Donnerstag, 6. August 2009
Green Brief# 49 (4./5. August - 13/14 Mordad) - Deutsch
Dies sind die wichtigsten Ereignisse, welche ich für Dienstag und Mittwoch, den 4. und 5. August 2009 (13. und 14. Mordad 1388) bestätigen kann:
(Für heute, den 6. August, ist eine Protestaktion am Vanak- und Valiasr-Platz geplant; sie sollte bereits im Gang sein, wenn dieser Green Brief erscheint. Weitere Aktionen sind in Mashhad – am Malikabard-Boulevard – und wohl auch in anderen Städten vorgesehen, jedoch gibt es außer für Mashhad dafür keine Bestätigungen.
5. August
Am 5. August fanden in Teheran Massendemonstrationen statt und zwar hauptsächlich am Baharestan-Platz nahe dem Parlamentsgebäude. Dort versammelten sich 1500 bis 2000 Personen und riefen Sprechchöre gegen das Regime. Tausende versammelten sich auch an anderen Orten in der Stadt, vor allem am Basar, dem Vanak-Platz, Mirdamad, Yosufabad und dem Saaie Park. Der Baharestan-Platz hatte sowohl für die Regierung als auch für die DemonstrantInnen eine wichtige Bedeutung, zumal dort Ahmadinedschad eingeschworen wurde. Tausende Protestierende liefen durch die Straßen. Teilweise bestätigten Berichten zufolge wurde der Basar von der Menge fast lahmgelegt.
Tausende von Sicherheitskräften waren im Einsatz und versperrten den Engang zum Parlamentsgebäude. Bestätigt wurde, dass Ahmadinedschad per Hubschrauber ins Gebäude geflogen wurde, um den DemonstrantInnen auszuweichen. Hubschrauber waren in vielen Teilen des Teheraner Zentrums im Einsatz. Die Sicherheitskräfte waren in einigen Gegenden so zahlreich, dass sie die DemonstrantInnen zahlenmäßig übertrafen.
DemonstrantInnen wurden bei Zusammenstößen in vielen Teilen der Stadt erneut brutal geschlagen. Teilweise bestätigten Berichten zufolge wurde an verschiedenen Orten wieder Tränengas eingesetzt, um die DemonstrantInnen auseinander zu treiben. U-Bahnstationen, einschließlich diejenige in der Nähe des Baharestan-Platzes, wurden von der Polizei abgeriegelt, um zu verhindern, dass DemonstrantInnen ins Teheraner Stadtzentrum gelangen konnten.
Mindestens zwanzig Personen wurden verlässlichen Quellen zufolge festgenommen. Duzende weitere wurden wohl ebenfalls verhaftet, doch konnte dies nicht verlässlich bestätigt werden. Bestätigt wurde jedoch, dass eine Schule in der Nähe des Baharestan-Platzes zur vorübergehenden Festsetzung verhafteter DemonstrantInnen umfunktioniert wurde, bevor diese in Haftanstalten und Gefängnisse andernorts verbracht werden konnten. Berichten zufolge könnte die Zahl verhafteter Personen sehr hoch sein.
Die Familien von Inhaftierten versammelten sich heute erneut vor dem Evin-Gefängnis.
Moblifunkdienste waren im Zentrum von Teheran erneut unterbrochen.
Es gibt ferner Berichte einer kleineren Demonstration in Sari.
Opposition
Ayatollah Montazeri veröffentlichte heute eine Erklärung, in der er die Art und Weise, wie die Regierung “Zugeständnisse” von politischen Gefangenen erhält, verurteilt; er bezeichnete diese als illegal und als eine große Sünde.
Karubi veröffentliche eine Erklärung, wonach er und Moussawi ihre Proteste gegen die manipulierten Wahlen fortsetzen würden.
Die Facebook-Seiten von Moussawi, Rahnavard, Mirdamadi, Nabavi und Ramezanzadeh wurden heute angegriffen und konnten nicht aufgerufen werden, während dieser Green Brief verfasst wurde.
Moussawi sagte heute, die Regierung habe gedacht, sie könne die Forderungen der Bevölkerung unterdrücken, indem sie die Führer der Reformbewegung festnehmen lies und sie als Anführer einer “Samtenen Revolution” bezeichnete. Doch die DemonstrantInnen hätten gezeigt, dass die Forderungen der Bevölkerung nicht an Einzelpersonen gebunden seien. Er fügte hinzu, die Festnahmen würden die politische Bewegung nicht aufhalten.
Die Reformpartei „Partizipationsfront des islamischen Iran“ (IIPF) veröffentlichte heute eine Erklärung, in der sie die Regierung als illegal bezeichnete. Sie machte darin außerdem geltend, die Regierung sei nicht länger verfassungstreu und nicht demokratisch.
Ayatollah Saneie und Ayatollah Zanjani schlossen sich Ayatollah Montazeri an und nannten die Art und Weise der Regierung, “Zugeständnisse” zu erzwingen, illegal und sündhaft. Saneie ging sogar so weit zusagen, dass diejenigen, die politische Gefangene zu “Zugeständnissen” zwingen würden, bald die Ergebnisse ihres verräterischen Tuns sehen würden.
Ayatollah Moaghegh-Damad hat einen Brief an den Obersten Richter Shahrodi geschickt und ihn für sein Verhalten buchstäblich zur Schnecke gemacht. Ausschnitte aus seiner Erklärung sind hier zu lesen
Es ist unklar, ob Hashemi Rafsandschani in dieser Woche das Freitagsgebet leiten wird, obwohl er an der Reihe wäre.
Verhaftungen, Freilassungen, Tötungen
Mir Hamid Hassanzadeh – der Besitzer von Ghalam, einer Webseite, die als Moussawis halboffizielle Onlineseite Berühmheit erlangt hat – wurde festgenommen und sein Computer zusammen mit anderen Geräten beschlagnahmt. Hassanzadeh ist außerdem der Chef des Medienverbindungsprogramms im Wahlkampfteam Moussawis.
Eine Enkelin Chomeinis hat die Regierung aufgefordert, die Namen von Inhaftierten bekannt zu geben, damit ihre Familien auf rechtlichem Wege ihre Freilassung vorantreiben könnten. Der gesamte Bericht ist hier zu lesen: http://tehranbureau.com/khomeinis-granddaughter-speaks/
Hoshang Babaie, der Rechtsbeistand von Tajzadeh, Nabavi und Mirdamadi sagte ILNA, er würde nicht an der Gerichtsverhandlung am Samstag teilnehmen, da der Prozess illegal sei.
Schockiernde Meldungen von Alireza, einem zwölfjährigen Jungen, der am letzten Donnerstag am Beheste Zahra getötet worden war, wurden nun bestätigt. Er hatte seinen Vater zur Trauerkundgebung für Neda und die anderen getöteten DemonstrantInnen begleitet und wurde von Sicherheitskräften durch Schläge auf den Kopf mit einem Schlagstock getötet. Sein Leichnam wurde vier Tage nach seinem Tod an seine Familie zurückgegegben. (Ich habe die Veröffentlichung seines Todes seit Monatg zurückgehalten, da ich eine sichere Bestätigung dieses sehr ernsten Vorfalls haben wollte). Es gibt Berichte einer parlamentarischen Untersuchung der Umstände seines Todes.
Der Leichnam eines unbekannten Protestierenden wurde zwanzig Tage nach seinem Verschwinden seiner Familie zurüchgegeben. Sein Herz und seine Nieren fehlten und an seinem Bauch waren Einstiche zu erkennen. An seinem stark verletzten Körper fehlten auch die Fingernägel.
Mahdi Yazdani Khorram, ein Redakteur der Zeitung Etemaade Melli, wurde verhaftet. Ebenso verhaftet wurde der Chefredakteur der Zeitung Farhikhtegan, Reza Nourbakhsh; seine Arbeitsgeräte wurden mitgenommen und sein Büro ausgiebig durchsucht. Auch Fereydoon Amozadeh, der Chefredakteur von Chilcheragh Weekly, wurde festgenommen.
Ali Vaghefi, Leiter des studentischen Abteilung im Wahlkampfteam Moussawis, wurde auf Kaution freigelassen. Ebenfalls freigelassen wurde die Ehefrau von Mehadi Hashemi.
Das Büro der Vereinigung der iranischen JournalistInnen (“Association of Iranian Journalists”) wurde auf Anordnung von Mortazavi von Mitarbeitern des Justizministeriums abgesperrt. Die Vereinigung hatte für Freitag ein Treffen geplant.
4. August
Der Nationale Sicherheitsrat des Iran hat bekannt gegeben, dass die Personen, die für die Zustände in Kahrizak verantwortlich waren, entlassen und angeklagt werden sollten, sollten die Mißbrauchsvorwürfe gegen sie in den Untersuchungen bestätigt werden (...).
In einem offenen Brief haben 44 NobelpreisträgerInnen die Verletzungen der Menschenrechte in Iran verurteilt.
5. August
Die Amtseinführungszeremonie Ahmadinedschads im iranischen Parlament wurde in Abwesenheit prominenter Reformpolitiker und von Chamenei abgehalten. Lediglich Shahroudi war als höchster Repräsentant der Regierung anwesend.
Mehrere Botschafter entsandten niederrangige Mitarbeiter anstelle von Botschaftern zur Zeremonie (die Namen dieser Botschaften werden veröffentlicht sobald eine entsprechende Bestätigung vorliegt.)
Weitere Teilnehmer waren Mohmmadi Golpaygani, Samara Hashemi, Sardar Jafari, Rahim Masha’ie und Mohseni Ejaie. Abwesend waren alle Reformpolitiker, die direkt mit der Grünen Bewegung verbunden sind, Ayatollah Yazdi, Ahmad Khatami - beide treue Anhänger Ahmadinedschads - Ali Akbar Nategh Noori, früherer Sprecher des Parlaments, Mohsen Rezaie, konservativer Politiker und einer der Kandidaten der Präsidentaschaftswahlen sowie Mohammad Baqer Ghalibaf, der Bürgermeisetr Teherans. Obwohl die Regierung außer den Parlamentsabgeordneten mehr als 250 Personen eingeladen hatte, blieben viele Sitze leer. Ausländische Medien waren nicht zugelassen.
Dutzende reformorientierter Parlamentsmitglieder verließen den Plenarsaal, als Ahmadinedschad mit seiner Rede begann. Ahmadinedschad erwähnte die Proteste mit keinem Wort und bezeichnete seine “Auswahl” weiter als historisch.
Bisher haben es die Regierungen Frankreichs, Großbritanniens, der USA und Belgiens abgelehnt, Ahmadinedschad zu seiner historischen “Auswahl” als iranischer Präsdent zu gratulieren. In einer separarten Erklärung machte EU-Sprecher Amadeu Altafaj deutlich, dass auch die EU keinen Brief senden werde.
Die norwegische Regierung hat den iranischen Geschäftsträger einberufen, um gegen die Verletzung der Menschenrechte und die Inhaftierung oppositioneller PolitikerInnen zu protestieren.
Verschiedenes
Der erste Spieltag der Iranischen Profiliga am Freitag wird aus Angst vor der Teilnahme der Grünen Bewegung ohne Zuschauer stattfinden.
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Ein großes Dankeschön an Sahar Joon und S Joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und für viele wertvolle Hinweise. Vielen Dank auch an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit einsetzen, damit diese Informationen so viele Menschen wie möglich erreichen.
Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/27319-green-brief-49-50-august-4-5-mordad-13-14-a.html
Übersetzung von Josh unter http://iran-info-dienst.blogspot.com
Zusatz:
Aktuelle Demonstrationstermine in Deutschland gibt es hier (keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit):
http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/07/demonstrations-in-germany-alphabetical.html
Mittwoch, 5. August 2009
Green Brief #48 (3.-4- August 2009/12.-13. Mordad 1388) - Deutsch
Dies sind die wichtigsten Ereignisse, welche ich für Montag, den 3. August 2009 (12. Mordad 1388) bestätigen kann (einige Berichte sind bereits vom 4. August):
Proteste und Unruhen
1. Es gab heute Proteste in Teheran bzw. in mindestens einer weiteren iranischen Stadt [Shiraz]. Sie richteten sich gegen die offizielle Einsetzung von Mahmoud Ahmadinejad durch Ayatollah Khamenei vom 2. August 2009.2. In Teheran versammelten sich die Menschen um 18 Uhr am Valiasr- und Vanak-Platz. Die Menschen protestierten auch in anderen Teilen der Stadt: am Keshavarz Boulevard, in der Kargar-Strasse, am Azadi-Platz, Takhte Tavoos, Mirdamad, Enghelab- und 7 Tir-Platz und andere Orten. Ausserdem wurde vor dem Hauptsitz des IRIB [staatliche Rundfunkgesellschaft] und vor dem Innenministerium protestiert.
3. Die Leute marschierten friedlich auf den Gehsteigen in Richtung von Fatemi-Platz und Sa’aie Park. Mehrere hundert Sicherheitskräfte waren präsent.
4. Ein weiteres Mal ist es zu Zusammenstössen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte Schüsse in die Luft. Auch diesmal wurden die Protestierende hart angegangen und es wurden mindestens sieben Frauen verletzt. An einigen Stellen wurden Abfallcontainer in Brand gesetzt, um das Tränengas zu vertreiben.
5. Die Zusammenstösse konzentrierten sich in Vanak [Stadtteil im Norden von Teheran], es wurde aber auch von (etwas weniger intensiven) Zusammenstössen am Fatemi-Platz und anderen Orten in Teheran berichtet. Die Protestierenden wurden von einer grossen Anzahl hupenden Autos auf der Strasse begleitet. Erstmals gab es es auch Demonstrationen in Naziabad, Südteheran.
6. Die Proteste dauerten bis spät in die Nacht. Auch nach Mitternacht seien noch Menschen durch die Strassen gelaufen. Um die Kundgebungen aufzulösen, wurde an in einigen Stadtteilen das Licht abgestellt. Die Metrostationen Sharif und Tarasht wurden geschlossen, um den Menschenverkehr in und aus dem Zentrum von Teheran zu unterbinden. Einige BewohnerInnen öffneten ihre Türen für Protestierende, welche von Basijis auf Motorrädern verfolgt wurden.
7. Bei den Protesten waren keine ReformpolitikerInnen anwesend. Früh auftauchende Berichte auf iranischen Webseiten bzw. auf MSM, dass Mahdi Karroubi in seinem Auto an einem Protestzug vorbeifuhr – bzw. sich einem Protestzug direkt angeschlossen hatte – wurden von dessen Büro später dementiert.
8. Die Anzahl Protestierender war schwierig zu erruieren. Aufgrund von Bildern (und von Zahlen einer verlässlichen Quelle) geht die Schätzung auf 2000 und 5000 Menschen in Vanak. Über die ganze Stadt verteilt müssen es an die ca. 10’000 Protestierende gewesen sein.
9. Ausser in Teheran gab es auch Proteste in Shiraz. Dabei wurde von Sicherheitskräften auf Protestierende geschossen. Bestätigt wurden 15 Verletzte und 3 Tote.
Angekündigte internationale Proteste
10. Eine Blitzdemo für 2 Minuten wird in Toronto (CA), Dundas Square, am 8. August um 12 Uhr mittags abgehalten. Für mehr Informationen: Toronto - Saturday Aug.8 Flashmob freeze
11. Heute zwischen 18 und 21 Uhr gibt es eine Kundgebung in Atlanta (USA), Lenox Square. Mehr Informationen: People4Iran Raising Awareness About The People of Iran
12. Am 5. August gibt es eine Protestkundgebung gegen die Vereidigung von Ahmadinejad in London vor der iranischen Botschaft, 18 bis 21 Uhr.
13. Weitere Proteste gibt es auch in Deutschland. Für weitere Angaben siehe Julia's Blog: Protests and rallies in Germany (subject to change w/o notice)
(Bitte teilt mir per Mail mit, falls Du, Deine Freunde oder Eure Organisationen internationale Veranstaltungen, Kundgebungen oder andere Anlässe zur aktuellen Situation im Iran organisieren. Ich werde dafür Werbung machen (das kostet Dich bloss 10 Millionen Dollar!). Meine E-Mail-Adresse: http://dbosca@gmail.com/. Ausserdem bin ich auch gespannt, ob jemand AUSSERHALB Irans etwas macht am morgigen Tag der Vereidigung von Ahmadinejad.
Opposition
14. Die zu den ReformistInnen zählende Mojahedin of the Islamic Revolution Organization gab heute ein Statement bzw. eine Warnung ab, dass sich der Iran am Rand eines Chaos befindet. Das Statement wurde hauptsächlich aufgrund der Schauprozesse gegen ReformistInnen vom 1. August abgegeben. Die Organisation nannte das Tribunal eine “Show” und in jeglicher Hinsicht ungesetzlich.
15. Die Vereinigung der Gelehrten und Religionswissenschafter von Qom [“Association of Researchers and Teachers of Qom”, eine Organisation von eher reform-orientierten Geistlichen] veröffentlichte heute ebenfalls eine Erklärung und nannte die Prozesse eine “Show”. Die Erklärung bezeichnete die Schauprozesse als illegal und als einen weiteren Fehler der Regierung. Die Regierung wurde ein weiteres Mal gebeten, den Forderungen der Protestierenden mehr Beachtung zu schenken. Ausserdem solle die Regierung damit aufhören, friedliche DemonstrantInnen und deren UnterstützerInnen zu unterdrücken.
16. Ayatollah Mohaghegh-Damad hat einen offenen Brief an Shahroudi [oberster Richter im Iran] gesendet und die Prozesse gegen die Reformisten scharf kritisiert. Er nannte die Prozesse “einen Schandfleck der islamischen Justiz” und ausserhalb jeglicher Gesetze.
17. 86 Fakultätsangehörige der Teheraner Universität haben heute ebenfalls einen Brief an Shahroudi gesendet und die Freilassung von Eng. Khodayari gefordert.
18. Auch die Association of Combatant Clerics ["Verband der kämpfenden Kleriker”, eine reformorientierte Organisation] gab heute ein Statement raus, welches die Prozesse gegen ReformistInnen eine Inszenierung nannten. Die Erklärung ergänzte zudem, dass die Regierung mit diesen Aktionen versucht, von der menschenrechtsfeindlichen Behandlung ihrer MitbürgerInnen abzulenken.
Regierung und Internationales
19. Der Sprecher von Mohsen Rezaie sagte heute dem Fernsehsender Al-Alam TV , dass Rezaie’s Teilnahme [an der heutigen Bestätigungszeremonie von Ahmadinejad] lediglich eine Respektbezeugung gegenüber dem Führer war. Rezaie behalte sich das Recht vor, gegen die Wahlen zu protestieren und diese auch zu kritisieren.
20. Ahmad Khatami kritisierte heute die Verwendung von “Allah-o-Akbar”-Rufen durch Protestierende.
21. Der König des Sultanats Oman [Sultan Qaboos bin Said] ist auf Staatsbesuch im Iran. Er war eines der ersten Staatsoberhäupter, welches Ahmadinejad zur “historischen” Wiederwahl als iranischer Präsident gratulierte.
22. Laut Berichten wird die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Ahmadinejad nicht zur Wiederwahl gratulieren.Verhaftungen, Freilassungen, Tote
23. Teilweise bestätigte Berichte deuten an, dass der Direktor der grössten Teheraner Ölraffinerie verhaftet wurde. Er soll Mousavi nahe stehen.
24. IRIB [die staatliche Rundfunkgesellschaft] berichtete darüber, dass die drei verhafteten amerikanischen Rucksacktouristen zu den Anschuldigungen befragt wurden, sie seien CIA-Agenten. Der genaue Ort ihrer Festnahme wurde nicht veröffentlicht. [Mittlerweile berichten einige Medien heute nicht mehr von “CIA-Agenten”, sondern von “Nachwuchs-Journalisten”]
25. Saeed Hajjarian’s Geständnis soll bald auf IRIB veröffentlicht werden.
26. Kazem Jalali, der Sprecher der Parlamentskommission, welche die Haftbedingungen der inhaftierten Protestierenden überprüfen soll, sagte heute, ein Bericht der Kommission sei an die Regierung ausgehändigt worden. Er fügte an, dass er zurücktreten werde.
27. Der stellvertretende Staatsanwalt von Teheran sagte heute, dass den angeklagten ReformistInnen bei der nächsten Verhandlung vor Gericht ein Anwalt zugebilligt wird.
28. Eine Gruppe von Familienangehörigen der am 1. August vor Gericht gebrachten ReformistInnen haben eine Erklärung abgegeben, dass der Prozess eine Schande sei. Die Schauprozesse seien ein vollumfänglicher Kniefall derjenigen, die diese Inszenierung veranstalten würden. Sie bezweifelten die Gültigkeit des Tribunals und nannten es “fern jeglicher gültigen Gesetze”.
Medien
29. Etemaade Melli, eine Zeitung die der gleichnamigen Partei von Mahdi Karroubi gehört, wurde von der Regierung gewarnt, sie solle den Tonfall in der Regimekritik herunterfahren. Ausserdem sollen die Interviews gestoppt werden, welche die Legitimität der Wahlen hinterfrage. Etemaade Melli konnte in den letzten Wochen an mehreren Tagen nicht erscheinen, weil die Regierung die Berichterstattung als ungeeignet betrachtete.
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Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/26068-green-brief-48-august-3-4-mordad-12-13-a.html
[Übersetzung -slkrf-, Ergänzungen der Übersetzung in eckigen Klammern, gepostet auf http://iran-info-dienst.blogspot.com/2009/08/green-brief-48-vom-3-und-4-august-2009.html
Dienstag, 4. August 2009
Green Brief #47 (2.-3. August 2009) - Deutsc h
Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Sammlung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter und dort angegebenen Webseiten zusammengestellt habe. Beachten Sie bitte, dass alles hier von Tweets stammt. (Meine Arbeit erscheint unter den Bedingungen von Creative Commons (CC).).
Der gestrige Bericht über den Prozess gegen Reformanhänger ist hier zu finden: http://seaofgreen-germany.blogspot.com/2009/08/bericht-uber-den-prozess-gegen.html.
Hier sind die wichtigen Ereignisse von Samstag, 2. August 2009, die ich bestätigen kann. (Einige Berichte vom 3. August sind ebenfalls enthalten.)
Proteste/Unruhen
Am 2. August fand eine Versammlung von Angehörigen der Inhaftierten vor Chameneis Haus statt. Schätzungen zufolge waren es einige Hundert Menschen.
- Das Grüne Meer wird am 3. August Protestkundgebungen abhalten. Es ist geplant, um 9 Uhr Abends den Stromverbrauch in die Höhe zu treiben. Die Allah-o-Akbar-Sprechchöre gehen weiter. (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts werden die Demonstrationen bereits stattgefunden haben.) Am 5. August - dem Tag von Ahmadinedschads Amtseinführung - werden weitere Versammlungen und Protestaktionen stattfinden. Genaue Ortsangaben können wir zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich nicht machen.
- Am 3. August versammelten sich etwa tausend Menschen vor dem Büro des Jusitzchefs Schahrudi. Die Demonstranten wollten ihre Ablehnung der Gerichtsverfahren gegen die Reformer zum Ausdruck bringen.
- Am 1. August hielten mehrere Dutzend Mitglieder der Gruppe der Trauernden Mütter eine Versammlung im Laleh-Park ab.
- Der staatliche iranische Mobiltelefonbetreiber informierte seine Kunden per SMS, dass der Dienst in den nächsten 72 Stunden unterbrochen sein wird.
- Die Basidsch-Milizen und die Polizei errichten in Teheran wiederum Straßensperren und Kontrollpunkte.
- Teilweise bestätigten Berichten zufolge wurden mindestens zehn weitere Demonstranten heute vor Gericht gestellt. Vollständige Bestätigung steht noch aus.
- Berichte sprechen davon, dass als die Nachrichten von dem Prozess gegen die Reformer das Evin-Gefängnis erreichten, Dutzende von Gefangenen als Zeichen des Widerstands gegen das Regime in Allah-o-Akhbar Sprechchöre ausbrachen.
- In Paris werden am 3. und 4. August Protestkundgebungen gegen das iranische Regime abgehalten. Details können Sie hier finden: Where is my vote? - Paris.
- Eine 85-jährige Demonstrantin verlangt ihr Stimme zurückt und sagt, sie will sie von Chamenei zurückhaben: شیرزن ایرانی در روز 25 خرداد.
- Wenn Sie, Ihre Freunde oder Ihre Organisation international eine Veranstaltung, Protestkundgebung oder sonstige Aktion im Zusammenhang mit den iranischen Wahlen abhalten, schicken Sie mir bitte eine Email und ich werde darüber berichten. (Kostet Sie auch nur 10 Millionen Dollar!) Meine Email ist: dbosca@gmail.com. Ich bin auch gespannt, ob jemand für den Tag von Ahmadinedschads Amtseinführung etwas AUSSERHALB des Irans plant.
Opposition
- Mehdi Karroubi sagte am Sonntag, dass die Geständnisse von politischen Gefangenen vor Gericht wertlos seien. Er forderte die Regierung auf, nach einer Lösung für das derzeitige Problem zu suchen. Sie sollten Schluss mit den Prozessen und Verhaftungen machen und aufhören, Angst und Schrecken unter den Menschen zu verbreiten.
- Shirin Ebadi sagte heute, dass der Prozess nicht für die Angeklagten abgehalten worden sei, sondern um die Regierung Ahmadinedschad zu legitimisieren, indem man Leute zu zwang, zu sagen, es habe keine Wahlbetrug stattgefunden. Sie sagte weiters, die Prozesse hätten keine Rechtsgrundlage.
- Bestätigten Berichten zufolge dürfte Hashemi Rafsanjani Teheran verlassen haben und sich derzeit in Kerman aufhalten, um nicht an der Bestätigung Ahmadinedschads durch Chamenei teilnehmen zu müssen.
- Mohsen Rezaie gab heute zu bedenken, wenn Reformer vor Gericht gestellt werden könnten, dann sollte die Regierung auch Mitglieder der Sicherheitskräfte vor Gericht stellen, die in den Unruhen nach der Wahl iranische Gesetze gebrochen hatten.
- Ebrahin Yazdi - der Generalsekretär der Freiheitsbewegung des Iran - sagt heute, dass die Anschuldigungen des Staatsanwalts im Prozess gegen die Reformisten ein Angriff auf die Integrität des Regimes seien. Er bezeichnete die Geständnisse als unmoralisch und sagte, es handle sich um ein Beispiel für den inneren Konflikt zwischen verschiedenen Fraktionen des Regimes.
Regierung, Internationales
- Die Zeremonie, in der Ahmadinedschad von Chamenei bestätigt wurde, fand heute in Teheran statt. An der Zeremonie nahmen Ayatollah Hashemi Shahrodi, Ali Larejani, Ahmad Jannati, Mohsen Rezaie, Ayatollah Golpaygani, Mojtaba Khamenei, Ahmad Najafi, Afshin Ghotbi, Hossein Rezazadeh, Hamid Reza Saakit, Jahangir Almasi, Mohammad Reza Sharifinya, Mohammad Saleh ‘Ala und Mahmood Khosravi Wafa teil. Ahmadinedschad küsste bei der Zeremonie nicht wie üblich Chameneis Hand sondern gab ihm einen Kuss auf die Schulter.
- Weder Khatami noch Rafsanjani - zwei ehemalige Präsidenten des Iran - nahmen an der Zeremonie teil. Es hatte Spekulationen gegeben, dass zumindest Rafsajani dabei sein würde, aber er hat Teheran verlassen und hält sich Berichten zufolge in Kerman auf. Auch kein Mitglied der Familie von Imam Khomeini nahm an der Zeremonie teil.
- IRIB übertrug die Zeremonie nicht live. Einige staatliche Nachrichtenkanäle brachten laufende Berichte von der Zeremonie. (Bild vom freundlicher Genehmigung von Enduring America: der obige Teil des Bildes zeigt die heute Bestätigung, der untere Teil ist von Ahmadinedschads Bestätigung vor vier Jahren: http://enduringamerica.com/wp-conten...uguration3.jpg.)
- Ali Akbar Javanfekr, ein hochrangiger Berater Ahmadinedschads in Medienfragen, trat am Montag zurück.
- Das Büro des Islamischen Revolutionsgerichts des Iran hat die Menschen davor gewarnt, das Verfahren gegen Führungspersönlichkeiten der Reformbewegung, Journalisten und andere Inhaftierte zu kommentieren oder kritisieren. Jeder, der das tue, müsste mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Die Warnung wurde ausgesprochen, nachdem nicht nur Reformer sondern sogar einige konservative iranische Parlamentsabgeordnete den Prozess offen kritisiert und seine Legitimität in Frage gestellt hatten.
- Abgeordnete des iranischen Parlaments haben Ahmadinedschad aufgefordert, zu begründen, warum er letzte Woche zwei angesehene und hochrangige Funktionäre des Geheimdienstministeriums entlassen habe. Es handelt sich dabei um Haji Habibullah und Khazayee. Die Abgeordneten wollen wissen, warum ihre Entlassung ohne vorherige Rücksprache mit dem Parlament geschah.
- Teilweise bestätigte Berichte deuten an, der iranische Polizeichef habe heute gesagt, man habe Bücher und anderes Material über Guerilla-Kriegsführung in den Wahlbüros der reformistischen Kandidaten gefunden. Vollständige Bestätigung dafür gibt es noch nicht.
- Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte das iranische Regime auf, alle politischen Gefangenen freizulassen und die bürgerlichen und politischen Rechte der Menschen im Iran zu respektieren. Er übte auch harsche Kritik an dem vor zwei Tagen abgehaltenen Prozess gegen Reformer und erinnerte den Iran daran, dass sie sich an ihre internationalen Verpflichtungen zur Einhaltung der Menschenrechte halten müssten.
- Der Sohn von Hashemi Rafsanjani, Mahdi Hashemi, sagte heute, der Prozess gegen verhaftete Reformer würde das Regime und den Obersten Rechtsgelehrten schwächen. Er bezeichnete ihn als Schauprozess und "lächerlich".
Verhaftungen, Freilassungen, Todesopfer
- Neuen Berichten zufolge sind 103 weitere Demonstranten am Donnerstag verhaftet und nach Evin verlegt worden. Diese Zahl beinhaltet nicht die 50 Demonstranten, die laut Regierungsberichten verhaftet wurden.
- Es erreichen uns neue Berichte aus Evin, die andeuten, dass Behzad Nabavi und Mohammad Ali Abtahi psychologischer Folter ausgesetzt worden seien. Den Berichten zufolge zwang man Behzad Nabavi, sich nackt auszuziehen; er wurde in Abtahis Zelle gebracht und Abtahi aufgefordert, Fellatio an ihm zu vollziehen. Vollständige Bestätigung dafür gibt es derzeit nicht.
- Pooya Maghsood Beigi ist das jüngste Opfer, dessen Tod bestätigt worden ist. Er wurde am 20. Juni in Kermanshah verhaftet und starb, nach dem er im Kermanshah-Gefängnis extreme Folter erlitten hatte. Er starb wenige Tage nach seiner Freilassung. Jetzt gibt es neue Berichte, dass seine Mutter Zahra Nowrozi gestern aus Kermanshah verhaftet wurde.
- Iranische Medien berichteten heute, dass drei amerikanische Wanderer, die im Nordwesten des Iran verhaftet wurden, unter dem Vorwurf der Spionage stehen. Sie hätten für die CIA gearbeitet.
- Der Ausschuss für die Untersuchung der Rechte der verhafteten Demonstranten und anderer Menschen, die in Zusammenhang mit den Unruhen der letzten Zeit festgenommen wurden, hat den Tod von mindestens 62 Menschen wärend der Unruhen bestätigt.
- Die einzige gute Nachricht der letzten zwei Tage ist die Freilassung von Masood Kordpour.
- Ein verantwortunsbewusster Twitterer - @NedaAgain - hat mein Augenmerk auf die Frage der Echtheit der Geständnisse von Abtahi und anderer Inhaftierter am 1. August gelenkt. Seine Indizien und ähnliche Hinweise von anderen iranischen Quellen scheinen Zweifel daran zu erwecken, dass Abtahis Geständnis vom 1. August ist. Berichten von iranischen Medien zufolge wurden Abtahi und die anderen Inhaftierten zum Gericht gebracht, sie trafen sich gleich im Anschluss an die Verhandlung mit Journalisten und wurden dann ins Gefängnis gebracht. Allerdings zeigen Bilder und Videos, dass Abtahi vor Gericht Gefängniskleidung trug, er aber bei seinem Geständnis ein frisches neues Hemd trug. Macht das für jemanden außer mir Sinn?
Photo von der Verhandlung rechts: http://i29.tinypic.com/25inm6g.jpg
Video vom Geständnis: - Wichtige Korrektur: Der Green Brief berichtete gestern: "einer von Mussawis engsten Beratern und Sohn von Ayatollah Beheshti, Alireza Beheshti, erklärte in einem Interview, dass bisher die Namen von 1700 Gefangenen gesammelt wurden, deren Verbleib unbekannt ist." Fintan Dunne, ein Journalist, der auch über den Iran berichtet, bemerkte und berichtigte diese Aussage, die ziemlich irreführend ist. Die richtige Aussage war, dass sie die Namen von 1700 Gefangenen gesammelt hätten, aber von einer unspezifizierten und unbekannten Anzahl von diesen wüßten sie Ort und Zustand nicht. Danke Fin!
- Im Gegenzug gegen die erzwungenen Geständnisse von Reformern im Iran haben Unterstützer des Grünen Meers weltweit ein neues Projekt lanciert: Watch Me Confess!
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Sonntag, 2. August 2009
Green Brief #46 (1. August 2009) - Deutsch
(Meine Arbeit wird unter Creative Commons (CC) veröffentlicht.)
Dies sind die wichtigen Ereignisse vom Samstag, 1. August 2009 (11. Mordad 1388), die ich bestätigen kann.
Den Bericht über den Prozess gegen Reformer finden Sie hier
Proteste / Unruhen
1. Für heute, 11 Uhr Ortszeit, war eine Protestkundgebung vor dem Büro des Justizchefs Shahrudi geplant. Die Kundgebung richtet sich gegen das Verfahren der iranischen Regierung gegen etwa 100 Führungspersönlichkeiten aus dem Lager der Reformer, politische Gefangene und Journalisten. Die Familien der Häftlinge haben Stellungnahmen veröffentlicht, in denen sie an die iranische Bevölkerung appellieren, ihnen die gerade jetzt dringend benötigte Unterstützung zuteil werden zu lassen.
2. Weitere Proteste sind geplant für den 3. August (das ist der Tag, an dem Ahmadinedschad offiziell von Khamenei zum Präsidenten ernannt wird), den 5. August (der Tag, an dem Ahmadinedschad eingeschworen wird) und den 7. August (Geburtstag des Imam Mahdi).
3. Studenten der Teheraner Sanati Sharif Universität hielten eine Mahnwache mit Kerzen ab, um der Demonstranten zu gedenken, die bei dem gewaltsamen Vorgehen der Staatsmacht getötet wurden.
4. Es wird geplant, für Stromausfälle zu sorgen, wenn IRIB die "Geständnisse" der verhafteten Reformer ausstrahlt.
5. Heute wurde von einer sehr heftigen Explosion in der südwestlich gelegenen Stadt Ahwas berichtet. Die Ursache konnte nicht geklärt werden.
6. Die Menschen setzten ihr nächtliches Ritual fort, indem sie wiederum auf die Dächer stiegen und "Allah o Akbar" riefen. Heute Nacht wurde zusätzlich "Freiheit für alle politischen Gefangenen!" gerufen.
7. Es gibt eine neue Petition für Menschenrechte. Über 28.000 Menschen haben sie bereits Unterzeichnet (mich eingeschlossen). Hier ist der Link, falls Sie sich anschließen möchten: http://bit.ly/DRrQa
Opposition
8. Heute erklärte Mussawi in einem Interview mit GhalamNews, dass die Grüne Bewegung keinen Kontakt zu Ausländern gehabt hätte. Er wies die Propaganda zurück, die darauf abzielte, die Grüne Bewegung mit fremden Ländern in Verbindung zu bringen. Er bezeichnete die Grüne Bewegung als ein Aufstehen der Allgemeinheit mit dem Ziel, die legitimen und verfassungsmäßig Garantierten Rechte einzuklagen. Mussawi fügte hinzu, dass sich die Forderungen der Menschen im Rahmen der Verfassung und Gesetze der Islamischen Republik bewegten.
9. Der konservative Parlamentsabgeordnete Emaad Afroogh sagte heute, dass er gespannt sei zu erfahren, wie die Regierung beweisen wolle, dass eine "Sanfte Revolution" geplant gewesen sei. Er fügte hinzu, dass es eine Beleidung der Iraner wäre, die rechtmäßigen Forderungen der Menschen eine "Sanfte Revolution" zu nennen, und dass jeder, der solche Beleidungen verbreite, belangt werden solle.
10. Hashemi Rafsandschanis Büro verurteilte heute Mohammad Ali Abtahis "Geständnis", das in als Teil der "Sanften Revolution" darstellte. Das Büro erklärte, Rafsandschani habe sich nicht mit Karrubi, Khatami und Mussawi verbündet und würde sie bei keiner "Revolution" unterstützen. Desweiteren führte es aus, dass Rafsandschani zu keinem Zeitpunkt in die Proteste involviert gewesen sei und keinem Kandidaten während den Wahlen seine Unterstützung zugesichert hätte.
10. Khameneis Bruder Hadi Khamenei kritisierte heute das Vorgehen der Regierung während der Gewalttaten nach der Wahl. Er sagte, dass die Fälle, in denen Gefangenenlager wegen der unmenschlichen Behandlung der Inhaftierten geschlossen wurden, untersucht werden müssten, und dass diejenigen, die an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren, belangt werden sollten. Bei einem Treffen mit entlassenen Häftlingen sagte Hadi Khamenei, der Mitglied der Fraktion "Weg des Imam" im Parlament ist, dass der Wächterrat darin einen Fehler begangen hätte, einen bestimmten Kandidaten zu unterstützen, und dass das Töten friedlicher Demonstranten aufhören müsse.
12. Unbestätigte Meldungen besagen, dass sich Rafsandschani aus Teheran heraus in eine sicherere Gegend nahe der Stadt begeben hätte. Dies wäre geschehen, um seine Sicherheit zu gewährleisten.
13. Mitglieder der Fraktion "Weg des Imam" im Parlament werden morgen ein Treffen mit Mahdi Karrubi abhalten.
Verhafted / Entlassen / Ermordet
14. Es ist jetzt bestätigt, dass drei amerikanische Wanderer von iranischen Grenzschützern verhaftet wurden, nachdem sie bei ihrer Wandertour im Nordosten des Irak versehentlich auf iranisches Gebiet geraten waren. Die iranischen Medien berichteten, dass die Wanderer mehrere Warnungen der Grenzschützer missachtet hätten. Die Vereinigten Staaten baten die schweizerische Botschaft in Teheran, die die diplomatischen Verbindungen zwischen den USA und Teheran aufrecht erhält, sich für die Wanderer einzusetzen und ihre Freilassung so bald als möglich zu erwirken. (Das scheint nichts mit den Wahlen im Iran zu tun zu haben - doch wir alle wissen, dass dies unappetittlich werden KÖNNTE, wenn Iran die Wanderer benutzt, um den USA eine Einmischung im Iran vorzuwerfen.)
15. Der zuletzt bestätigte Tod eines Demonstranten ist der von Behazad Mohajer. Seine Leiche, die im Leichenhaus in Kharizak aufbewahrt wurden, wurde seiner Familie gestern übergeben. Er war 47.
16. Alireza Beheshti, der Sohn von Ayatollah Beheshti und ein Berater Mussawis, der ihm sehr nahe steht, erklärte in einem Interview, dass bisher die Namen von 1700 Gefangenen gesammelt wurden, deren Verbleib unbekannt ist.
17. Berichte aus Mashad besagen, dass es dort während der Proteste vom Donnerstag über 30 Verhaftungen gab.
18. Die Vereinung zur Verteidigung der Rechte von Kindern hat einen Brief an Irans Justizchef Ayatollah Shahrodi geschrieben, in dem er aufgefordert wird, die Fälle minderjähriger Häftlinge zu untersuchen, die während der Unruhen nach der Wahl verhaftet wurden. Die Vereinigung erklärte sich dazu bereit, diese Kinder vor Gericht zu vertreten, falls sie angeklagt werden würden.
Medien
19. Die Tageszeitung Keyhan hat eine Bericht veröffentlicht, in dem behauptet wird, dass Beweise für Mussawis und Khatamis Verrat an Iran gesammelt wurden und bald veröffentlicht werden würden.
20. Press TV veröffentlichte heute einen Artikel, der Quellen innerhalb der Regierung dahingehend zitiert, dass die Grüne Bewegung vorhabe, Bomben zu legen, um eine chaotische und gewalttätige Lage im Land hervorzurufen. (Keine Sorge, Sie erfahren hier nur den kleinsten Teil schockierender Neuigkeiten.)
Bild des Tages (Titelseite der Tageszeitung Keyhan): http://i206.photobucket.com/albums/bb195/spartakiad/AAAAA.jpg?t=1249226639
(Im großen roten Kreis steht: "Beweise für Mussawis Verrat an Iran offengelegt!", im kleinen roten Kreis steht: "Beweise für unmenschliche Folter von Gefangenen durch Amerikaner im Gefängnis vom Bagram [Afghanistan]).
*Diskussion/Anmerkungen (englisch): http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_46 Bitte neu erstellen, falls noch nichts vorhanden ist
**Wenn Sie den Green Brief weiterverbreiten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite (englisch): http://tinyurl.com/mjxrz3
***Für Radiosprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk
****Eine Liste aller Green Briefs (englisch): http://ded1.hybrid-optix.com/greenbriefs.html
***** Herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und sehr wertvolle Tipps. Ein GROSSES DANKESCHÖN geht auch an alle Übersetzer, die Ihre kostbare Zeit aufbringen, um dies so vielen Menschen wie möglich verfügbar zu machen.
Lesen Sie weiter, wenn Sie helfen oder Hilfe erhalten möchten:
A. Sie können diesen Link twittern und dazu beitragen, dass Andere mitbekommen, was im Iran vor sich geht.
B. Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden. Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:
Deutsch:
Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)
Info und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de
Englisch:
Tor Browser Bundle
http://torir.org
Farsi (persisch):
Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor
Übersetzt von Leo unter http://iran-info-dienst.blogspot.com/2009/08/green-brief-46-vom-1-august-2009-11.html
Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/24801-green-brief-46-august-1-mordad-11-a.html
Gepostet von Leo unter 10:46
Samstag, 1. August 2009
Green Brief #45 (31. Juli 2009) - Deutsch
Hier sind die wichtigen Ereignisse vom Freitag, dem 31. Juli 2009, die ich bestätigen kann:
Ich arbeite an einem einmaligen Sonderbericht über die heutigen Gerichtsverhandlungen. Er wird bald fertig sein, da ich mich anderen Dingen in Green Brief 46 zuwenden möchte.
Proteste/Unruhen
1. Hunderte Einwohner von Qazvin haben Protestbriefe an Parlamentspräsident Ali Larijani und ihre beiden Vertreter im Parlament geschickt. Sie forderten die Annulierung der Wahlen und Neuwahlen, Freilassung aller Gefangenen und Gerichtsprozesse gegen alle, die die Gewalt gegen die Protestteilnehmer zu verantworten haben.
2. Auch 12 prominente iranische Filmemacher haben sich mit einem Brief an Parlamentsmitglieder gewandt und sie aufgefordert, ihrer verfassungsgemäßen Pflicht nachzukommen und bei der Lösung der Krise zu helfen. Die Filmemacher forderten die Freilassung der Inhaftierten und eine friedliche Lösung des Aufruhrs, unter dem das Land seit Wochen leidet.
3. In dem Bemühen, die Protestierenden vom Nachrichtenfluss abzuschneiden, blockiert die Regierung mittlerweile wahllos Satellitensender. Mit dieser Taktik versucht die Regierung offenbar zu verhindern, dass die Menschen von anderen Protesten im Land erfahren.
4. Während der Proteste vom Donnerstag verbrannten Iraner eine russische Flagge. (Foto: http://bit.ly/19jsNv)
5. Berichten zufolge gibt es fieberhafte Treffen iranischer Ayatollahs aus allen Teilen des Landes in dem Bemühen, den Konflikt unter Kontrolle zu bringen
6. Der Priesterseminar- und Theologieforscherveband in Qom (“Assembly of Qom Seminary Scholars and Researchers”) hat in einer Erklärung die Protestierenden dazu gedrängt, ihre Proteste fortzusetzen und ihre Unterstützung für die Proteste ausgedrückt. Die Erklärung bezeichnete die Gewalt gegen die Proteste nach der Wahl als eine der schlimmsten Taten, die man begehen könne. Dem Verband gehören prominente Geistliche wie Ayatollah Mohammad Va'ez Abaee-Khorasani, Ayatollah Mousavi Tabrizi und Ayatollah Asadollah Bayat-Zanjani an.
7. Alireza Beheshti, der Sohn von Ayatollah Beheshti, einem der Gründer der Islamischen Republik, sagte in einem Interview, dass das Regime niemals damit gerechnet hätte, dass das Volk hinter Moussavi stehen würde. Er fügte hinzu, dass die tatsächliche Anzahl der verhafteten Menschen unbekannt sei und deutete an, dass die Regierung absichtlich Informationen über Verhaftete verschleiern würde, um das Erwirken von Freilassungen zu erschweren.
8. Ayatollah Hojjati Kermani stellte heute in einem Interview die Gültigkeit der Behauptung der Regierung in Frage, dass die Gewalt nach der Wahl das Werk von Ausländern sei. Er sagte, in den vergangenen 30 Jahren habe die Regierung für zu viele Probleme “anderen” die Schuld gegeben. Er fügte hinzu, dass die Freiheit des Landes auf dem Spiel stehe, das Leben von Menschen und ihr Vertrauen seien bedroht.
9. Während der Freitagspredigt in Qom sagte Ayatollah Ebrahim Amini, die Jugend wolle einen Wechsel, könne Tyrannei nicht tolerieren und würde daher immer gegen sie rebellieren. Er sagte, dass man ihre Stimmen hören müsse, wenn ihre Forderungen legitim seien. Weiterhin forderte er eine humane und gesetzmäßige Behandlung von Gefangenen und begrüßte die richterliche Anordnung, dass die Nachforschungen über alle Inhaftierten binnen einer Woche abzuschließen seien.
10. Sayed Mohammad Khatami traf heute nochmals mit Familien einiger während der letzten Wochen getöteten Protestteilnehmer zusammen. In Sohrab Arabis Haus traf er die Familien von Ashkan Sohrabi und Kianoush Aasa. Auch die Familie von Masoud Hashemzadeh suchte er auf. Er ließ sich von jeder Familie detailliert die Todesumstände ihrer Angehörigen schildern und forderte die Regierung auf, sowohl die Fälle der getöteten als auch die der inhaftierten Protestteilnehmer zu untersuchen.
11. Der Sprecher des U.S. State Department kritisierte am Donnerstag die iranische Regierung für die Anwendung von Gewalt gegen friedliche Trauernde und Protestierende.
Regierung/Internationales
12. Eine deutsche Firma, die ihre Mitarbeiter gewarnt hatte, sie würden ihre Entlassung riskieren, sollten sie im Iran in irgendeiner Weise protestieren, hat ihre Androhung zurückgezogen. Knauf Gips KG hatte in einem von Isabel Knauf verfassten Brief allen im Iran angestellten Mitarbeitern mit Entlassung gedroht für den Fall, dass sie an politischen Demonstrationen teilnehmen würden.
Deutsche Firma zieht Entlassungsdrohung gegen Mitarbeiter im Iran zurück: http://iranquest.com/blog/?p=8695
13. Khamenei hat offenbar die Bildung einer Kommission angeordnet, die mit Familien von während der letzten Wochen getöteten und inhaftierten Protestteilnehmern zusammen kommen soll. Die Kommission soll sich den Beschwerden der Familien widmen.Bis dato ist die Kommission mit dem Vater von Mohsen Rohulamini zusammengetroffen.
14. Mahmoud Ahmadinejad sagte gestern, seine Beziehung zu Khamenei sei wie die zwischen Vater und Sohn und würde sich nicht verschlechtern. Ahmadinejad, der sich in Mashad aufhält, sagte weiter, dass Ejaie angeblich einige seiner Anweisungen nicht befolgt habe und unter anderem deshalb entlassen wurde.
15. Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki sagte gestern, der Westen habe sich während der Wahl direkt in Irans innere Angelegenheiten eingemischt. Er beschuldigte insbesondere Großbritannien und sagte, das Ausland habe eigene Medien genutzt, um Proteste anzuzetteln und Protestteilnehmern zu zeigen, wie man Sprengstoff herstellt und Gewalt ausübt.
16. Ayatollah Jannati hat in seiner Freitagspredigt die Verantwortlichen der Proteste gewarnt. Er sagte, man werde die Verantwortlichen bestrafen; die Situation würde nicht immer so bleiben, wie sie zur Zeit sei. Er beschuldigte Mousavi und Karroubi, Schuld am Tod von Protestierenden zu tragen und forderte sie auf, sich bei diesen sowie bei ihren Familien zu entschuldigen und die Schuld auf sich zu nehmen. Protestteilnehmer, die gewalttätig gewesen seien, würden nicht entlassen werden. Zum wiederholten Male nannte er die Wahlen frei und fair und fügte hinzu, dass die Opposition die Wahl eines Mannes wie Ahmadinejads durch das Volk nicht ertragen könne.
Verhaftungen/Entlassungen/Todesfälle
17. Drei amerikanische Touristen wurden von iranischen Grenzwachen im Nordwesten Irans verhaftet, nachdem sie auf einer Wandertour im Irak versehentlich die Grenze zum Iran überquert hatten.
18. Die Regierung hat die Verhaftung von mindestens 50 Traurenden am Friedhof Beheshte Zahra am Donnerstag bestätigt. Unter den Verhafteten befindet sich mindestens ein Geistlicher, Hojatoleslam Dr. Soleimani – ein Mitglied des Priesterseminar- und Theologieforschervebands in Qom.
19. Mittlerweile wurde die Verhaftung des Goldmedaillengewinners der Paralympics und früheren Parlamentsmitglieds Ali Asghar Hadizadeh am 15. Juli am Enghelab Square bestätigt.
20. Die mit der Untersuchung von Haftbedingungen und Fällen von Inhaftierten beauftragte Parlamentarische Kommission hat von der Regierung keine Erlaubnis für ein Zusammentreffen mit politischen Gefangenen erhalten. Der Sprecher der Kommission, Mahdi Sanayee, sagte der Nachrichtenagentur ILNA gegenüber, dass im Moment nicht sicher sei, wann die Regierung der Kommission ein Treffen mit politischen Gefangenen gestatten würde.
21. Ein politischer Gefangener, der kürzlich aus Evin entlassen worden war, berichtet, dass die Verhöre speziell auf Geständnisse abzielten, die mit ausländischem Einfluss bei den aktuellen Unruhen in Verbindung gebracht werden könnten.
22. Maryam Khazayee, eine Kinderrechtlerin, wurde von Mitarbeitern des Geheimdienstes verhaftet. Zur Zeit ist nicht bekannt, wo sie sich aufhält. Seema Nasrati, eine Bloggerin und Reporterin, wurde aus dem Gefängnis entlassen.
23. Mohammad Aowlyaee-fard, ein prominenter iranischer Jurist, sagte in einem Interview, dass es andere heimliche Haftanstalten gebe, in denen Häftlinge genauso behandelt würde wie in Kahrizak. Er sagte, die Angelegenheit werde untersucht und Einzelheiten würden in nächster Zeit bekannt gegeben werden.
Medien
23. Fars News hat die Regierung dazu aufgerufen, Rafsanjani, Khatami, Mousavi und Karroubi wegen Anstachelung zur Gewalt und Störung des Landesfriedens zu verhaften und gerichtlich zu belangen.
24. Keyhan Daily kritisierte Shirin Ebadi für ihre Äußerungen und Handlungen während der Gewaltausbrüche nach der Wahl und nannten sie eine “mörderische Hexe”.
25. Am Freitag stellte IRIB endlich die Ausstrahlung von Shajarians patriotischen Liedern ein, nachdem er und andere Organisationen sich mehrfach beschwert hatten.
26. Fars News hat einen ungeheuerlichen Bericht veröffentlicht. Der Bericht ist so schockierend, dass man ihn selbst lesen muss:
Fars News Agency :: Thousands of Inmates Freed in Iran after Amnesty by Leader.
(Kurze Inhaltsangabe auf Deutsch:
Iran lässt 17.000 Inhaftierte frei, nachdem der Oberste Führer der Islamischen Revolution, Ayatollah Seyed Ali Khamenei Begnadigungen oder Strafmilderungen für Häftlinge ausgesprochen hat. 40 % der Häftlinge im Land, also etwa 68,000 Personen, waren von der Amnestie betroffen, 17,000 davon wurden entlassen, die übrigen kamen in den Genuss von Strafmilderung oder werden in den letzten Monaten ihrer Haft beurlaubt. Die Anordnung wurde vom Chef der Justizbehörde Ayatollah Shahroudi initiiert und aus Anlass des Mab’ath-Festes (Eintritt Mohammads in das Prophetentum) vom Führer in Kraft gesetzt.
Die Anzahl der nach der Wahl Inhaftierten beträgt nach Angaben der Parlamentarischen Kommission für Nationale Sicherheit und Außenpolitik schätzungsweise 300, “140 von ihnen wurden gestern freigelassen”.)
Verschiedenes
27. Statuen in Italien werden mit grünen Bändern und Tüchern geschmückt:
IranianZ.com ~ PersianToronto.com
*Diskussionen, Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_38 ; wenn die Seite nicht existiert, bitte einrichten.
**Wenn Sie den Green Brief weiterveröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite:
For Bloggers, News Sites and Forum who want to republish the Green Brief Plesae Read! - Why We Protest - IRAN
***Für Radiosender: Green Brief Pronounciation Guide - Why We Protest - IRAN
****Eine Liste aller Green Briefs: The Green Briefs
***** einen herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Gegenlesen und sehr wertvolle Tipps.
Auch ein großes Dankeschön an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit aufbringen, um diese Informationen so weit wie möglich zu verbreiten.
Für alle, die helfen wollen oder Hilfe brauchen:
Helfer:
A. Verbreiten Sie diesen Link weiter und lassen Sie andere wissen, was im Iran vor sich geht.
B. Diskussionen/Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_38
C: Iranmapping: iranmap.whyweprotest.net; für alle, die helfen möchte, diese Informationen aus dem Iran in einem räumlich-geografischen Zusammenhang aufzubereiten, gibt es Anleitungen unter IranMapping - Anonymous Intelligence Collective
D. Die iranische Regierung filtert und drosselt nach wie vor zunehmend den Internetverkehr, um die Menschen zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen Informationen über Proxy und Tor. Bitte spenden Sie Bandbreite, um den iranischen Vorhang überwinden zu helfen. Unter den folgenden Links finden Sie Hilfe:
Englisch:
http://torir.org]Tor Browser Bundle
http://torir.brokep.com]Tor Browser Bundle
http://img1.anonbw.com]Tor Browser Bundle
Tor]TinyURL.com - shorten that long URL into a tiny URL and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain | Ian's Brai
Persisch:
http://torir.org/index.html.fa]Tor Browser Bundle
htttp://tinyurl.com/m6k3a9]Tor: آنلاين Tor
[B]Videokanäle und Tor:
Gonzo Times � Torrents List (82 videos)
Original (englisch):
http://iran.whyweprotest.net/green-brief/24146-green-brief-45-july-31-a.html
(übersetzt von Julia)
Freitag, 31. Juli 2009
Green Brief #44 (30. Juli 2009) - Deutsch
Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator bei Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner. Dies ist eine Sammlung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter und dort angegebenen Webseiten zusammengestellt habe. Beachten Sie bitte, dass alles hier von Tweets stammt. (Meine Arbeit erscheint unter den Bedingungen von Creative Commons (CC).
Hier sind die wichtigen Ereignisse von Donnerstag, 30. Juli 2009, die ich bestätigen kann.
Proteste/Unruhen
Demonstranten in allen Teilen des Irans wurden daran gehindert, heute den Tod von anderen Demonstranten zu betrauern. Berichten zufolge hatte sich Chamenei gegen Gewaltanwendung ausgesprochen, aber leider war dies nicht der Fall.
Der Plan für Teheran war gewesen, sich zuerst im Beheschte-Zahra-Friedhof zu treffen, Gebete aus dem Koran zu rezitieren und dann durch die Khosravi-Allee in Richtung Grand Mosalla zu ziehen. Dort sollten sich die Menschen versammeln, um Worte der Reformisten und anderer Geistlicher für die Demonstranten, die ihr Leben gelassen hatten, zu hören.
Etwa 30- bis 40-tausend Menschen versuchten sich im Laufe des Morgens am Beheschte-Zahra-Friedhof zu versammeln. Mit der Ankunft von mehr und mehr Menschen wurde der Eintritt in den Friedhof für alle schwierig. Tausende blieben außerhalb und versammelten sich rund um den Friedhof. Die Sicherheitskräfte hatten die Zufahrt zur Khosravi-Allee, wo Neda getötet worden war, blockiert.
Mir Hossein Mussawi, Mehdi Karroubi, Mussawis Frau Zahra Rahnavard, Abdollah Nouri, Ayatollah Mousavi Tabrizi und Haji Mahdi Ghaffari waren alle unabhängig voneinander zum Beheschte-Zahra-Friedhof gekommen. Mussawi wurde unverzüglich von den Sicherheitskräften vom Friedhofsgelände eskortiert, bevor er an Nedas Grab kommen konnte. Karroubi konnte eine Rede halten. Sohrab A'rabis Mutter konnte ebenfalls zum Friedhof gelangen und sprach zu den Trauernden. Sohras Bruder verlas die Namen von vielen der gefallenen Demonstranten.
Mindestens 200 Sicherheitskräfte hatten sich am Friedhof versammelt. Sie versuchten, den Bereich um Nedas Grab und die Grabstätten anderer bekannter Demonstranten - Bereich 257 genannt - abzusperren. Als Karroubi jedoch den Friedhof betrat, brachen die Demonstranten durch die Sicherheitskräfte und Tausende versammelten sich um Nedas Grab.
Tausende von Demonstranten versammelten sich überall in Teheran: auf den Plätzen Valiasr und Vanak und in den Straßen Beheshti, Motahhari, Hafez Shamali, Zartusht und Fatemi. Andere trafen sich auf den Plätzen Sayed Maidan und Hafte Tir. Auch in vielen weiteren Teilen Teherans kam es zu großen Versammlungen von Demonstranten und Trauernden. Die bei weitem größte Menschenmenge fand sich auf dem Valiasr-Platz. Augenzeugen berichten von tausenden Demonstranten, die Sprechchöre gegen die Regierung skandierten.
Die Basidsch-Milizen und andere Sicherheitskräfte gingen wiederum brutal gegen die Menschen vor. Am Morgen verschlossen sie die Tore der Mosalla-Moschee und sperrten die Menschen aus. Die Sicherheitskräfte setzten extreme Gewalt ein, um die Menschen aus dem Bereich zu entfernen. Mehrere Videos zeigen, wie sie Tränengas in die Menge der Demonstranten feuern. Wieder wurden mehrere Demonstranten heftig mit Schlagstöcken geschlagen.
Demonstranten wurden auch am Beheschte-Zahra-Friedhof geschlagen. Ein Mann erlitt dabei einen Schädelbruch, nachdem er wiederholt mit Schlagstöcken geschlagen worden war. Die Sicherheitskräfte versuchten, die Demonstranten - darunter viele Frauen - von Nedas Grab zu entfernen und verletzten dabei viele von ihnen. Obwohl sie ein Aufgebot von 200 Mann am Friedhof hatten, konnten die Sicherheitskräfte die Menschen nicht daran hindern, sich an Nedas Grab zu versammeln.
Außer in Beheschte Zahra und bei Mosalla wurden Zusammenstöße auch aus ganz Teheran berichtet. Bei Valiasr wurden die Demonstranten mit Schlagstöcken geschlagen, dann wurde Tränengas in die Menge gefeuert, und als die Menschen sich weigerten, sich zu zerstreuen, wurde schließlich direkt auf sie geschossen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt und es gibt ein bestätigtes Todesopfer. Die Menschen hatten versucht, den Sicherheitskräften Blumen zu geben, und im Gegenzug griffen diese sie mit Tränengas an.
Auf der Amirabad-Straße und der Abbas-Abad-Straße waren die Zusammenstöße weniger gewaltsam, trotzdem wurden zehn Menschen verletzt. Von Amirabad wurden Schüsse gehört. Auch von den Straßen Beheshti, Motahhari, North Hafez, Zartusht und Fatemi gibt es Berichte über Zusammenstöße. Am Vanak-Platz bewarfen die Menschen die Sicherheitskräfte mit Steinen, um zu versuchen, sie zurückzudrängen. Die Polizei schlug auch die Fensterscheiben von Autos ein, ohne dabei auf die Sicherheit von Fahrer oder Mitfahrern Rücksicht zu nehmen.
Hubschrauber kreisten vom frühen Morgen an über Beheschte Zahra. Sie flogen auch über Teile der Innenstadt von Teheran. SMS war völlig außer Betrieb gesetzt. In vielen Teilen der Stadt setzten Menschen Abfall in Brand und im Himmel über Teheran war überall Rauch zu sehen.
Die Sicherheitskräfte machten auch Videoaufnahmen der Demonstranten, um diese zu identifizieren und später festzunehmen. Hunderte Demonstranten versammelten sich auch um das Innenministerium und das IRIB-Gebäude. Die heute skandierten Slogans waren, "Iranische Republik, Unabhängigkeit, Freiheit", "Nieder mit dem Diktator", "Nieder mit Russland" und Slogans gegen Mojtaba Chamenei (Chameneis Sohn). Die Demonstrationen in Teheran setzten sich bis spät in die Nacht fort.
Die Haltung der Sicherheitskräfte schien heute schwächer. Es kann nicht bestätigt werden, wieviele Demonstranten in vielen Teilen Teherans festgenommen wurden, aber die Zahl scheint niedriger zu sein als bei früheren Demonstrationen. Berichten zufolge war Mosalla voll von Basidsch-Milizen und anderen Spezialeinheiten in schwarzen Uniformen. Sie stürmten aus dem Gebäude und griffen die Menschen an - dies kann aber nur teilweise bestätigt werden. Einige Basidschi wurden bei den Zusammenstößen verletzt und mit der Rettung vom Ort des Geschehens abtransportiert.
Außerhalb von Teheran versammelten sich Demonstranten und Trauernde in Shiraz, Ahvaz, Isfahan, Rasht, Mashhad, Mahabad, Oromieh, Kermanshah, Arak und Tabriz. Zusammenstöße wurden aus Isfahan, Shiraz, Ahvaz, Rasht, Mashhad, Mahabad und Oromieh berichtet.
5- bis 6-tausend Menschen versammelten sich am Maidane-Enghelab-Platz, im Ayeneh-Khaneh-Park, auf der Sio-Seh-Brücke und in anderen Teilen von Isfahan. Es kam zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Berichte von Verletzten und Todesfällen können zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt werden. Auch hier wurde Tränengas eingesetzt, um die Menge zu zerstreuen. Die Demonstranten hielten grüne Tafeln mit den Namen von verhafteten und toten Demonstranten.
In Ahvaz versammelten sich hunderte von Demonstranten in der Kyanpars Avenue und skandierten Sprechchöre gegen Ahmadinedschad und das Regime. Trotz der Hitze harrten die Demonstranten stundenlang aus. Mindestens dreißig Demonstranten wurden bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften verhaftet.
Etwa zweitausend Menschen versammelten sich in Rasht. Es kam zu weniger Ausschreitungen als in in anderen Teilen des Irans. Die Demonstranten füllten den Stadtkern, während sich die Sicherheitskräfte zum größten Teil einige Meter entfernt hielten und zusahen.
In Shiraz versammelten sich einige hundert Demonstranten rund um das wichtigste Gaswerk der Stadt und im Azadi-Park. Sie sangen Yaare Dabestani und skandierten Sprechchöre. Sicherheitskräfte zerstreuten die Mengen schließlich.
Eine kleinere Menge versammelte sich im Mellat-Park in Mashhad. Es gibt Berichte über Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, aber zu diesem Zeitpunkt konnten wir keine näheren Informationen darüber erlangen.
Nedas Mutter hielt eine stille Wache bei Kerzenschein in einem Park nahe ihrem Zuhause ab. Sie hatte gesagt, dass sie nicht zu Nedas Grab am Beheschte-Zahra-Friedhof kommen wolle, weil sie nicht Schuld daran tragen wolle, wenn jemand verletzt oder getötet würde. Hier ist ein Foto von ihr im Park (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Enduring America): http://tinyurl.com/lbr6kw.
Auf der ganzen Welt wurden Mahnwachen für Neda und die anderen gefallenen Demonstranten abgehalten. In New York City fand letzte Nacht eine Mahnwache am Union Square statt. Kerzen wurden entzündetet und die Trauernden saßen still und hielten Bilder von Neda. In San Francisco versammelten sich etwa 200 Trauernde auf der UN Plaza und hielten von 20-21 Uhr eine Mahnwache bei Kerzenlicht. Die Menschen verteilten Schilder mit Bild und Namen von jedem der Gefallenen. Alle wurden gebeten, sich auf den Boden zu setzen, während der Name von jeder Person, die getötet worden war, verlesen und danach eine Glocke geschlagen wurde. Als die Namen der Gefallenen verlesen wurden, stand die Person mit dem Schild mit dem Namen des jeweiligen Toten respektvoll auf. Auf die Verlesung der Namen folgten 15 Minuten Stille, danach wurde gesungen und Sprechchöre intoniert. Fotos (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dana - @dakster9) auf Flickr.
In Europa wurden in vielen Städten Mahnwachen und spontane Demonstrationen abgehalten. In Flensburg, Deutschland, versammelten sich Dutzende von Menschen vor einer lutherischen Kirche, um um Neda und die anderen von den Sicherheitskräften ermordeten Demonstranten zu trauern. Die Trauernden sangen Lieder, beteten, verlasen Hymnen und Gedichte und legten Blumen vor einem Bild von Neda ab. Die Zusammenkunft wurde vom "Deutsch-Iranischen Freundschaftsverein" arrangiert, der vor kurzem zur Unterstützung der Grünen Bewegung gegründet wurde. Foto (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Paleene): http://tinyurl.com/n66ue6.
In Wien wurde vor dem Parlamentsgebäude eine spontane Demonstration abgehalten. Etwa 25 Menschen, gekleidet in Schwarz und Grün, kamen zusammen, manche trugen roten Rosen. Um 6:30 Ortszeit ließen sich die Demonstranten zu Boden fallen und lagen zwei Minuten lang regungslos da. Fotos (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von @kyrah): ازادی.
Opposition
In einem Treffen mit Parlementsmitgliedern von der Fraktion Weg des Imam sagte Khatami heute, die Regierung müsse die Verantwortlichen für Mord und Folter strafrechtlich verfolgen. Er tat die Schließung von Kahrizak durch die Regierung mit der Aussage ab, dass überall im Iran und auch in anderen Gefängnissen als Kahrizak gefoltert worden sei. Er übte auch Kritik an der Entscheidung der Regierung, Kahrizak genau jetzt zu schließen, wo ein parlamentarischer Ausschuss zur Untersuchung der Lage und Behandlung der Inhaftierten eingerichtet worden sei.
Regierung, Internationales
Berichte deuten an, dass der ehemalige Geheimdienstminister Ejaie zusammen mit anderen verärgerten Funktionären der Regierung Ahmadinedschad eine Gruppe bildet, um sich ihm entgegenzustellen. Dies kann aber noch nicht vollständig bestätigt werden.
Bestätigten Berichten zufolge sind mehrere Unterstützer Mussawis und Elemente unter den Sicherheitskräften, die mit der Sache der Demonstranten sympathisieren, gefeuert oder aus Teheran versetzt worden.
Verhaftungen, Freilassungen, Todesopfer
Kazem Jalali, der Sprecher des Sonderausschusses des iranischen Parlaments, gab heute bezugnehmend auf die Ereignisse der letzten Zeit bekannt, dass Saeed Hajjarian vom Gefängnis in eine Wohnanlage der Regierung verlegt worden ist. Jalali zitierte Saeed Mortazavi, Teherans Generalstaatsanwalt, in der neuen Wohnanlage sei gut für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit gesorgt und Hajjarians Familie dürfe ihn dort besuchen.
Die Regierung hinderte Alireza Avaie an seinem Besuch des Evin-Gefängnisses. Er wollte einen Bericht über die Lage der Inhaftierten verfassen, wurde aber an den Toren vom Wachpersonal weggeschickt. Avaie ist ein hochrangiger Beamter der Justiz, verantwortlich für ein Büro innerhalb der Justiz, dessen Auftrag es ist, Menschenrechtsverletzungen gegen die Bürger der Provinz Teheran zu untersuchen.
Mahnaz Mohammadi, Jafar Panahi und Rukhsareh Ghayem-Magham, die im Laufe des heutigen Tages verhaftet worden waren, sind wieder freigelassen worden. Panahi und Mohammadi sind iranische Filmemacher und Ghayem-Magham ist für seine Dokumentarfilme bekannt.
Berichte über die Freilassung von Mahsa Amrabadi sind falsch.
Der Tod von zwei weiteren Demonstranten ist nun bestätigt worden:
Mostafa Kya Rostami wurde vor zwei Wochen während Rafsanjanis Rede ermordet. Er war 22 Jahre alt. Er erlag seinen Verletzungen vier Stunden nachdem er wiederholt mit einem Schlagstock auf den Kopf geschlagen worden war.
Der Leichnam von Saeed Esmaili-Khanbebin wurde ebenfalls an seine Familie übergeben, nachdem diese den Sicherheitskräften Geld bezahlt hatte. Seine Beerdigung wurde streng von der Polizei bewacht. Er war 23 Jahre alt. Auch er starb an Verletzungen durch wiederholte Schläge gegen seinen Kopf mit Schlagstöcken.
Medien
IRNA veröffentlichte heute einen Bericht, in dem die Trauernden als gewalttätiger Pöbel bezeichnet wurden. Die Nachrichtenagentur warf den Trauernden vor, das Gesetz zu brechen und bezeichnete ihre Bewegung als klein und unbedeutend. Sie behauptete auch, dass es der Wunsch der Iraner sei, dass die Regierung diese Protestaktionen unterdrücken solle, weil sie die Stadt unsicher gemacht hätten.
PressTV berichtete, "die Polizei habe Hunderte von Iranern zerstreut, die sich in einem Friedhof südlich der Hauptstadt Teheran zum Gedenken an die Toten der Unruhen nach der Wahl versammeln wollten." Der Sender erwähnte die Gewalttätigkeiten und Demonstrationen in anderen Teilen des Landes mit keinem Wort.
Verschiedenes
Bild des Tages aus Teheran: http://bit.ly/OoWw8
Nieder mit Chamenei, Schriftzug auf einem Stadtbus: 20495517-8476285c09aee819c31e0c3de441ab38.4a7249a7-scaled.jpg (Bild)
Diskussion/Anmerkungen: http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_44; wenn das Dokument noch nicht existiert, bitte einfach erstellen.
Wenn Sie den Green Brief veröffentlichen möchten, besuchen Sie bitte diese Seite: http://tinyurl.com/mjxrz3
Für Rundfunksprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk
Liste aller Green Briefs: The Green Briefs
Ein großes Dankeschön an Sahar joon und S joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und für viele wertvolle Hinweise. Vielen Dank auch an alle Übersetzer, die ihre wertvolle Zeit einsetzen, damit diese Informationen so viele Menschen wie möglich erreichen.
Übersetzt von Kyrah unter http://kyrah.net/gr88/gb44.html
Original: http://iran.whyweprotest.net/green-brief/23338-green-brief-44-july-30-a.html
Donnerstag, 30. Juli 2009
Green Brief #43 (29. Juli 2008) - Deutsch
Ich bin NiteOwl alias Josh Shahryar - twitter.com/iran_translator auf Twitter. Ich bin Journalist und Menschenrechtsaktivist und KEIN Iraner.. Dies ist eine Zusammenstellung von Nachrichten aus dem Iran, die ich aus Twitter-Nachrichten und iranischen Webseiten, die auf Twitter bekannt gemacht wurden, gesammelt habe. Es ist zu beachten: Alle nachfolgenden Informationen basieren einzig auf Twitter-Nachrichten. Meine Arbeit erscheint unter den Konditionen von Creative Commons (CC).
Die folgenden wichtigen Ereignisse kann ich von Mittwoch, dem 29. Juli 2009 bestätigen:
Protestaktionen, Unruhen
1. In Teheran und anderen Teilen des Iran werden heute Versammlungen zu Ehren der bei Gewalttaten nach den Präsidentschaftswahlen getöteten DemonstrantInnen stattfinden. Moussawi, Karubi und viele andere Reformpolitiker werden dazu erwartet.
2. Der Beheshte-Zahra-Friedhof, wo die meisten der in Teheran getöteten DemonstrantInnen beerdigt sind, ist gegenwärtig abgeriegelt. Es existieren Pläne der Regierung, DemonstrantInnen vom Hauptteil des Friedhofs fernzuhalten.
3 Nedas Mutter hat es abgelehnt, sich den Trauernden anzuschließen. Sie veröffentlichte eine Erklärung, wonach sie keine Schuld daran tragen wolle, sollten Trauernde geschlagen, verhaftet oder getötet werden. Allerdings deutete sie an, andere sollten tun, was sie wollten und sich den Versammlungen anschließen, wenn sie dies wollten .Sohrab Arabis Mutter wird sich dennoch den Trauernden anschließen.
4. Die Hauptversammlung wird auf dem Teheraner Mosala nach einem Besuch des Beheshte Zahra-Friedhofs stattfinden. Tausende Menschen werden dazu erwartet. Es wurde berichtet, DemonstrantInnen würden nach der Versammlung auf dem Mosala möglicherweise zum Haus Nedas marschieren
5. SMS-Dienste wurden in Teheran in Erwartung der Proteste am Donnerstag unterbrochen. Unbestätigte Berichte deuten an, Chamenei habe die Basidsch-Milizen und Zivilpolizisten angewiesen, die Trauernden nicht zu stören. Er erklärte, Basidsch-Milizen und Zivilpolizisten sollten unter allen Umständen eine Versammlung nahe dem Mosala verhindern. Andere Sicherheitskräfte sollen damit beauftragt sein, für Frieden zu sorgen.
6. Mindestens 50 Studenten der Sanati Sharif Universität, wurden dazu gezwungen, Formulare auszufüllen und darin zu erklären, sie würden nachts keine „Allah-o-Akbar“ Sprechchöre aus ihren Zimmern im Studentenwohnheim rufen.
Opposition
7. Die „Partizipationsfront des islamischen Iran“ („Islamischc Iran Participation Front“, IIPF) – die wichtigste Reformpartei – hat am Mittwoch eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, die einwöchige Untersuchung des Schicksals von Inhaftierten durch den Obersten Richter sei völlige Augenwischerei. Ebenso heißt es in der Erklärung, Straftaten gegen BürgerInnen dauerten an und würden von der Regierung verübt. Der einzige Weg, den Aufruhr zu beenden sei, so die Erklärung, der Sturz der Regierung Ahmadinedschad.
8. Der Sohn von Ayatollah Mortaza Motahhari, Mohammad Motahhari, hat sich der „Grünen Bewegung“ angeschlossen und eine vernichtende Kritik der Regierung herausgegeben. Mortaza Motahhari war einer von Chomeinis engsten Anhängern und einer der Gründer der „Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit“ („Combatant Clergy Association“).
9. Ayatollah Montazeri hat zum wiederholten Male eine Erklärung veröffentlicht, in der er die Regierung kritisiert; darin sagt er, sie solle von dem lernen, was dem Schah zugestoßen sei. Er ergänzte, die Schließung der Haftanstalt Kahrizak sei nur ein Trick der Regierung, um die Menschen abzulenken. Er forderte die Regierung auf, die Basidsch-Milizen und die IRG (Iranische Revolutionsgarde) davon abzuhalten, unschuldige Menschen zu töten und kritisierte die Regierung dafür, das Schicksal des gesamten Landes von wenigen Personen kontrollieren zu lassen.
Regierung, Internationales
10. Zum ersten Mal hat die Regierung eingeräumt, Sicherheitskräfte könnten in die Gewalttaten während der Proteste verwickelt gewesen seien. Der Chef der gesamten iranischen Sicherheitskräfte, General Esmail Ahmadi-Moghaddam, sagte, einige Mitglieder der Sicherheitskräfte hätten überreagiert. Moghaddam fügte hinzu, die Regierung habe mindestens 197 IranerInnen Geld als Ausgleich für Schäden an ihrem Eigentum während der Proteste gezahlt. Die Gesamtsumme der Zahlungen beläuft sich auf etwa €35,000.
11. Kazem Jalali, Sprecher eines parlamentarischen Ausschusses, der den Zustand von Inhaftierten sowie neue Verhaftungen untersucht, sagte heute, der Ausschuss habe Nachrichten einer unterirdischen Haftanstalt erhalten, die vom Geheimdienstministerium betrieben werde. Die Einrichtung könnte sich unterhalb des Ministerium befinden, so Jalali. Er sagte, die Untersuchungen würden fortgesetzt, und er wollte keinem weiteren Kommentare abgeben.
Verhaftungen, Freilassungen, Tötungen
12. Teilweise bestätigte Berichte deuten an, Javad Abbasi Kangevari – auch bekannt als Javad Azadeh Amoli – sei zum Vernehmungsleiter für hochrangige Inhaftierte ernannt worden. Er wurde auf Sonderanordnung Chameneis hin ernannt, nachdem andere Vernehmer bislang keine „Geständnisse“ von diesen Inhaftierten erpressen konnten. Amoli st bekannt als erfahrener Folterer und brutaler Vernehmer. Hossein Ghorbanzadeh – alias Hossein Gestapo, ein weiterer berüchtigter Folterer – ist derzeit hauptverantwortlich dafür, von anderen Inhaftierten Geständnisse zu erpressen.
13. Alireza Eftekhari, ein ehemaliger Reporter für Abrare Eghtesad, starb am 15. Juni infolge schwerer Kopfverletzungen. Er war von Sicherheitskräften heftig mit Schlagstöcken geschlagen worden. Es wurde auch bestätigt, dass Amir Hossein Toofanpour bei den Unruhen getötet wurde. Weitere Informationen über die Umstände seines Todes konnten nicht erhalten werden. Der Leichnam des sechzehnjährigen Demonstranten Hossein Akbari wurde seiner Familien übergeben. Er war einen Monat lang vermisst gewesen und sein Kopf, seine Brust und seine Gliedmaßen wiesen schwere Verletzungen von einem stumpfen Gegenstand, möglicherweise von einem Schlagstock auf.
14. Saeed Hajjarian befindet sich immer noch im Gefängnis, auch wenn berichtet wurde, er würde heute entlassen. Shayesteh Amiri – ein früherer Berater Chatamis, Saeed Shariati – ein hochrangiges Mitgleid der IIPF und Fariborz Raees Dana wurden heute von Sicherheitskräften verhaftet. Emad Behavar – ein studentischer Aktivist und Abolreza Tajik wurden heute entlassen.
15. Berichte, am Samstag würden in Teheran Gerichtsverhandlungen für inhaftierte DemonstrantInnen und politische Gefangene beginnen, wurden teilweise bestätigt. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete darüber hinaus am Mittwoch, gegen fast zwanzig Inhaftierte sei Anklage erhoben worden, mutmaßlich in die „Planung und Ausführung von Sabotageakten“ verwickelt gewesen zu sein. Nach IRNA-Berichten seien die Verhandlungen auf Samstag angesetzt worden. Unter den Inhaftierten seien Mitglieder der MKO („Volksmudschaheddin des Iran“) sowie Angehörige der iranischen Minderheit der Bahai. Dies konnte bisher nicht bestätigt werden.
16. Der Sender PressTV meldete, die iranischen Sicherheitskräfte hätten eine Gruppe von Fotografen verhaftet, die von ausländischen Medien angeworben worden seien, um Fotos und Videos on den Demonstrationen im Iran zu erhalten. Majid Saeedi und Satyar Imami – zwei Fotografen, die vor einiger Zeit inhaftiert worden waren – wurden vor Wochen dazu gezwungen, Geständnisse abzugeben. Sie wurden der Öffentlichkeit als Iraner vorgestellt, die für ausländische Elemente arbeiteten..
Medien
17. Hossein Shariatmadari – der Vertreter Chameneis bei der Zeitung Keyhan Daily – schrieb heute in seiner Kolumne, die DemonstrantInnen, die in den letzten Wochen getötet worden seien, seien von angeworbenen Verbrechern umgebracht worden, die für ihre Dienste von Moussawi und Chatami bezahlt worden seien.
Verschiedenes
18. Die italienische Regierung hat eine Straße in Rom nach Neda Agha-Soltan benannt. Der Artikel auf Italienisch: Neda: Roma le dedica una via
*Wenn Sie den Green Brief weiterverbreiten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite (englisch): http://tinyurl.com/mjxrz3
**Für Radiosprecher: http://tinyurl.com/nmvxpk
***Eine Liste aller Green Briefs (englisch): http://ded1.hybrid-optix.com/greenbriefs.html
**** Herzlichen Dank an Sahar joon für die Hilfe beim Korrekturlesen und sehr wertvolle Tipps. Ein GROSSES DANKESCHÖN geht auch an alle Übersetzer, die Ihre kostbare Zeit aufbringen, um dies so vielen Menschen wie möglich verfügbar zu machen.
Lesen Sie weiter, wenn Sie helfen oder Hilfe erhalten möchten:
A. Sie können diesen Link twittern und dazu beitragen, dass Andere mitbekommen, was im Iran vor sich geht.
B. ****Diskussion/Anmerkungen (englisch): http://aic.openmsl.net/wiki/index.php/Green_Brief_41
C. Iranmapping: iranmap.whyweprotest.net ; Wenn Sie einen Beitrag dazu leisten möchten, die Nachrichten aus dem Iran in einen räumlichen Kontext einzuordnen, folgen Sie bitte den Anweisungen auf IranMapping - Anonymous Intelligence Collective (englisch)
D. Die iranische Regierung schränkt die Nutzung des Internet weiter ein, um ihre Bevölkerung zum Schweigen zu bringen. Viele Menschen im Iran suchen nach Informationen über Proxy-Server und Tor in Teheran und im ganzen Land. Bitte spenden Sie Bandbreite. Sie leisten dadurch einen Beitrag, den iranischen Vorhang zu überwinden. Es folgen einige Links mit Informationen dazu, wie man helfen und Hilfe erhalten kann:
Deutsch:
Was ist Tor? Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)
Info und Anleitung: offizielle Seite des Torprojekts http://www.torproject.org/index.html.de
Englisch:
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor Browser Bundle
Tor and the Iranian Election - Bring down the Iran Curtain | Ian's Brain
Farsi (persisch):
Tor Browser Bundle
Tor: آنلاين Tor
Helfen Sie uns, mehr Brücken mit Tor aufzubauen: http://gonzotimes.net/?page_id=500
Video Torrents: http://gonzotimes.net/?page_id=500
Übersetzt von Jo sh unter http://iran-info-dienst.blogspot.com
Original:
http://iran.whyweprotest.net/green-brief/22887-green-brief-43-july-29-a.html
