerichtet worden, um die Fälle von Verhafteten zu verfolgen und ihren Familien Rechtsbeistand zu leisten. Dieser Ausschuss traf sich heute zum dritten Mal mit Mahdi Karroubi und bat ihn, seine Unterstützung fortzusetzen. Karroubi bat den Ausschuss, ehestmöglich Anwälte für die Verfolgung der Fälle einzelner Festgenommer zu bestimmen. Der Ausschuss gab später bekannt, dass er demnächst Treffen mit der Parlamentskommision für Nationale Sicherheit und Justizfragen sowie mit dem Generalstaatsanwalt des Irans abhalten werde.

Mohammad Khatami wiederholte heute seine Position und rief zu einer Volksabstimmung über die Legitimität der Regierung auf. Er bestand darauf, dass das Volk dafür sorgen müsse, dass seine Stimme gehört werde. Er sagte, "Wenn diese Forderung nicht akzeptiert wird, werden alle legalen Kanäle verschlossen sein, auf denen die Menschen ihre Ziele erreichen können." Khatami kritisierte seine Gegner für ihre Behauptung, dass er, Mussawi und andere Reformisten gegen die Regierung arbeiten würde. Er erklärte, "Die Volksabstimmung ist eine Versicherung", und drängte die Regierung dazu, möglichst bald eine abzuhalten.

Regierung, Internationales

Ayatollah Makarem Shirazi hat sich dem Kampf um die Berufung von Asfandyar Mashaie als einem von Ahmadinedschads Vizepräsidenten angeschlossen. Er bezeichnete die Berufung als "absolut illegitim". Chamenei hatte sich gegen die Berufung von Mashaie ausgesprochen, aber Ahmadinedschad weigerte sich, diese rückgängig zu machen. Mashaie veröffentlichte heute ein Erklärung auf seinem offiziellen Blog, in der er sich als "überzeugten Konservativen" bezeichnete. Er erklärte, seine frühere Bemerkung, in der er das Volk des Iran als "Freunde des Israelischen Volkes" bezeichnete, sei damals die offizielle Regierungsposition gewesen. Es konnte auch teilweise bestätigt werden, dass es während der heutigen Kabinettssitzung zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Ahmadinedschad und Hossein Saffar Harandi, dem Minister für Kultur und Islamische Führung, kam. Harandi verließ die Sitzung wegen dieser Auseinandersetzung.

Ahmadinedschad verabschiedete ein Gesetz, das die Redefreiheit im Iran stark einschränkt. Er gab auch die Anweisung zur Umsetzung dieses Gesetzes. Laut Press TV verlangt das Gesetz, dass Internet-Provider so gut wie ALLE Daten speichern, die von ihren Kunden im Zeitraum von drei Monaten verschickt und erhalten worden sind.

Mojtaba Zounnour - Chameneis Vertreter bei den Revolutionsgarden - erklärte heute, "Demonstranten bewaffneten sich VOR der Wahl mit Spitzhacken und Schaufeln und kauften sogar Tränengas ein, um sich an den Ausschreitungen nach der Wahl zu beteiligen." Er behauptete, dass "im Untergrund" eine "bewaffnete Wiederstandsgruppe" mit über 300.000 Mitgliedern formiert worden sei. Er bestand darauf: "Das Ziel dieser Grouppe war es, eine Revolution gegen die Islamische Republik anzuzetteln - mit der Hilfe der BBC." Er bestätigte auch, dass mindestens zwei Angehörige der Basidsch während der Ausschreitungen von Demonstranten getöteten wurden.

Der Premierminister des Vereinigten Königreichs, Gordon Brown, erklärte heute, dass die britische Regierung die Rechte der iranischen Demonstranten unterstütze. Er bezeichnete die Verhaftungen von britischen Botschaftsangehörigen und die Ausweisung von zwei britischen Diplomaten als "inakzeptabel." Aufgrund von steigendem internationalen Druck wurden alle Botschaftsangehörigen freigelassen. Brown sagte zu Journalisten, "Wir müssen uns Sorgen machen, wenn die individuellen Rechte von Bürgern betroffen sind."

Berichten zufolge sollen 306 konservative Geistliche in Qom eine Erklärung veröffentlicht haben, in der sie Ayatollah Yazdi in seiner Ablehnung der Forderungen von Rafsanjani in seiner Freitagsrede unterstützen.

Der schwedische Außenminister, Carl Bildt, sagte gestern zu Journalisten, "Die Legitimität von Ahmadinedschads Regierung wurde vom Volk in Frage gestellt."

Verhaftungen, Freilassungen, Todesopfer

Es kann jetzt bestätigt werden, dass drei Journalisten von der Regierung verhaftet worden sind. Es handelt sich um: Sayed Emar Kalantari - Chefredakteur der Ayandeh Website, Hossein Aghaie und Reza Rafi’ee Foroushani. Mohammad Reza Azeemi und Mostafa Sha’bani wurden Berichten zufolge ebenfalls heute festgenommen. Die beiden sind Anwälte, die für Raad arbeiten, eine in Teheran tätige juristische Einrichtung.

Towhid Begi, der Fotograf von Karroubis Wahlkampagne, und Mojtaba Tehrani, ein Fotograf für die Zeitung Etemaade Melli, wurden heute freigelassen.

Gestern tauchten Berichte auf, dass bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften in der Stadt Orumieh in der Provinz West-Azerbaidschan zwei Menschen ums Leben kamen und mehrere verletzt wurden. Anhand von heutigen Berichten kann ich das nun teilweise bestätigen.

Mohseni Ejaie, Irans Geheimdienstminister, gab vor kurzem bekannt, dass weitere Geständnisse von Verhafteten demnächst im staatlichen Fernsehen gezeigt werden sollen.

Der Blog The Revolutionary Road hat die Namen von 65 Menschen, die angeblich in den Unruhen ums Leben gekommen sind, und vielen weiteren, die verhaftet worden sind, veröffentlicht. Ich kann diese Liste nicht bestätigen, aber hier ist der Link, damit Sie die Liste selbst durchsehen können: http://tinyurl.com/lz6gcg

Scott Lucas und sein Team von Enduring America haben freundlicherweise alle Namen auf Englisch übersetzt. Wenn Sie die Liste sehen wollen, besuchen sie bitte ihre sehr informative und genaue Webseite: http://tinyurl.com/lu6a6g

Anmerkung: Eine persönliche Bitte. Heute wurde ein sehr schockierendes Bild auf Twitter verbreitet. Das Bild zeigte mehrere Tote, die an einer Wand aufgetürmt waren - und es wurde mit der Behauptung verbreitet, dies seien die Leichen gefolterter Gefangener aus dem Evin-Gefängnis. Das Bild stellte sich später als aus dem Irak heraus. Wenn Sie in Zukunft an solche Bilder kommen, stellen Sie bitte sicher, dass sie authentisch sind. Drastische Bilder verursachen vielen Menschen, die die Entwicklungen auf Twitter verfolgen und davon berichten, extreme Schmerzen und Trauma. Danke.

Diskussion/Anmerkungen:
http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_36 ; wenn das Dokument noch nicht existiert, erstellen Sie es bitte einfach neu.

Wenn Sie den Green Brief veröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite: http://tinyurl.com/mjxrz3

Für Rundfunksprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk

Liste aller Green Briefs: The Green Briefs

Ein großes Dankeschön an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und für viele wertvolle Hinweise. Vielen Dank auch an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit einsetzen, damit diese Informationen so viele Menschen wie möglich erreichen.

Alle deutschen Übersetzungen der Green Briefs sind auch im Blog Nachrichten zur Situation im Iran zu finden

Übersetzt von Kyrah unter http://kyrah.net/gr88/gb36.html

Mittwoch, 22. Juli 2009

Green Brief #35 (21. Juli 2009) - Deutsch

Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/17209-green-brief-35-july-21-a.html

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar – twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und engagiere mich für Menschenrechte, ich bin KEIN Iraner. Dies ist eine Zusammenstellung von Nachrichten aus dem Iran, die ich auf Twitter und auf iranischen Internetseiten, die über Twitter bekannt gemacht wurden, gefunden habe. Denkt daran, es stammt alles aus Tweets!(Meine Arbeit wird unter Creative Commons (CC) veröffentlicht.)Dies sind die wichtigen Ereignisse vom Dienstag, 21. Juli 2009, die ich bestätigen kann (tut mir leid, dass ich spät dran bin. Ich babysitte montags und dienstags, und das Baby erforderte besondere Aufmerksamkeit).


Proteste / Unruhen

1. Tausende versammelten sich in Teheran um der zahlreichen Protestierenden zu gedenken, die vor einem Monat starben. Es war außerdem der Jahrestag des Mossadegh-Aufstandes gegen den Schah vor mehr als einem halben Jahrhundert. Die Proteste waren von der Bevölkerung selbst initiiert und hatten keine Unterstützung von irgendeinem führenden Reformer.

2. Horden von Protestierenden machten sich auf den Weg zum 7 Tir Square in Teheran. Sie sangen regierungsfeindliche Lieder und trugen grüne Arm- und Stirnbänder. Die Menge versammelte sich am Vanak Square, am Valiasr Square und den umliegenden Straßen.

3. In einigen Gegenden waren mehr Frauen als Männer unterwegs. Obwohl exakte Zahlen schwer zu ermitteln sind, gehen die meisten Quellen von etwa 15.000 Teilnehmenden aus. Die Parolen des Tages umfassten heute auch Hochrufe auf den früheren Präsidenten Mohammad Mossadegh, der durch einen von der CIA inszenierten Putsch 1953 abgesetzt wurde.

4. Tausende Sicherheitskräfte versammelten sich mit Gewehren, Schlagstöcken und Tränengas bewaffnet in vielen Teilen der Stadt. Der 7 Tir Square war brechend voll mit ihnen. Viele teilweise bestätigte Berichte sprechen von Ausländern, die in den Reihen der dort versammelten Sicherheitskräfte gesichtet worden seien.

5. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei; diese versuchte, die sich sammelnde Menschenmenge mit brutaler Gewalt zu zerstreuen. Hubschrauber überflogen Central Teheran. Mitglieder der IRIB waren auf hohen Gebäuden positioniert, um Fotos und Videos von den Protestierenden zu machen, die später von den Sicherheitskräften benutzt werden. Die Polizei hatte das IRIB-Gebäude abgesichert, um es vor Protestierenden zu schützen. Diese zogen am Gebäude vorbei, ohne dass es zu Zwischenstößen kam.

6. Frauen waren wiederum am härtesten von den Schlägen betroffen, da sie nicht schnell genug vor den Angriffen der Sicherheitskräfte fliehen konnten. Viele von ihnen wurden wahllos mit Stöcken geschlagen. Der Einsatz von Tränengas wurde bestätigt, speziell am 7 Tir Square. Die meisten Geschäfte in der Stadt waren bereits geschlossen, so dass die Protestierenden keine Möglichkeit hatte, Schutz zu suchen. Auch vom Baharestan Square wurden Zusammenstöße gemeldet. Obwohl bestätigt wurde, dass Schüsse in verschiedenen Teilen Teherans gehört wurden, können weder Ermordungen noch Verletzungen durch Schusswunden bestätigt werden.
7. Einige Sicherheitskräfte wurden dabei beobachtet, wie sie die Jagd auf Protestierende aufgaben und auf ihre Vorgesetzten fluchten. Viele klagten über Müdigkeit, sie waren erschöpft und riefen den Protestierenden zu, “zu verschwinden und sie alleine zu lassen“.

8. Auch für Oroumieh und Shiraz wurden Proteste bestätigt. Es gibt Berichte über kleinere Proteste in Tabriz. die aber nicht bestätigt sind. Der Funkverkehr für Handys war in ganz Teheran unterbrochen.

9. In Oroumieh wurden hunderte friedlich marschierende Protestierende von Sicherheitskräften in dem Bemühen angegriffen, die Proteste zu zerstreuen. Teilweise bestätigte Berichte sprechen von Schüssen auf Protestierende, Todesfälle können zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt werden.

10. Hunderte marschierten durch den Chamran Blvd und die Saadi Street in Shiraz, wo sie von Sicherheitskräften angegriffen wurden. Sie wurden mit Stöcken zusammengeschlagen. Das Aufgebot an Sicherheitskräften war so überwältigend, dass viele davon sprachen, dass mehr Sicherheitskräfte als Protestierende anwesend waren. Die Protestierenden skandierten, dass sie Ziegenfleisch, aber keine „Ziegen-Regierung“ wollten.

11. Die iranische Bevölkerung hat ihre Unzufriedenheit wieder mit einem durch Überbelastung provozierten Zusammenbruch der Stromversorgung zum Ausdruck gebracht. Der Strom fiel in vielen Teilen Teherans und Teilen Karajs und Qazin aus. Es gibt Berichte, dass das beabsichtigte gleichzeitige Einschalten von Elektrogeräten vom iranischen Fernsehen durch das Aussenden einer falschen Uhrzeit verhindert werden sollte.

12. Zwei Teilnehmer der Studentenprotest in Teheran 1999 - Ahmad Tabatabei und Hasan Zareh Ardsher – haben ihre Teilnahme am kommenden Hungerstreik vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York angekündigt. Der amerikanische Schauspieler Sean Penn kündigte ebenfalls seine Unterstützung des Hungerstreiks an. Dieser findet vom 22. – 25. Juli statt.

13. Zweiundsiebzig ehemalige politische Gefangene des Irans haben einen Hungerstreik in Berlin angekündigt, um ihre Solidarität mit den IranerInnen zu zeigen. Dieser Hungerstreik wird vom 24.- 25. Juli stattfinden.

14. Mahdi Karroubis Unterstützer planen einen Protest für den 2. August, der Tag, an dem Mahmoud Ahmadinejad in sein Amt eingeführt wird. Der Ort der Proteste wurde noch nicht bekannt gegeben.Opposition

15. Sayed Mohammad Khatami hat sich mit den Familien von zwei politischen Gefangenen, Hossein Tajik und Hamza Ghaleb, getroffen. Beide sind Mitarbeiter in Mousavis Wahlkampfbüro. Auf Rafsanjanis Homepage wurde gestern ein Auszug aus seinen Erinnerungen veröffentlicht, in dem er über die Tage des Kampfes gegen den Schah spricht. Darin heißt es, dass sich jede Generation Herausforderungen stellen muss, und dass Angst keine Generation davon abhält, für ihre Rechte zu kämpfen. Viele interpretieren diese Veröffentlichung als eine direkte Botschaft an Khamenei.

16. Der frühere Gesundheitsminister Iraj Fazel hat das gewaltsame Niederschlagen der friedvollen Proteste durch die Regierung kritisiert und eine sofortiges Ende der Gewalt gefordert. Er sagte, dass die IranerInnen nicht gegen den Schah revoltiert haben, damit das Blut ihrer Jugend jetzt durch die Revolution vergeudet wird.

17. Nachdem sich gestern Reformisten in East-Azerbaijan zusammengeschlossen hatten, trafen sich heute Reformisten aus der Fars Province in Shiraz. Sie erklärten ihre Unterstützung für Mousavi und forderten eine Annullierung der Wahlen.


Regierung / International

18. Die Auseinandersetzung innerhalb der iranischen Regierung über die Ernennung von Asfandyar Rahim Mashaie als einer der Vizepräsidenten gehen weiter. Nach heutigen Berichten hält Ahmadinejad an seiner Wahl fest. Mojtaba Samara Hashemi, einer von Ahmadinejads Mitarbeitern, wird mit der Äußerung zitiert, dass Ahmadinejad seine Entscheidung nicht überdenken wird, sie sei endgültig.

19. Ahmadinejads Unterstützung für Mashaie wurde heute von Khamenei „geprüft“. Sayed Mohammad Hassan Abotorabifard informierte die ISNA (Iranian Student’s News Agency), dass Khamenei, die Mehrheit der Abgeordneten und die iranische Bevölkerung wollen, dass Mashaie entweder von dem Posten zurück tritt oder Ahmadinejad seine Ernennung zurück nimmt. Abotorabifard, ein Abgeordneter aus Qazin, teilte mit, dass Khamenei einen offiziellen Brief an Ahmadinejad geschrieben hat, in dem er der Ernennung Mashaies widerspricht.

20. In Widerspruch zu seinen eigenen Ansprüchen an eine „gute Regierungsführung“ hat Ahmadinejad seinen Schwiegersohn, Mehdi Khorshidi, zum Direktor des Präsidentenbüros gemacht und den Ehemann seiner Schwägerin zum Vorstand der größten iranischen Jugendorganisation.

21. Der Chef der iranischen Polizei, Esmail Ahmadi-Moghaddam, hat die Opposition „der Anstiftung zu Unruhen“ bezichtigt und angekündigt, dass die iranische Polizei alle zerschlagen wird, die Spannungen im Iran erzeugen. Die iranische Justizbehörde hat angekündigt, dass sie das Gesetz, welches von Anwälten als eine „Einschränkung ihrer Freiheiten bei der Ausübung ihres Berufes“ angesehen wird, nicht formalisiert.

22. Der russische Außenminister hat mitgeteilt, „ dass eine geringe Anzahl von Menschen im Iran anti-russische Parolen gesungen haben während der Proteste“. Der russische Botschafter im Iran hat unterdessen erklärt, dass russische Flugzeuge bedeutend besser in ihrer Flugsicherheit seien als Airbus.“

23. Der amerikanische Kongressabgeordnete Thaddeus McCotter (R-MI) hat während seiner heutigen Rede im amerikanischen Repräsentantenhaus die iranische Regierung scharf kritisiert und über die Vergewaltigung und Ermordung von Taraneh Mousavi berichtet. Hier ist der Videolink zu der Rede: YouTube - McCotter on Iran's Khamenei: Your Referendum Has Been Held and You Have Failed Your Test


Verhaftet / Entlassen / Ermordet

24. Es wird über mehr als 30 Verhaftungen während der heutigen Proteste berichtet. Ermordungen können nicht bestätigt werden.

25. Der iranische Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist Mohammad Ali Dadkhah der nach den Protesten festgenommen wurde, wurde wegen illegalen Waffenbesitzes und Besitzes von Opium verurteilt. Einem iranischen Blogger gelang es, in den Besitz von Fotos der „Waffen“ zu kommen, die in Abtahis Haus gefunden wurden (LOL): http://tinyurl.com/n7tm53

26. Es wurde jetzt bestätigt, dass Shapur Kazemi, der Schwager von Mir Houseein Mousavi, seit mehr als einem Monat gefangen gehalten wird. Es gibt Hinweise, dass in den letzten Tagen wenigstens sechs prominente Reformer in Mahabad festgenommen wurden.Medien

27. Der Herausgeber der Keyhan Daily Newspaper hat Khatamis Forderungen nach einem Referendum zurück gewiesen und sie mit den Vorschlägen von Michael Leeden vom Amerikanischen Enterprise Institut verglichen, der 2003 auf eine militärische Ablösung des iranischen Regimes drängte. Javad Shamaqdari von Press TV sagte heute, dass das IRIB Ahmadinejad mehr Sendezeit einräumen sollte.


Sonstiges

28. Paula Slater hat eine Büste von Neda Aga-Soltan geschaffen, die während der Versammlung zur Unterstützung des Irans am 25. Juli enthüllt werden sollen. Die Versammlung wird vor dem Rathaus in San Francisco stattfinden. Ein Foto der Büste ist hier zu sehen: Death of Neda

29. Der größte Platz in Florenz, der Piazzale Michelangelo, hüllte sich gestern in grün, um die Grüne Bewegung zu unterstützen. Video:YouTube - Piazzale Michelangelo Luglio 2009


*Wenn Sie den Green Brief weiterverbreiten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite (englisch): http://tinyurl.com/mjxrz3
**Für Radiosprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk
***Eine Liste aller Green Briefs (englisch): http://ded1.hybrid-optix.com/greenbriefs.html
**** Herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und sehr wertvolle Tipps.

Ein GROSSES DANKESCHÖN geht auch an alle Übersetzer, die Ihre kostbare Zeit aufbringen, um dies so vielen Menschen wie möglich verfügbar zu machen.


Lesen Sie weiter, wenn Sie helfen oder Hilfe erhalten möchten:

A. Sie können diesen Link twittern und dazu beitragen, dass Andere mitbekommen, was im Iran vor sich geht.
B. ****Diskussion/Anmerkungen (englisch): http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_33
C. Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden.


Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:

Deutsch:
Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)
Info und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de

Englisch:
Tor Browser Bundle
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Tor and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain Ian's Brain

Farsi (persisch):
Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor

Helfen Sie uns, mehr Brücken mit Tor aufzubauen: http://gonzotimes.net/?page_id=500
Video Torrents: http://gonzotimes.net/?page_id=500

Übersetzt von Paleene unter
http://iran-info-dienst.blogspot.com/2009/07/green-brief-35-vom-21-juli-2009.html
Gepostet von leo unter 02:10

Dienstag, 21. Juli 2009

Green Brief #34 (20.Juli 2009) - Deutschl

Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/17209-green-brief-34-july-20-a.html

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar – twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und engagiere mich für Menschenrechte und bin KEIN Iraner. Dies ist eine Zusammenstellung von Nachrichten aus dem Iran, die ich Twitter und iranischen Seiten, die auf Twitter bekannt gemacht wurden, entommen habe. Denkt daran – hier findet ihr ausschließlich Tweets!
(Meine Arbeit wird unter Creative Commons (CC) veröffentlicht.)


Dies sind die wichtigen Ereignisse vom Montag, 20. Juli 2009, die ich bestätigen kann:


Proteste / Unruhen

1. Mir Hossein Mussawi hat die Taktik seiner Unterstützer befürwortet, massive Stromausfälle auszulösen. Die iranische Regierung setzte diese Taktik mit Sabotage gleich, doch die Protestierenden nutzten Sie als ein Mittel des gewaltlosen Widerstandes gegen die Regierung.

2. Die Familie von Neda Aga-Soltan wird sich am 40. Tag nach ihrem Tod, dem 30. Juli 2009, an ihrem Grab versammeln (der 40. Tag nach dem Tod einer Person ist für Muslime traditionell der wichtigste Trauertag). Es würden keine weiteren Ankündigungen folgen - doch der Familie sei jeder willkommen, der an der Trauer um Neda teilnehmen möchte.

3. Es gibt Aufrufe zu Demonstrationen morgen, um dem Tod von Demonstranten zu gedenken, die am 20 Juni ermordet wurden. Es liegt keine Bestätigung darüber vor, ob sie die Unterstützung eines führenden Mitglieds der Opposition haben.

4. Der italienische Modedesigner Guillermo Mariotto trug ein Hemd mit der Aufschrift "Neda Alive" (Neda lebt, in grüner Schrift) während einer Modenschau. Alle Models, die seine neuen Kreationen vorstellten, trugen ein grünes Armband als Zeichen der Solidarität mit der grünen Bewegung im Iran. Video:
http://www.youtube.com/watch?v=B5KhkCJ2nYc

5. Der Erzbischof Desmond Tutu - Nobelpreisgewinner und südafrikanischer Menschenrechtsaktivist - gab bekannt, dass auch er sich am weltweiten Aktionstag zur Unterstützung der grünen Bewegung beteiligen wird. Andere Prominente iranische und internationale Unterstützer sind Shirin Ebadi, Jody Williams, Betty Williams, Mairead Maguire, Adolfo Perez Esquivel, Rigoberta Menchu Tum, Dariush und Simin Behbahani. Nähere Informationen finden Sie hier:
http://grueneriran.blogspot.com/2009/07/weltweiter-aktionstag-global-day-of.html
http://freeirannow.wordpress.com/demotermine/

6. Noam Chomsky - ein bekannter 81jähriger amerikanischer Philosoph, Linguist, Autor und Dozent - gab bekannt, dass er sich am Hungerstreik zur Unterstützung der grünen Bewegung in New York beteiligen wird. Der Hungerstreik soll vom 22. bis 25. Juli stattfinden, viele bekannte iranische und internationale Persönlichkeiten werden sich beteiligen.


Opposition


7. Ayatollah Khomeinis Enkel, Sayed Hassan Khomeini, hat Berichten zufolge das Land verlassen. Die Berichte besagen, dass er das Land verließ, nachdem ihn die Regierung unter Druck setzte, an Ahmadinejads Einführungsfeier teilzunehmen - um der Regierung zu bitter benötigter Legitimität zu verhelfen.

8. Mussawi traf sich heute mit den Familien von Inhaftierten, wo er mehrere Stellungnahmen machte:
- Er betonte, dass die grüne Bewegung eine friedliche Bewegung sei, ABER sie wäre auch bereit, Opfer zu bringen, falls dies erforderlich sei.
- Er forderte die Regierung auf, die Redefreiheit zu garantieren. Er meinte, dies würde eine Beruhigung der Lage im Land befördern - was viel besser sei als die gegenwärtige Atmosphäre der Angst, die durch den ausgedehnten Einsatz der Sicherheitskräfte entstanden sei.
- Er sagte "die iranische Nation ist gereift, und die Mittel von vor 1979 genügen nicht mehr, um sie zum Schweigen zu bringen", und "die Nation ist neu entstanden und wird ihre Errungenschaften verteidigen." Er verurteilte die weiter stattfindenden Verhaftungen im Land und nannte sie eine "nationale Angelegenheit - die nicht die Probleme der Regierung lösen kann."
- Er nannte es "eine Beleidung der iranischen Nation, zu behaupten, dass Ausländer für die Proteste nach den Wahlen verantwortlich seien." Er kritisierte die Regierung auch dafür, dass sie die Verhaftung friedlicher Demonstranten verteidigte und nannte dies ungerecht und grausam.
- Er fügte hinzu, dass "NIEMAND in der internationalen Gemeinschaft den Lügen Glauben schenkt, die die Regierung durch erzwungene Geständnisse von Inhaftierten verbreitet." Mussawi, Karoubi und Khatami haben sich in den letzten drei Wochen regelmäßig mit den Familien von Verhafteten getroffen.

9. Sonntag Nacht trafen sich Unterstützer von Mussawi im östlichen Teil der Provinz Azerbaidschan und veröffentlichten eine Stellungnahme zur Unterstützung Mussawis. Hunderte prominente Mitglieder der Gesellschaft, darunter Politiker, Menschenrechtler und Universitätsprofessoren, nahmen an dem Treffen teil.

10. Press TV zitierte Mussawi mit den Worten, er hätte "fast 3,5 Millionen US-Dollar für seine Wahlkampagne ausgegeben", und dass "Mahdi Karroubi etwa den selben Betrag ausgegeben" hätte.

Mit einer seltenen Distanz zur Regierung schrieb die Printausgabe von Press TV:

"Laut Mussawi braucht Iran das, was er 'freie Medien' nennt, um den wachsenden 'Einfluß ausländischer Medien' zurückzudrängen, der ihm zufolge ein Nebeneffekt des 'Mangels an Pressefreiheit' und der 'verfehlten Vorgehensweise' der staatliche Sender ist."
Der Bericht beschuldigte Demonstranten, zur Gewalt gegriffen zu haben und behauptete, dass der Wächterrat die Wahlen als rechtmäßig erklärt hätte, nachdem er 'eine ausführliche Untersuchung durchgeführt' habe, um die Beschwerden der unterlegenen Kandidaten zu prüfen.


Regierung / International

11. Ali Motaherri - ein Vertreter Teherans im iranischen Parlament -
kritisierte Ayatollah Yazdi dafür, dass er Rafsandschanis Predigt vom Freitag in Frage gestellt hatte. Motaherri sagte, "die Legitimität einer Regierung wird nur durch die Unterstützung der Bevölkerung hergestellt."

12. Khamenei richtete heute harte Worte gegen "Irans Elite". Er sagte, "die Elite sollte sorgfältig auf ihre Worte und Handlungen achten, denn sie werden geprüft." Er fügte hinzu "die Prüfung nicht zu bestehen würde nicht nur bedeuten, dass sie ihre Stellung im Regime verlieren, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit, und dass sie zu Ausgestoßenen werden." Obwohl keine Namen genannt wurden, gehen Viele davon aus, dass diese Rede an Rafsandschani gerichtet war - da er Unsicherheit und Unruhe im Land verursacht hätte. Khamenei erklärte "die iranische Nation wird jeden hassen, der sich an solchen Aktionen beteiligt." Er nannte das "Hervorrufen von Gewalt die größte Sünde."

13. Das Büro des Präsidentschaftsanwärters Mahmoud Ahmadinedschad bat die Menschen, die das Land unterstützen wollten, zu ihnen zu kommen und ihre Dienste anzubieten. Laut diesem Büro sucht die Regierung nach Menschen, die die Administration des Präsidenten auf verschiedenen Ebenen unterstützen würden, und wird in Kürze ein Ausschuss gebildet werden, um solche Menschen zu rekrutieren.


Verhaftet / Entlassen / Ermordet

14. Teilweise bestätigte Berichte aus dem Evin-Gefängnis besagen, dass ein Demonstrant tagelang gefoltert wurde, um ein Geständnis zu erpressen. Nachdem alle Folterungen erfolglos blieben, wurde ein Arzt herbeigeschafft, der den Häftling untersuchen sollte, und es wurde festgestellt, dass er Taubstumm war. Er wurde später entlassen. Andere Meldungen aus Evin berichten von einer neuen Foltertaktik: Häftlinge werden stundenlang kopfüber aufgehängt, manchmal den ganzen Tag lang.

15. Heute wurde Mohammad Kamranis Leiche im Beheshte Zahra Friedhof beerdigt. Er war einer der Demonstranten, die verhaftet und schwer gefoltert wurden. Er wurde bewusstlos und gefesselt in das teheraner Mehr Krankenhaus gebracht. Er kam nicht wieder zu Bewusstsein und verstarb kurz darauf.

16. Es ist jetzt bestätigt, dass Hamid und Puran Ebrahimnezhad, die seit ihrer Verhaftung festgehalten werden, tatsächlich am 7. Juli 2009 verhaftet wurden. Berichten zufolge wurden sie geschlagen, während man sie wegschleppte.

17. Eine gute Nachricht: Mehdi Khazali, ein inhaftierter politischer Aktivist, wurde aus Evin entlassen. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme forderten die Familien von politischen Gefangenen die Regierung zum wiederholten Male auf, "umgehend alle Gefangenen zu entlassen und die gewalttätige Unterdrückung der Bevölkerung durch die Sicherheitskräfte zu beenden." In ihrer Stellungnahme bedankten sie sich auch bei Rafsandschani dafür, dass er sich deutlich gegen die fortgesetzte Inhaftierung politischer Gefangener und friedlicher Demonstranten ausgesprochen habe.

(Ich stelle einen Bericht über die Folterung und Vergewaltigung von Häftlingen im Iran während der Gewalttaten nach der Wahl zusammen. Sollte heute Nacht oder morgen rauskommen)


Medien

18. Ein führender iranischer Geistlicher - Hojatoleslam Seyed Mehdi Tabatabai - kritisierte Ahmadinedschads Äußerungen (über seine Gegner direkt nach der Wahl) in einem Fernsehinterview des IRIB. Er sagte "Ahmadinedschad hätte sich umgehend zum Dialog mit seinen Gegnern bereit erklären sollen und sie NICHT der Lächerlichkeit preisgeben sollen." Er fügte hinzu "die Gewalt nach der Wahl entstand durch Feindseligkeiten, die durch die offensichtliche Lachhaftigkeit genährt wurden." Es ist zu bemerken, dass dies einer der sehr SELTENEN Fälle ist, in denen die iranischen Medien es zuließen, dass Kritik an Ahmadinedschad über IRIB gesendet wird.

*Wenn Sie den Green Brief weiterverbreiten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite (englisch): http://tinyurl.com/mjxrz3

**Für Radiosprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk

***Eine Liste aller Green Briefs (englisch): http://ded1.hybrid-optix.com/greenbriefs.html

**** Herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und sehr wertvolle Tipps. Ein GROSSES DANKESCHÖN geht auch an alle Übersetzer, die Ihre kostbare Zeit aufbringen, um dies so vielen Menschen wie möglich verfügbar zu machen.

Lesen Sie weiter, wenn Sie helfen oder Hilfe erhalten möchten:

A. Sie können diesen Link twittern und dazu beitragen, dass Andere mitbekommen, was im Iran vor sich geht.

B. ****Diskussion/Anmerkungen (englisch): http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_33

C. Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden. Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:

Deutsch:
Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_%28Netzwerk%29
Info und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de

Englisch:
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Farsi (persisch):
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Video Torrents: http://gonzotimes.net/?page_id=500

Übersetzt von Leo unter http://iran-info-dienst.blogspot.com/2009/07/green-brief-34-vom-20-juli-2009.html

Montag, 20. Juli 2009

Green Brief #33 (19. Juli 2009) - Deutsch

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Sammlung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter und dort angegebenen Webseiten zusammengestellt habe. Beachten Sie bitte, dass alles hier von Tweets stammt. (Meine Arbeit erscheint unter den Bedingungen von Creative Commons (CC).).

Hier sind die wichtigen Ereignisse von Sonntag, 19. Juli 2009, die ich bestätigen kann.

Proteste/Unruhen

Es ist teilweise bestätigt worden, dass letzte Nacht in Shiraz eine Protestaktion stattgefunden hat. Hunderte Demonstranten versammelten sich am späten Nachmittag und zogen durch die Straßen. Sie skandierten mehrere Stunden lang Sprechchöre gegen die Regierung, bevor sie sich friedlich zerstreuten. Gestern wurde berichtet, dass die Unterstützer von Mahdi Karroubi eine Genehmigung für eine friedliche Demonstration in Shiraz bekommen hatten. Es gibt noch keine bestätigten Aussagen darüber, ob es zu Zusammenstößen kam oder nicht.

Angehörige von inhaftierten Demonstranten werden morgen Abend wieder vor dem Evin-Gefängnis demonstrieren.


Opposition

Mahdi Karroubi besuchte einige der Familien von Verhafteten und brachte seine Trauer über den Tod der über hundert Armenier zum Ausdruck, die gestern beim Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Karroubi besuchte auch die St.Sarkis-Kirche in Teheran, um der iranisch-armenischen Gemeinschaft sein Beileid für den tragischen Unfall zu bekunden.
Unabhängig davon veröffentlichte Mahdi Karroubi heute auch eine Erklärung, in der er sagt, er fühle sich "beschämt, Teil einer Regierung zu sein, die Lügen verbreitet." Er verurteilte die Sicherheitskräfte für ihre Behauptungen, ihre Mitglieder seien "als Märtyrer gestorben" und sie hätten "auf niemanden das Feuer eröffnet." Er stellte fest, dass "sie mit solchen Lügen nicht durchkommen werden - die ganze Welt ist Zeuge der von den Sicherheitskräften verübten Gräueltaten geworden." Karroubi bestätigte auch, dass er tatsächlich am Freitag angegriffen worden war.

Khatami traf sich heute ebenfalls mit Angehörigen von Inhaftierten. Im Zuge des Treffens bedankte er sich bei Rafsanjani für seine Aussagen beim Freitagsgebet. Er sagte weiters, dass die Forderungen Rafsanjanis die "absoluten Mindestanforderungen" seien, denen die Regierung nachkommen müsse. Nicht nur die Regierung stände vor einer Herausforderung, sondern das Islamische Regime selbst sei durch die Handlungen der Regierung in Gefahr. Er rief die Regierung dazu auf, Rafsanjanis Aussagen zu befolgen, fügte aber hinzu, dass ehestmöglich eine Volksabstimmung über die Legitimität der Regierung abgehalten werden sollte, um das Vertrauen der Menschen wiederherzustellen. Berichten zufolge wurde während des Treffens zwei Gefangenen von den Wärtern in Evin erlaubt, ihre Familien anzurufen.

Hashemi Rafsanjani ist für einige Tage nach Mashhad gereist. Quellen zufolge ist der Zweck der Reise, dass er sich mit den Ayatollahs Makarem Shirazi und Safi Golpayegani treffen will. Viele bedeutende Geistliche halten sich derzeit wegen des (schiitischen) heiligen Monats Rajab in Mashhad auf. Berichte deuten darauf hin, dass die überwältigende Mehrheit der Geistlichen in Mashhad Mussawi und Rafsanjani unterstützen, während eine sehr kleine Minderheit hinter Ahmadinedschad steht.

Die Association of Combatant Clerics ("Vereinigung Streitender Kleriker", ACC) veröffentlichte heute eine Erklärung, in der sie eine Volksabstimmung fordert. Die ACC lobte die Rede von Hashemi Rafsanjani ebenfalls und rief die Regierung auf, seine Worte zu beherzigen. Der ACC zufolge wäre eine Volksabstimmung der beste Weg, das Vertrauen der iranischen Bevölkerung wiederherzustellen - ein Vertrauen, das durch die Wahl und die Tumulte danach stark geschwächt worden sei.

Iranische Sicherheitskräfte behaupten, dass ein geplantes Attentat der MKO ("Mujahideene Khalq Organization") auf Mussawi und Karroubi vereitelt worden sei. Die MKO ist eine linksgerichtete iranische paramilitärische Organisation. Sie hatte in der Vergangenheit behauptet, dass Israel vor der Wahl einen Anschlag auf Ahmadinedschad geplant habe.

Mir Hosein Mussawi veröffentlichte heute eine Erklärung, in der er den Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes bei Qazvin sein Beileid aussprach. In dieser Erklärung brachte er seine Sorge darüber zum Ausdruck, dass es in letzter Zeit mehrere Unfälle gegeben habe, bei denen iranische Fluglinien beteiligt waren. Er rief die Regierung dazu auf, an der Verbesserung der Flugsicherheit im Iran zu arbeiten.

Zwanzig iranische Parlamentarier haben den Nachrichten- und den Justizminister zu sich gerufen, um Erkundigungen über die Verhaftungen von Politikern und politischen Aktivisten einzuholen.


Regierung, Internationales

Es waren heute Gerüchte im Umlauf, dass Esfandyar Rahim-Mashaie seine Berufung zum Ersten Vizepräsidenten des Iran abgelehnt habe. Später kursierten Berichte, dass Mashaie diese Aussage dementiere. Wir konnten keine dieser Behauptungen bestätigen, aber es erscheint unwahrscheinlich, dass er diese Berufung ablehnen würde. Es ist jetzt bestätigt, dass Chamenei Hashemi Rafsanjani gebeten hatte, der Amtseinführung von Präsident Ahmadinedschad beizuwohnen - und er die Aufforderung ablehnte.

Abbasali Kadkhodaie, der Sprecher des Wächterrates, kritisierte heute Rafsanjanis Rede und antwortete auf Kommentare von einem der Vertreter Mussawis. Kadkhodaie zufolge habe der Wächterrat im Rahmen des Gesetzes gehandelt und alle legalen Möglichkeiten genutzt, um sicherzustellen, dass die Wahl frei und fair war. Der Wächterrat hatte ein Kommittee einberufen, um die Behauptungen eines Wahlbetrugs zu untersuchen, und Kadkhodaie kritisierte Karroubi und Mussawi harsch dafür, dass sie zu diesem keine Vertreter entsandt hatten. (Hier sollte angemerkt werden, dass diese Kommittee nur 10% der abgegebenen Stimmen untersuchen sollte. Selbst wenn all diese Stimmen an Mussawi alleine übertragen würden, wäre Ahmadinedschad immer noch der Sieger gewesen.)

Mohammad-Taqi Mesbah Yazdi, ein bekannter schiitischer Geistlicher und Hardliner, der angeblich der religiöse Mentor von Ahmadinedschad ist, erklärte heute, dass "viele Politiker sagen, sie glauben nur an die Worte des Obersten Rechtsgelehrten, weil er verfassungsmäßig berufen worden sei. Aber der Oberste Rechtsgelehrte hat in jedem Fall Rechtsgewalt."
Berichten zufolge werden sich Ayatollah Javad Amoli und Ayatollah Amini demnächst mit Chamenei treffen, um über den Aufruhr nach der Wahl zu sprechen. Ein weiterer Durchbruch ist die Aussage von Ayatollah Kharrazi aus Qom, "Chamenei ist für das Blutvergießen der letzten Wochen verantwortlich."

Der iranische Energieminister hat die Bürger gewarnt, dass das Auslösen von Stromausfällen (durch überhöhten Stromverbrauch) nutzlos sei und dass es in Zukunft als Sabotage angesehen würde. Gleichzeitig sind von den Revolutionsgarden neue Anschuldigungen gegen die Demonstranten vorgebracht wurden. Die Regierung behauptet zum wiederholten Male dass:
die Proteste geplant warenUND
die Demonstranten Wochen vor der Wahl bereit waren, Gewalt einzusetzen.


Verhaftungen, Freilassungen, Todesopfer

Beamte der iranischen Regierung haben bestätigt, dass der letzte britische Botschaftsmitarbeiter, Hossein Resam, auf Kaution entlassen worden ist. Seine Freilassung kommt Tage nachdem die internationale Gemeinschaft starken Druck ausgeübt hat. Die Regierung hat auch verkündet, dass bei den Protestaktionen am Freitag mehr als 40 Demonstranten verhaftet wurden.

In einem Brief an die Justiz, das Informationsministerim und den Generalstaatsanwalt des Iran hat Ayatollah Mousavi Tabrizi die schnelle Freilassung aller Verhafteten gefordert. Er verlangte die Aufhebung aller Sanktionen gegen politische Parteien und ein hartes Durchgreifen gegen diejenigen, die die Bürgerrechte des Volkes während der Demonstrationen verletzt hatten.

Aus dem Evin-Gefängnis erreichen uns weiterhin beunruhigende Nachrichten. Freigelassene Gefangene berichten, dass Häftlinge in den Korridoren des Gefängnisses an die Wand gekettet werden - in heißen und überfüllten Bedingungen. Oft werden Gefangene geschlagen und andere Gefangene dazu gezwungen, zuzusehen. Schlafentzug ist üblich. Essen und Medikamente sind schwer zu bekommen. Andere Quellen berichten von wiederholten sexuellen Übergriffen als Foltermaßnahme (wir haben bereits bestätigt, dass viele Gefangene vergewaltigt worden sind).

Dutzende Universitätsstudenten aus Tabriz, Mashhad und Semnan sind zu Disziplinarkommissionen vorgeladen worden. Berichte lassen vermuten, dass sich die meisten dieser Studenten aktiv an den Protestaktionen nach den Wahlen beteiligt hatten.


Medien

IRIB TV hat Berichten zufolge eine verstümmelte Version von Hashemi Rafsanjanis Rede gezeigt. Die Sendung lässt seinen Aufruf zur sofortigen Freilassung der Gefangenen sowie seine Forderung zur Aufhebung der Medienzensur weg. Stattdessen konzentriert sie sich vollständig auf seinen Aufruf zur Einheit. Die Sendung betonte auch, dass sich Rafsanjani in seiner Rede auf niemandes Seite gestellt habe. Gleichzeitig verurteilte Großayatollah Sobhani heute die iranischen Medien für ihre Lügen über die Vorgänge im Iran und bezeichnete dieses Vorgehen als unislamisch.

Anmerkung: Bei allem Respekt - ich lehne es ab, mich an der derzeitigen "Jagd nach Nedas Mörder" zu beteiligen. Ich habe Fotos von einem Mann gesehen, von dem viele Leute behaupten, er sei das Mitglied der Revolutionsgarden, das sie ermordert hat. Aber wir können uns dessen nicht sicher sein. Und selbst wenn wir es könnten, würde das die Menschen nur zur Gewalt aufhetzen. Bitte denken Sie daran, das Grüne Meer muss friedlich bleiben!


Wenn Sie den Green Brief veröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite: http://tinyurl.com/mjxrz3
Für Rundfunksprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk

Liste aller Green Briefs: The Green Briefs

Diskussion/Anmerkungen:
http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_33

Ein großes Dankeschön an Sahar joon für seine Hilfe beim Korrekturlesen und für viele wertvolle Hinweise. Vielen Dank auch an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit einsetzen, damit diese Informationen so viele Leute wie möglich erreichen.

Alle deutschen Übersetzungen der Green Briefs sind im Blog Nachrichten zur Situation im Iran zu finden

Übersetzt von Kyrah unter http://kyrah.net/gr88/gb33.html
Original: http://tinyurl.com/m5yqnc.

Sonntag, 19. Juli 2009

Green Brief #32 (18. Juli 2009) - Deutsch

Mein Name ist NiteOwl alias Josh Shahryar – twitter.com/iran_translator bei twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Zusammenstellung von Nachrichten aus Twitter, dort angegebenen Webseiten aus Iran und dem Ausland sowie Informationen von Kontakten innerhalb und außerhalb Irans. Verwendete Medienquellen wurden angegeben. Berichte aus dem Iran können nicht vollständig authentifiziert werden. Wenn in diesem Bericht etwas bestätigt wird, bedeutet dies daher bestenfalls, dass verschiedene verlässliche Twitter-Quellen sich darüber einig waren. Meine Updates können auf Twitter unter @Iran_Translator verfolgt werden. Denkt daran – all dies stammt von Twitter. (Meine Arbeit wird unter Creative Commons (CC) veröffentlicht und darf daher frei verwendet und weitergeleitet werden, sofern ihr die Originalquelle und den Disclaimer angebt – BITTE).

Hier sind die wichtigen Ereignisse von Samstag, 18. Juli 2009, die ich bestätigen kann. (Eine Liste aller Green Briefs auf Englisch: http://ded1.hybrid-optix.com/greenbriefs.html)


Proteste/Unruhen

1. Aktivisten organisieren zur Zeit weltweit einen “Global Day of Action”, eine Veranstaltung zur Unterstützung der Menschenrechte in Iran. Das Ereignis wird am 25. Juli in mindestens 50 Städten weltweit stattfinden. Protestierende werden Freiheit für alle festgenommenen Iraner fordern und die iranische Regierung auffordern, die Unterdrückung der iranischen Bevölkerung zu beenden. Mehr Informationen dazu unter http://united4iran.org/.

2. Neuere Berichte über die gestrigen Proteste bestätigen, dass mehrere russische Flaggen in Iran verbrannt wurden – ein deutliches Zeichen für den Zorn über Russlands fortdauernde Unterstützung des iranischen Regimes.

3. Junge Leute im Iran haben einen neuen Weg eingeschlagen, um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Jede Nacht bewegen sie sich in kleinen Gruppen durch kleine Straßen und Gassen und rufen Parolen gegen das Regime und für Mir Hossein Mousavi.


Opposition

4. Die Zeitung Etemaade Melli berichtet, dass der Informationsminister Gholamhossein Mohseni Ejaie sich mit Sayed Mohammad Khatami getroffen habe. Man muss wissen, dass Ejaie weithin als “der Geheimdienstchef” tituliert wird. Es ist noch unklar, was während des Treffens besprochen wurde.

5. In einem heute veröffentlichten Statement hat Sayed Mohammad Khatami erklärt, dass er bei der Freitagspredigt nicht anwesend sein konnte, da er sich zu “wichtigen Gesprächen mit prominenten Geistlichen in Qom aufgehalten” habe. Seit Beginn der Unruhen nach der Wahl sind mehrere Oppositionsführer zu Treffen mit Ayatollahs nach Qom gereist. Viele Ayatollahs haben bereits ihre Unterstützung für die Anliegen der Protestierenden zugesichert.

6. In einem Interview mit ILNA hat heute Emad Afroogh, ein konservativer iranischer Politiker und früheres Parlamentsmitglied, die Medienzensur der Regierung kritisiert. Er befürwortet Rafsanjanis Rede und sagte, sie habe deutlich gemacht, welche Schritte zur Wiederherstellung der Ruhe in Iran notwendig seien. Er sagte, dass “Iran nicht China sei und die Regierung keine Samtene Revolution befürchten müsse”. Er forderte die Regierung dazu auf, solche Medien, die Lügen über die Anliegen der Menschen und ihre Aktivitäten in dem Aufruhr nach der Wahl verbreitet hätten, strafrechtlich zu verfolgen.

7. Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin und Menschenrechtsaktivistin, hat heute in einer Stellungnahme erklärt: “Wenn die Regierung ihre Einstellung nicht ändert und nicht beginnt, rational zu handeln, werden die Proteste andauern”. Ebadi drängte außerdem gestern den Bezirk Los Angeles, einen Vertrag mit der Firma Siemens wegen deren Anteil an der Zensur in Iran nicht zu bewilligen


Regierung/Internationales

8. Ayatollah Mohammad Yazdi, ein Hardliner und Mitglied des Wächterrats, hat Rafsanjanis Freitagsrede heftig kritisiert. Er sagte: “Regierungen werden nicht durch das Volk, sondern mit Gottes Hilfe legitimiert”. Er sagte, Rafsanjani habe “kein Recht”, die Freilassung von Inhaftierten zu fordern. Er wies darauf hin, dass auch der Prophet Mohammed die Zerstörung von Moscheen angeordnet habe, die von Monafiqeen (=Menschen, die behaupteten, Muslims zu sein, um eine Kluft zwischen die islamischen Gemeinschaften zu treiben) erbaut wurden.

(Dies ist eine Korrektur - wir hatten berichtet, dass diese Äußerungen von Mesbah Yazdi stammen; es handelt sich jedoch um Mohammad Yazdi. Entschuldigung!)

9. Viele Hardliner, darunter Ahmad Khatami und die Tageszeitung Keyhan, die als Stimme Khameneis angesehen wird, haben die Ernennung von Rahim Mashaie zum Vizepräsidenten Irans kritisiert. Sie forderten Mahmoud Ahmadinejad dazu auf, seine Entscheidung zu überdenken, da Mahaie für die Position “nicht geeignet” sei. Mashaie war in der Vergangenheit von Hardlinern scharf für seine Äußerung kritisiert worden, dass “das iranische Volk ein Freund des Volkes Israel” sei.

10. Berichte deuten darauaf hin, dass die iranische Regierung plant, alle Moussavi nahestehenden bzw. Ahmadinejad ablehnenden Professoren aus den Universitäten Irans zu enfernen. Die ersten Opfer dieses Plans, Dr. Fatimeh Rakeie und Dr. Abdollah Naseri von der Teheraner Az-Zahra-Univesität, wurden zum Rücktritt gezwungen. In letzter Zeit waren viele Angehörige des Lehrkörpers der Universität der Bewegung von Mousavi beigetreten. Der “Plan” erstreckt sich auch auf Regierungsbeamte verschiedener Ministerien. Das Außenministerium hat eine Liste mit 200 Namen erstellt, von denen das Ministerium “gesäubert” werden soll.

11. Der Wächterrat hat einen detaillierten Bericht über die Wahl und die darauf folgenden Ereignisse veröffentlicht. In dem Bericht wird versichert, dass die Wahl legitim und fehlerfrei gewesen sei, alle gegen die Wahl eingereichten Beschwerden seien überprüft und für gegenstandslos befunden worden. Der detaillierte Bericht wurde von Parleman News veröffentlicht und ist nachzulesen unter http://parlemannews.com/?n=1936


Verhaftungen/Entlassungen/Tötungen

12. Dr. Hasan Sheikhabadi, ein politischer Aktivist und Journalist, wurde gestern in Mahabad in der Provinz West-Aserbaidjan verhaftet. Hossein Mousavi (nicht zu verwechseln mit Mir Hossein Mousavi) und andere Mitglieder der Partizipationsfront wurden unmittelbar vor dem Freitagsgebet verhaftet. Drei der Mitglieder wurden freigelassen, Hossein Mousavi und viele andere befinden sich weiterhin in Haft.

13. Mittlerweile wurde bestätigt, dass ein weiterer inhaftierter Protestteilnehmer, der 18-jährige Muhammad Kamrani, nach schwerer Folter durch die Sicherheitskräfte des Regimes gestorben ist. Quellen zufolge starb Kamrani am Donnerstag nach mehr als einer Woche Haft. Offenbar war er so schrecklich gefoltert worden, dass die “Geste” der Überführung ins Krankenhaus zwecklos war. Berichte deuten darauf hin, dass Kamrani an sein Krankenhausbett gefesselt blieb, obwohl er nach seiner Überführung das Bewusstsein nicht wiedererlangte.

14. In einem von der Zeitung Javan Daily veröffentlichten Interview sagte der Informationsminister, dass viele der für den Betrieb und die Pflege der Webseiten Ayandeh und Jomhooriyat verantwortlichen Mitarbeiter verhaftet worden seien. Er sagte, dass “diese Leute der Islamischen Republik schaden wollten und die Regierung gegen ALLE hart durchgreifen werde, die an Versuchen beteiligt seien, Spannungen innerhalb Irans hervorzurufen.”

15. Amnesty International hat in einer Erklärung die sofortige Freilassung der iranischen Feministin, Juristin und Journalistin Shadi Sadr gefordert, die gestern verhaftet worden war. Sicherheitskräfte hatten außerdem nach einer Razzia in ihrem Haus ihren Computer, Dokumente und persönliche Gegenstände beschlagnahmt.


Verschiedenes

16. Die Stadtverwaltung Teheran hat die Reinigung des Azadi-Towers angekündigt. Der Turm ist ein Wahrzeichen der Stadt und wurde vor 38 Jahren errichtet. Er steht auf dem Azadi Square, wo sich viele Proteste abgespielt haben. Berichten zufolge wird mit der Anordnung der Reinigung auf die überwältigende Menge von Slogans gegen die Regierung und für die Reformbewegung reagiert, die den gesamten weißen Turm bedecken.

17. Umsätze der Firma Nokia in Teheran brechen ein, nachdem Mitglieder der Grünen Bewegung eine aktive Kampagne gestartet haben, um die Handys dieses Herstellers aus dem Land zu verbannen. Quellen zufolge haben Mitglieder eine Kampagne zum Stop des Kaufs von Nokia-Handys und zur Entsorgung bereits verwendeter Geräte gestartet. Weltweit gibt es ähnliche Kampagnen von anderen Gruppen, die dieses Thema beunruhigt. Berichte von gestern deuten darauf hin, dass der Bezirk Los Angeles einem Vertrag mit der Firma Siemens – einer weitere Firma, die neben Nokia mit dem Verkauf von Überwachungstechnik an die iranische Regierung in Verbindung gebracht wird – aus Protest gegen deren Rolle bei der Befähigung des iranischen Regimes zur Aufspürung von Dissidenten nicht zustimmen wird.

* einen herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Gegenlesen und sehr wertvolle Tipps. Auch ein großes Dankeschön an alle Übersetzer, die ihre Zeit aufbringen, um diese Informationen so weit wie möglich zu verbreiten.

Hört "Sea of Green Radio":
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The Big Board: http://tinyurl.com/lhzv9h


Für alle, die helfen wollen oder Hilfe brauchen:

Helfer:

A. Verbreite diesen Link weiter und lass andere wissen, was im Iran vor sich geht.
B: Wer helfen möchte, all diese Informationen aus dem Iran in einem räumlich-geografischen Zusammenhang aufzubereiten, kann Mitredaktion beantragen unter #iran.aic - WebIRC - AnonNet – Schaut euch die Website des Projekts an: Iran Map | Iran Map oder schickt mir eine E-Mail an dbosca@gmail.com.

C. Die iranische Regierung filtert und drosselt nach wie vor zunehmend den Internetverkehr, um die Menschen zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen Informationen über Proxy und Tor. Bitte spendet Bandbreite, um den iranischen Vorhang überwinden zu helfen. Unter den folgenden Links findet ihr Hilfe:

Englisch:

Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain | Ian's Brain

Persisch:

Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor

[B]Videokanäle und Tor:
Gonzo Times � Torrents List (82 videos)

(übersetzt von Julia)
Original:
http://iran.whyweprotest.net/green-brief/16064-green-brief-32-july-18-a.html und
http://greenbrief.newsvine.com/_news/2009/07/18/3038073-the-green-brief-32-

Samstag, 18. Juli 2009

Green Brief #31 (17. Juli 2009) - Deutsch

Green Brief #31 vom 17. Juli 2009, deutsche Übersetzung
Quelle: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/15529-green-brief-31-july-17-a.html (englisch)

Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator bei Twitter. Während der letzten Stunden habe ich mich intensiv mit den Twitter-Nachrichten (tweets) aus dem Iran beschäftigt. Ich habe versucht, bei der Auswahl meiner Twitter-Quellen sehr vorsichtig vorzugehen. Was ich im Folgenden zusammengestellt habe, ist das, was ich auf der Grundlage verlässlicher Twitter-Quellen glaubhaft berichten kann. Trotzdem ist zu beachten: Alle nachfolgenden Informationen basieren einzig auf Twitter-Nachrichten; (Meine Arbeit erscheint unter den Konditionen von Creative Commons. Sie kann frei genutzt und überall veröffentlicht werden. Ich bitte lediglich um einen Verweis auf die Originalquelle und den Disclaimer).

Die folgenden wichtigen Ereignisse kann ich von Freitag, dem 17. Juli 2009, aus dem Iran bestätigen:


Protestaktionen, Unruhen

1. Das von Hashemi Rafsandschani geleitete Freitagsgebet wurde heute von umfangreichen Demonstrationen in ganz Teheran und in vielen anderen Teilen des Iran begleitet. Die Predigt Rafsandschanis wurde zwar von den iranischen Fernsehsendern nicht live übertragen, dafür aber von einem Radiokanal des staatlichen iranischen Rundfunks (IRIB) - Eine Übersetzung von Ausschnitten der Freitagspredigt Rafsandschanis auf Englisch findet sich hier:
Rafsanjani's Friday Prayer Sermon - Why We Protest - IRAN.

2. Viele hochrangige reformorientierte Politiker des Iran waren während der Freitagspredigt anwesend, darunter Mir Hussein Mussawi, Mehdi Karubi und Abdollah Nouri. Mussawis Ehefrau, Zahra Rahnavard, sowie Rafsandschanis Ehefrau und zwei seiner Töchter nahmen ebenfalls am heutigen Gebet teil.

3. Mehdi Karubi wurde auf dem Weg zum Gebet vor der Teheraner Universität angegriffen. Auch Abdollah Nouri – ehemaliger Minister unter den Präsidenten Chatami und Rafsandschani sowie hoch angesehener Reformpolitiker, der von den Konservativen verspottet wurde – wurde auf dem Weg zur Teheraner Universität von Basidschi-Milizen beleidigt und attackiert. Der ehemalige reformorientierte Präsident Mohammad Chatami wurde beim Gebet nicht gesehen. Konservative Politiker blieben dem Gebet weitgehend fern.

4. In seiner Predigt, forderte Rafsandschani die Regierung auf, alle politischen Gefangenen freizulassen. Alle Seiten der politischen Debatte ermutigte er, sich zusammenzusetzen und die Probleme zu diskutieren, und die Regierung sowie die Sicherheitskräfte forderte er auf, bei der Behandlung von Gefangenen die Gesetze zu beachten. Weiter sprach er sich für ein Ende der Zensur der Medien aus und sagte, der Wächterrat habe eine Chance verpasst, das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen.

5. Tausende Menschen nahmen an der Predigt Rafsandschanis an der Teheraner Universität teil, viele davon ProtestantInnen mit grünen Bändern um Köpfe oder Handgelenke. Weitere tausende Menschen hatten sich außerhalb der Universität versammelt, während hunderttausende während der Predigt durch andere Teile Teherans marschierten.

6. Protestierende im Innern der Moschee riefen “Allah o Akbar”, “Azadi… Azadi” (Freiheit… Freiheit) sowie Sprechchöre gegen Russland und China. Rafsandschani versuchte mehrfach, die Sprechchöre zu unterbinden, doch sie wurden immer wieder neu angestimmt. Es sollte erwähnt werden, dass durch einen Lautsprecher in der Moschee die Parole “Tod für Amerika!” gerufen wurde; doch jedes Mal, wenn dies zu hören war, antworteten die Menschen laut mit “Tod für Russland, Tod für China!”.

7. Wie viele Menschen sich in Teheran versammelt hatten, ist sehr schwer zu ermitteln. Während Twitter-Quellen behaupteten, bis zu vier Millionen Menschen seien auf den Straßen gewesen, waren die tatsächlichen Zahlen vermutlich viel geringer. Von veröffentlichten Foto- und Videoaufnahmen sowie von Aussagen verlässlicher Twitter-Quellen lässt sich ableiten, dass etwa eine Million oder etwas mehr Menschen an den Demonstrationen teilnahmen. Auch das ist aber nur eine Schätzung.

8. Bei weitem der größte Teil der Menge bewegte sich von der Teheraner Universität zum Azadi-Platz. Straßen in der Umgebung der Universität waren voll von DemonstrantInnen. Auch einige hundert Pro-Ahmadinedschad- und Pro-Chamenei-DemonstrantInnen waren unterwegs. Viele hielten Plakate mit Bildern der beiden Politiker in den Händen und marschierten ebenfalls Richtung Azadi-Platz.

9. Tausende Menschen versammelten sich in der Umgebung des Innenministeriums, des Gebäudes des staatlichen iranischen Rundfunks und vor dem Evin-Gefängnis. Eine große Zahl von DemonstrantInnen war auf dem Keshavarz-Boulevard, dem Enghelab-Platz, dem Valiasr, dem Jamhori-Boulevard, dem Ferdowsi-Platz, der Quds-Allee sowie der 16 Aza-Allee unterwegs. Die Protestierenden riefen „Tod dem Diktator“ (“Death to the Dictator”), „Wo ist meine Stimme?“ (“Where’s My Vote?”) und ähnliche Parolen.

10. Die Mobilfunkverbindungen waren in den meisten Teilen des Teheraner Zentrums sowie in Gegenden, in denen sich Protestierende versammelt hatten, unterbrochen. Fotographen und Kameraleute des staatlichen iranischen Rundfunks (IRIB) machten sowohl aus der Menge heraus als auch von hohen Gebäuden Aufnahmen einzelner DemonstrantInnen. Dies wurde dadurch erschwert, dass nicht nur in der Innenstadt, sondern in allen Teilen Teherans Proteste stattfanden.

11. Basidschi-Milizen und andere Sicherheitskräfte gingen heute erneut mit Gewalt gegen die Protestierenden vor. Mindestens zwei Personen wurden erschossen und eine junge Frau wurde Berichten zufolge während der Proteste getötet. Die Basidschi-Milizen schlugen mit Schlagstöcken auf die Menschen ein – auch auf kleine Kinder und Frauen. Berichten zufolge wurden viele Frauen durch Mitglieder der Basidschi-Milizen, die als Frauen gekleidet waren, mit Messern verletzt. Basidschi-Milizen warteten in mehreren Moscheen im Stadtgebiet, um sich auf die Zusammenstöße mit den Protestierenden vorzubereiten.

12. Heftige Zusammenstöße wurden von der Umgebung des Gebäudes des staatlichen iranischen Rundfunks, von der Jame Jam Straße, vom Keshavarz-Boulevard, von der Amirabad Straße, von den Studentenwohnheimen der Teheraner Universität, vom Ferdowsi-Platz, von der Jomhoori Straße, von der Azadi-Straße und von fast allen Teilen des Teheraner Zentrums gemeldet. Am heftigsten waren die Zusammenstöße vor der Teheraner Universität. Schüsse wurden aus mehreren Teilen der Stadt vernommen, besonders vom Azadi-Platz. Die Basidschi-Milizen griffen selbst Menschen an, die zum Gebet gekommen waren.

13. In Teheran wurden heute mehr als hundert Personen festgenommen, die meisten davon im Stadtzentrum. Basidschi-Milizen und andere Sicherheitskräfte setzten in vielen Stadtteilen ausgiebig Tränengas ein. Es gibt außerdem Berichte, wonach viele Mitglieder der Basidschi-Milizen Elektoschock-Waffen bei sich hatten und diese gegen die Protestierenden einsetzten. Militärhubschrauber kreisten fast den gesamten Tag über der Stadt. Viele Ladenbesitzer und Menschen, die nahe der Orte, an denen Protestaktionen stattfanden, wohnen, öffneten ihre Wohnungen für Protestierende, die auf der Flucht vor Sicherheitskräften waren. AutofahrerInnen, die an den Demonstrationen vorbeifuhren, hupten zum Zeichen ihrer Unterstützung für die Protestierenden. Die Demonstrationen dauerten bis etwa Mitternacht Teheraner Zeit an.

14. Heute gab es außerdem Berichte von Protestaktionen in den Städten Karaj, Ghazvin, Mashhad und Tabriz. In Mashhad marschierten hunderte Menschen mit grünen Plakaten durch die Straßen. Teilweise bestätigt werden kann, dass Basidschi-Milizen in Mashhad Tränengas einsetzten, um die Protestierenden auseinander zu treiben und dass dort mehrere Menschen verletzt wurden. Eine kleine Demonstration fand in Qom statt.

15. Während der gestrigen Rede von Ahmadinedschad in Mashhad riefen bestätigten Berichten zufolge viele Menschen "Allah o Akbar“-Sprechchöre; viele ZuhörerInnen trugen grüne Kopf- und Armbänder.Opposition

16. Die Reformpartei „Partizipationsfront des islamischen Iran“ („Participation Front“) veröffentlichte heute eine Erklärung, in der sie der Protestbewegung „Grünes Meer“ („Sea of Green“) für die Teilnahme an den Demonstrationen am Freitag dankte.. Die Erklärung führte weiter aus, dass die Verantwortlichen des Staatsstreichs am Ende den Kampf gegen die Bevölkerung verlieren würden.

17. Berichte deuten darauf hin, dass Said Mohammad Chatami und Abdullah Nouri am Dienstag vergangener Woche zusammengetroffen waren, um die aktuelle Lage im Land zu erörtern. Nouri soll sich auf Drängen Chatamis der Widerstandsbewegung gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen angeschlossen haben.


Regierung, Internationales

18. Mahmud Ahmadinedschad hat bisher mehrere Mitglieder seines zukünftigen Kabinetts ernannt; eine komplette Liste der Kabinettsmitglieder soll jedoch erst nach seiner Amtseinführung bekannt gegeben werden. Zum Vizepräsidenten wurde Asfandyar Rahim Mashaie berufen. Ahmadinedschad berief außerdem einen neuen Chef für die iranische Atombehörde.

19. Irans Informations- und Geheimdienstminister Gholam-Hossein Mohseni-Ejei lies heute verlauten, Israel sei einer der Feinde der Islamischen Republik und stecke hinter diversen Einmischungen in die Angelegenheiten Irans. Ejei fügte hinzu, die israelische Regierung habe außerdem versucht, Ahmadinedschad während der Wahlen zu ermorden.Verhaftungen, Freilassungen, Tötungen

20. Neue Berichte deuten darauf hin, dass mindestens 36 Offiziere der Iranischen Armee festgenommen worden sind, weil sie an Gebeten für Inhaftierte und Getötete teilgenommen hatten. Sie wurden in der Stadt Ray in der Nähe von Teheran verhaftet und sind wegen Geheimtreffen und Planung von Sabotageaktivitäten angeklagt.

21. Shadi Sadr, eine iranische Rechtanwältin, Frauenrechtlerin und Journalistin, wurde heute auf dem Weg zum Gebet in Teheran geschlagen und festgenommen. Später wurde ihr Haus von Sicherheitskräften ausgiebig durchsucht. Ihr Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt. Neue Berichte deuten außerdem darauf hin, dass Roshanak Siyasi, eine weitere Frauenrechtlerin und Reformaktivistin, gestern ebenfalls festgenommen wurde. Andere Festnahmen der letzten Tage betreffen Ahmad Madadi, Raoof Taheri und Reza Abbasi aus Zanjan.

22. Ein Berater Moussawis gab bekannt, dass ein Gemium aus Reformkräften, das sich mit den Fällen politischer Häftlinge befassen soll, ab Samstag seine Arbeit aufnehmen wird. Familien von Inhaftierten können das Büro des Gremiums unter der Telefonnummer 77637696 erreichen.

23. Ich kann nun die mehrfache Vergewaltigung und Tötung von Taraneh Mussawi bestätigen. Es handelt sich dabei um eine linksgerichtete reformorientierte Studentin, die vor mehreren Tagen von Basidschi-Milizen festgenommen worden war. Sie wurde mehrfach vergewaltigt und ihre verkohlte Leiche wurde vor zwei Tagen in Ghazvin gefunden. Eine andere Inhaftierte Person starb Berichten zufolge am 9 Juli. Über deren Todesursache ist derzeit nichts bekannt.


Medien

24. Der staatliche iranische Rundfunk IRIB zensierte viele der reformfreundlichen Äußerungen Rafsandschanis und richtete sein Hauptaugenmerk auf seine Worte zur Einheit. Der Sender „Fars News“ behauptete, während der Predigt seinen Pfiffe und Klatschen zu hören gewesen. IRIB berichtete außerdem nicht über die Sprechchöre gegen China und Russland.

*Viele Fragen zur gestrigen Erklärung des französischen Außenministers Bernard Kouchner, wonach Frankreich Ahmadinedschad als Präsident anerkennen wolle, wurden von einer/m verantwortungsbewussten französischen BürgerIn beantwortet, die/der uns eine wertvolle Analyse der Sachverhalts zur Verfügung gestellt hat (Auf Englisch zu finden unter: What Bernard Kouchner REALLY said about Iran - Why We Protest - IRAN).

**Dieses Bild (http://tinyurl.com/lkqscu, Eigentum eines Freundes) ist alt, doch ich habe mich entschieden, hier darauf zu verweisen, falls es jemand noch nicht gesehen hat. Es zeigt, wie die Iranische Regierung Bilder einer pro-Ahmadinedschad-Demonstrationen vor einigen Wochen nachbearbeitet hat, um sie größer erscheinen zu lassen.

***Ein herzliches Dankeschön an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und sehr wertvolle Tipps.

Bitte verbreiten Sie diesen Brief weiter und lassen Sie dadurch mehr Menschen wissen, was im Iran vor sich geht.

Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen.Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden.

Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:

Deutsch:
Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)
Info und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de

Englisch:
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain Ian's Brain

Farsi (persisch):
Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor

Helfen Sie uns, mehr Brücken mit Tor aufzubauen: http://gonzotimes.net/?page_id=500

Übersetzt von Josh unter
http://iran-info-dienst.blogspot.com/2009/07/green-brief-31-vom-17-juli-2009.html

Gepostet von leo unter 02:57